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Plattform für Pilzfreunde / Re: Junipilze 18
« Letzter Beitrag von Rudi am 4. Juni 2018, 18:41 »
Servus Christoph,

hoffentlich ist heut keiner durchgefallen.

Der Schwarze war schon schwer angeschlagen, steht aber noch im Wald- während die Hexen bereits im Friedhof lagen.
Allerdings hats dort in der Nähe auch nach Friedhof gestunken.
Was jüngeres schwarzes hatte ich heut auch.
Und noch a weng.

LG Rudi
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Junipilze 18
« Letzter Beitrag von Christoph am 3. Juni 2018, 23:15 »
Servus Rudi,

da ist der Schwarze aber no leichiger als die Netzhexe  ;D

In der Tat schöne Funde. Butyriboletus fuscoroseus ist eine Schau. Hemileccinum impolitum ist bei mir hier richtig selten (noch seltener als der B. fuscoroseus).

Heute wurde zu unserem Mirkoskopiernachmittag (Kartierungswochenende) ein schöner Satanspilz gebracht. Der ist im Raum München schon da. Anfang Juni hatte ich ihn auch noch nicht gesehen, aber in Tutzing schonmal Mitte Juni.
Und Hortiboletus engelii ist auch schon da (in München). Wurde auch heute gebracht, als wir und mit Miniascomyzeten und so netten Dingen wie einer Mallocybe (Inocybe dulcamara agg.) beschäftigt haben.

Liebe Grüße,
Christoph
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Servus beinand,

auch in Rothschwaig haben wir interessante Pilze finden können. Es gab sogar Lamellenpilze - Bolbitius vitellinus/titubans zeigte wohl an, dass direkt am Wegrand Vierbeiner gerne mal das Bein heben?! Dann hatten wir eine Inocybe dulcamara (relativ gut sensu stricto, aber... wie so oft), die mit Helianthemum vergesellschaftet ist.
Eine zweite Risspilzkollektion (diesmal "echte" Risspilze, keine Mallocybe) harrt der Bestimmung.
Die Waldfreundrüblinge, denen ich schon im Gelände die Gelbtöne in den Lamellen und am Stiel angesehen hatte, erwiesen sich als Gymnopus ocior (einer fast weiß ausgeblasst, das hatte ich bei G. ocior noch nicht erlebt, aber da ist es seeeeehr heiß/trocken).
Es gab auch schöne Ascomyzeten, so einen Dotideomyzeten an Flockenblumenstängel vom Vorjahr mit Sporen um die 50 Mikrometer Länge - hübsch, aber nich namenlos.
Cortis gab's auch - namentlich Hyphodontia arguta und Phanerochaete sordida - nicht selten, aber hübsch.
Dann gabs noch eine Conocybe, die noch benamst wird sowie die obligatorischen Mycenen.

Ich werde die Tage mehr an Infos bringen - morgen geht's aber erstmal an's Abitur. Der Prüfer sollte ausgeschlafen und fit sein ^^

Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Junipilze 18
« Letzter Beitrag von PilzMichi am 3. Juni 2018, 21:35 »
Hallo Rudi, Wahnsinn!!!
Z.t auch seltene Funde dabei und sehr schöne Aufnahmen!
LG Michi:)
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Plattform für Pilzfreunde / Junipilze 18
« Letzter Beitrag von Rudi am 3. Juni 2018, 20:04 »
Die Dicken kommen langsam ;)

LG Rudi
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Expertenforum Mykologie / Kartierungswochenende der BMG und des VfP München
« Letzter Beitrag von Christoph am 3. Juni 2018, 00:16 »
Servus beinand,

ich möchte die ersten Pilze von unserem Kartierungswochenende, das gerade läuft, vorstellen. Der Thread wird dann Stück für Stück gefüllt.

12 Aktive haben sich heute zur Kartierung des Naturwaldreservats Seeholz eingefunden. Wir haben sogar einige Agaricales-Arten gefunden. Nicht alle sind bereits bestimmt, manche harren auf dem Dörrex der Nachbearbeitung.

Im Moment umfasst die Artenliste 36 Namen, sie wird aber noch voller. Für Anfang Juni gar nicht so schlecht. Wäre jemand dabei gewesen, der kleine Becherlinge an Schilf bestimmen könnte (und an anderen Substraten), wäre die Liste viel länger. Es kommen aber noch ein paar Schilfarten dazu, die noch nachzubestimmen sind.

Zunächst zeige ich die ersten Bilder - noch nur aus dem Bino und Mikroskop, die anderen sind noch auf dem Kamerachip (morgen früh geht's ja weiter).

Zuerst etwas leuchtend oranges - diese schöne Hypomyces-Art wuchs sowohl an Trametes gibbosa als auch an Polyporus badius (ich nehme mal den alten Gattungsnamen, habe die Auftrennung nicht im Kopf). Hier ein Detailfoto mit den Perithecien:



Ach ja, es ist Hypomyces aurantius  :)

Dann ein Pilz an Schilf - das Seeholz grenzt ja an das Ammerseeufer - der Eichen-Hainbuchenwald geht in eine Art Weichholzaue (ohne Brennesseln) über, da der Wasserstand des Ammersees schwankt. Der Schilfgürtel zeigt natürlich das Standgewässer an, es gibt aber viele alte Weiden und Weidengebüsche (temporär überschwemmt) - wir haben da auch Risspilze gefunden, die noch bestimmt werden müssen.

Hier nun ein Becherling an Schilf, der extrem häufig war - Mollisia cf. retincola. Eigentlich passt alles - die langen Sporen, der Ölgehalt, die Kristallzone zwischen Excipulum und Subhymenium, die blaue Ascusreaktion, die Paraphysenform, die Ascusmaße, die Farbe (jung blass, alt gelb), das Substrat, die unseptierten Sporen... nur war die KOH-Reaktion negativ. Das passt nicht. Nur was kann es sonst sein?





Und hier noch was ganz besonderes (für mich) - ein rein weißer Rehbrauner Dachpilz. Pluteus cervinus ist zwar nicht so leicht von Pluteus hongoi abzutrennen (geht manchmal nur genetisch), aber hier passte alles - die Haken der Zystiden zeigten keinerlei Andeutungen von Bifurkation, die Cheilozystiden waren an der gesamten Lamellenschneide dominierend, die Schneide ist steril - natürlich keine Schnallen (betrifft beide Arten). Ein typischer Rehbrauner Dachpilz s.str. (die Artengruppe ist ja sehr tricky). Nur eben rein weiß.




Pluteus cervinus var. alba - Pleurozystiden mit einfachen, nicht verzweigten Haken


Pluteus cervinus var. alba - Cheilozystiden ohne Haken, keulig bzw, recht variabel

Justo et al. (2014) zeigen aber sogar solche Fruchtkörper.

Und zum Schluss des ersten Teils ein sehr häufiger, aber wenig beachteter Corticioider. Er wird in seiner Nebenfruchtform aquatisch verbreitet (asexuelle Schwimmsporen bzw. Mikrosklerotien) und kommt daher gerne dort an Holz vor, wo zeitweise Überschwemmungen sind. Hier war es ein Weidengebüsch fast am Seeufer. Seeeehr feucht. Im Mikroskop ist die Art unverkennbar - die Zystiden mit den parallel angeordneten Kristallen (in Längsreihen), die sehr langen Sporen, die Basidienform (mit interner Repitition - zumindest einmal). Makroskopisch fällt auf, dass die Fruchtkörper rein weiß sind, obwohl sie extrem dünn und flockig sind.





Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Rugosomyces ionides
« Letzter Beitrag von Rudi am 1. Juni 2018, 00:41 »
Liebe Freunde der schönen Köpfe,

ich hab ein paar düstere Bilder- immer noch unter falschem Namen- aber ich bin gerade dabei, meine pilzseite rundzuerneuern...

http://pilzseite.de/Pilzgalerie/Calocybe/obscurissima/FrameSet.htm

LG Rudi
 
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Servus beinand,

es hat jetzt seit Montag (inklusive) täglich geregnet, es war aber tagsüber teils unerträglich heiß. Heute Nachmittag konnte ich aber Restfeuchte (vor dem nächsten Gewitter) beim Gassigehen trotz der Hitze feststellen.
Ergo: Ich hoffe auf eine reiche Pilzausbeute. Wir werden eine nette, kleine Gruppe sein. Im Naturwaldreservat werden wir vermutlich von Mücken aufgefressen - aber wenn das mit schönen Pilzen belohnt wird, soll's so sein.
Und hinsichtlich Rothschwaig bin ich eh bester Dinge. Ich war letzte Woche schon mit Bernd Fellmann auf Vorexkursion - das ergab eine ganze Reihe neuer Arten für die Fläche (danke Bernd!), aber viele Aufsammlungen sind noch unsbestimmt. Zu seltsame Pilze auf der Fläche - dafür spannende Sachen. Vielleicht gibt es aber auch sogar Großpilze... schaun mer mal  :D

Es wird natürlich hier im Forum von beiden Exkursionstagen berichtet werden. Vielleicht mit etwas Verzögerung, denn es muss ja erstmal alles aufgearbeitet werden, aber nachträglich zeigen wir denen, die nicht mitkommen wollten oder konnten, was sie verpasst haben  ;)

Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Rugosomyces ionides
« Letzter Beitrag von Christoph am 31. Mai 2018, 22:28 »
Servus Gernot,

ich hatte bisher auch nur einen einzigen Fund - aber aus der Zeit vor meiner Digitalfotografie. Rugomsomyces obscurissimus fehlt der Blauanteil völlig und ist einheitlicher braun. Die Frage ist halt, ob das ausreicht, um den Artrang zu begründen. Ich weiß nicht, ob die beiden schon in irgendwelchen Stammbäumen auftreten - muss da mal nachrecherchieren.
Und es gibt ja auch insgesamt dunkle R. ionides - wenn da das Blau wegfallen würde... anatomisch scheint man nix gefunden zu haben, was die beiden trennt?! (Bin da gerade nicht up to date)

Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Rugosomyces ionides
« Letzter Beitrag von Gernot am 31. Mai 2018, 21:49 »
Servus, Christoph,

ich hatte noch nie einen eindeutigen R. obscurissimus in der Hand, deshalb kann ich dazu wenig sagen... Hias hat ihn hier schon einmal dokumentiert: http://www.interhias.de/schwammerlseiten/bestimmungen/2015/sonstige/fotoseiten/foto-078.html

Schöne Grüße
Gernot
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