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Plattform für Pilzfreunde / Re: Butyriboletus - ein neues Merkmal?
« Letzter Beitrag von Renate am 9. Juli 2018, 18:43 »
Lieber Christoph,

Vielen Dank für Deine Antwort. Ich sehe schon das wird eine tolle Gemeinschaftsaktion.

Was für einen Rattenschwanz von Konsequenzen so eine Beobachtung doch nach sich zieht, wenn man den Dingen dann auf den Grund gehen will. Alleine könnte ich das gar nicht lösen. Da bin ich dankbar für Deine Anregungen, auch zur Idee der Gattungsabgrenzung oder die von Till zur Artabgrenzung, und für Eure Hilfe und Bereitschaft das zu diskutieren. Verschiedene Versuchsanordnungen hatte ich schon im Kopf, aber eben nicht in dieser Klarheit die Zielrichtung formuliert, das hätte ich mir nicht zugetraut. Da war ich noch einen Schritt zurück.

Überschüsse friere ich immer roh ein, das habe ich so von meiner Mutter gelernt (ich bin 53 Jahre alt), alternativ das fertige Gericht, wenn tatsächlich was übrig bleibt. Blanchieren gab es bei uns zuhause bei Pilzen nicht.

Bei mir ist das in dieser Intensität sonst nicht aufgetaucht, an gelblich kann ich mich erinnern, an Grün/Blau in dieser Intensität nicht, aber das werde ich auf alle Fälle testen und vor allem dokumentieren.

Es wird eine Weile dauern, bis die Blauenden bei uns alle wachsen und ich die testen kann.

Caloboletus werde ich auf jeden Fall auch testen.

Liebe Grüße

Renate

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Pilzberater und PSV / Re: Tödlich giftiger Röhrling (Gattung Rubinoboletus)
« Letzter Beitrag von Gernot am 9. Juli 2018, 10:34 »
Servus, Christoph,

danke für die Info. Ja, da sollte man natürlich auf die publizierten Ergebnisse warten.

Was die mikroskopischen Unterschiede betrifft, basierend auf den bisher veröffentlichten Ergebnissen, bin ich nach wie vor skeptisch. Schließlich neigt ja auch Vellinga (2006) dazu, M. venenata als Synonym von C. brunneum anzusehen [und das nach ihren, von dir bereits angesprochenen, Typusstudien (Vellinga 2003)!]. Wenn ich mir diese Typusstudien anschaue, dann fällt mir auf, dass die mikroskopischen Merkmale von M. venenata eigentlich komplett von der Variabilität der untersuchten Belege von Lepiota brunnea abgedeckt werden, mit Ausnahme der Schnallenverhältnisse (auch wenn von letzterem tendenziell größere Sporen und Cheilozystiden berichtet werden), und das mit den Schnallen ist ja immer so eine Sache bei den Riesenschirmlingen. Aber natürlich schadet es nicht, Funde aus dieser Gruppe genau zu mikroskopieren und dann eine eventuelle bessere Übereinstimmung mit einem dieser Taxa zu notieren! Dazu kommt ja auch, dass der Typus von Lepiota brunnea gewisse Abweichungen zur heutigen Auffassung von C. brunneum zeigt, also ist vielleicht auch da das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Was mich außerdem irritiert, ist die häufige Verwendung des Namens "Chlorophyllum venenatum", sogar in der aktuellen Arbeit von Ge et al. (2018). Abgesehen davon, dass Macrolepiota venenata Bon laut Vellinga (2003) ein ungültiger Name ist, hat es m. W. noch keine Kombination dieses Namens in die Gattung Chlorophyllum gegeben (vorher bräuchte man sowieso ein gültiges Basionym).

Ich hoffe auf jeden Fall sehr, dass diese Dinge in einer zukünftigen Publikation endlich geklärt werden.

Schöne Grüße
Gernot
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Julipilze 18
« Letzter Beitrag von UmUlmHerum am 9. Juli 2018, 01:50 »
... und jetzt noch ein paar Täublinge, wobei ich nur ein Hälfte freihändig benamsen kann. Die heutigen Funde waren tierisch verwurmt – macht nicht gerade an zum Mikroskopieren. Die scharfen Russula-spec-Frk. in rot und lila wuchsen auf 1 qm in einem gepflanzten, jungen Eichenwald mit ein paar Linden dazwischen, in ca. 6-8 m Entfernung auch jüngere Fichten, Lösslehm über Kalk, 620 mNN.

Gute Nacht – Rika
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Julipilze 18
« Letzter Beitrag von UmUlmHerum am 9. Juli 2018, 01:42 »
Servus Rudi!

Was, bei Dir gibt´s nix außer Satane? Hat die Dürre nun auch Deine Pilzwälder erreicht? Was ich merkwürdig finde: wieso wachsen dann die Satane?

Ich wundere mich schon die ganzen letzten Wochen... Die letzten kräftigen Niederschläge gab es hier am Hochsträß UmUlmHerum vor rund 4 Wochen (50-60 Liter), dann wieder jeweils 5-6 Liter am 28./29.06.18 und 05./06.07.18, dazwischen Sonne + viel Wind. Sehr kühle Nächte und kein Tau läßt auf geringe Luftfeuchte schließen. In der gesamten Zeit gab es hier kaum Frischpilze – im Schnitt pro Stunde Walddurchgang eine (in Zahlen: "1") frische Pilzart. In manchen meiner sonst guten = artenreichen Pilzwäldern fand ich gar nichts! Reine Südhänge begehe ich schon gar nicht mehr. Am besten waren die gut beschatteten leichten Nordhänge mit Lösslehm-Unterlage.

In einem Buchen-Schwarzkiefer-Fichten-Hochwald fand ich z.B. gestern jeweils einen Grünen Knolli und einen Löwengelben Porling – das war´s! In einem anderen Waldstück exakt einen Silber-Röhrling, in wieder einem anderen Gebiet 1 Maronenröhrling – dabei unterschlage ich gerade nur Roßhaar-Schwindlinge und Fencheltrameten, ah halt: und eine unattraktive Amanita fulva von heute.

Hier meine annähernd kompletten Funde der letzten 8 Tage, die Täublinge kommen im nächsten Beitrag:

Viele Grüße – Rika

 
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Butyriboletus - ein neues Merkmal?
« Letzter Beitrag von Christoph am 9. Juli 2018, 00:19 »
Liebe Renate,

vielen Dank für diese interessante Beobachtung! Wir hatten uns ja schonmal darüber ausgetauscht.

Was man aber vielleicht mal prüfen sollte: wenn du oder jemand (auch ich) einen frischen Hexenröhrling finden sollte (die blauen ja auch), dann vielleicht einfach mal roh in Scheiben einfrieren. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie beim Auftauen dann auch blauen.

Das Blauen ist ja meist ein Pulvinsäurederivat bei den Röhrlingen, z.B. Variegatsäure oder Xerocomsäure. Und auch B. appendiculatus blaut ja an Luftkontakt, was eben genau diese Pulvinsäuren bewirken (ich weiß jetzt nur nicht im Kopf, ob beide oder nur eine im Anhängselröhrling vorkommt). Wenn dieses "Auftauen-Blauen" auch bei Hexenröhrlingen, Maronenröhrlingen und anderen Blauenden (z.B. Caloboletus usw.) auftritt, dann wäre das Rätsel gelöst. Meist friert man ja nicht roh ein.

Oder hast du schon Vergleichsversuche mit anderen blauenden Röhrlingen gemacht?

Das Problem müsste man chmeisch angehen - wenn es wirklich nur bei Butyriboletus auftreten sollte, dann wäre das durchaus auch für eine Uni bekannt. In dem Fall kann ich gerne versuchen, Kontakt herzustellen. Vorher müsste nur die simpelste Lösung (Pulvinsäuren) ausgeschlossen werden.

Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Julipilze 18
« Letzter Beitrag von Christoph am 9. Juli 2018, 00:13 »
Allerdings... stinkert, aber schee...  :P :D

Liebe Grüße,
Christoph
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Pilzberater und PSV / Re: Tödlich giftiger Röhrling (Gattung Rubinoboletus)
« Letzter Beitrag von Christoph am 9. Juli 2018, 00:12 »
Servus Gernot...

Zitat
Sehr interessant, kannst du dazu vielleicht noch ein bisschen mehr schreiben (gerade was die genetischen Unterschiede betrifft)? Gerne natürlich auch in einem neuen Thema, falls das zu sehr off topic ist.

... gerne auch hier, zumal es ja noch nicht zitierfähig ist. Die anatomischen Unterschiede, z.B. Schnallenlosigkeit und andere Cystidenmaße, hat Vellinga ja bereits bei ihren Typusstudien veröffentlicht.

Ich hatte heuer in Stuttgart beim dortigen PSV-Treffen einen Vortrag über giftige "Riesenschirmlinge" gehalten und kam da auch auf Chl. venenatum zu sprechen. Bei der Diskussion meldete sich Björn Wergen, der auch anwesend war, zu Wort und bestätigte aus seiner Sicht den Artrang von Chl. venenatum und sagte, dass das auch genetisch gezeigt worden sei, aber noch nicht publiziert sei.

Insofern habe ich nur diese gerüchteweise Info, die erst spruchreif ist, wenn der entsprechende Artikel raus ist. Solange muss man noch warten. Mir reicht allerdings die Anatomie, um das Taxon abzutrennen - und auf welcher Rangstufe, ob als Varietät oder Art ist da ja erstmal nicht so wichtig.

Giftig sind wohl beide ;-).

Liebe Grüße,
Christoph
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Pilzberater und PSV / Re: Tödlich giftiger Röhrling (Gattung Rubinoboletus)
« Letzter Beitrag von Christoph am 9. Juli 2018, 00:07 »
Servus Till,

du musst gar kein schlechtes gewissen haben - im Gegenteil! Dieses Forum (und auch speziell dieses Board für Pilzberater) ist ja schließlich ganz bewusst ein "Service der BMG". Es geht ja gerade darum, dieses Forum als Informationsquelle und als Diskussionsforum einzusetzen. Insofern gehört für mich in meiner Interpretation des Projekts das Engagement hier auch zu meiner Tätigkeit als Vorstand des Vereins.

Du stiehlst mir daher keine Zeit - ich freue mich über Rückfragen und freue mich über jeden Dialog. Und wenn auch du dich beteiligst, lesen vielleicht wieder mehr Mitglieder der AMIS hier mit und die Inhalte, die ja gerade auch für Pilzberater gedacht sind, werden weiter getragen. Zudem habe ich ja die freie Wahl - ich schaue hier rein, wenn ich die Zeit dazu habe. Und wenn ich im Moment keine Zeit habe, antworte ich später.  ;)

Ich bin auch neugierig, was aus dem Fall geworden ist und ob die Pilze nachträglich besser bvestimmt wurden. Ich werde mal bei Gelegenheit bei Bettina Haberl nachfragen (Giftnotruf München) - vielleicht hat die Tox der TU München aktuellere Infos. Oder vielleicht kannst du deine Asutralien-Connections nutzen und mal dort direkt bei Mykologen nachfragen?!

Liebe Grüße,
Christoph  :)

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Expertenforum Mykologie / Re: Was ist Boletus satanoides sensu Singer?
« Letzter Beitrag von Christoph am 9. Juli 2018, 00:00 »
Servus Till,

noch ein kleiner Nachtrag:

Schau dir mal den Artikel von Wolfgang Klofac an:

Klofac W. (2003): Zur Interpretation von Purpurröhrlingen. Fritschiana (Graz) 42: 28–34. - online hier lesbar: https://www.zobodat.at/pdf/fritschiana_42_0040-0047.pdf (dort einfach auf S. 28 durchblättern, es ist das ganze Heft als eine Datei online.

Dort wird ausführlich auch über die Interpretation der früheren Beschreibungen diskutiert. Sehr lesenswert.

Liebe Grüße,
Christoph
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Pilzberater und PSV / Re: Tödlich giftiger Röhrling (Gattung Rubinoboletus)
« Letzter Beitrag von Gernot am 8. Juli 2018, 19:02 »
Servus, Christoph,

Chlorophyllum venenatum […] unterscheidet sich anatomisch und wie mir mündlich mitgeteilt wurde auch genetisch von Chl. brunneum

Sehr interessant, kannst du dazu vielleicht noch ein bisschen mehr schreiben (gerade was die genetischen Unterschiede betrifft)? Gerne natürlich auch in einem neuen Thema, falls das zu sehr off topic ist.

Schöne Grüße
Gernot
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