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Sorry, meinte Montag in zwei Wochen.!
Thomas
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Danke dir Christoph.
Freu mich schon auf deinen Vortrag am Montag.
LG.
Thomas
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Expertenforum Mykologie / Schlüssel der europäischen Rhizopogon-Arten
« Letzter Beitrag von Christoph am 16. Februar 2018, 23:43 »
Servus beinand,

ich hatte in den letzten Tagen wegen eines Winterfundes einer Rhizopogon-Art korrespondiert (sie wurde gefunden, nicht von mir, und ich habe versucht, aus der Ferne zu helfen). Ich habe früher, d.h. Ende des 20. Jahrhunderts (klingt sehr pathetisch, ich weiß), nachdem ich die 1996 erschienene Monographie von María Paz Martín in die Hände bekam und die Autorin dann auch persönlich kennenlernte, mich sehr für die Gattung interessiert, aber leider nur wenige Arten live gesehen / gefunden (genau genommen nur drei: Rh. luteolus, Rh. roseolus s.l. und Rh. melanogastroides). Mein Konzept von Rh. luteolus war aber zu breit und ich habe vermutlich Rh. verii damals nicht beachtet / erkannt.

Anhand des Fundes (eine gelbe Knolle aus dem Rh.-luteolus-Formenkreis), über den ich mir jetzt mit Gedanken gemacht habe, kam ich auf die Idee, den Rhizopogon-Schlüssel von Maria ("Maripaz") ins Deutsche zu übertragen und dabei gleich durch eine aktuelle Interpretation von Rh. verii (anhand eines Artikels von Gunnar Hensel) zu ergänzen. Ansonsten habe ich den Schlüssel nur geringfügig ergänzt und die Begrifflichkeiten erklärend eingebaut.

Was hier noch fehlt, ist das Auseinanderdröseln des Rh.-roseolus-Formenkreises. Maripaz hat ja alles zusammengelegt, was sich aber neuerdings genetisch nicht halten lässt. Man kennt Clades, aber die genaue Zuordnung zu Bestimmungsmerkmalen fehlt teilweise. Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit, hier später weiter zu ergänzen.

Ich habe den Schlüssel auch als Word-Dokument angehängt (da das Layout mit den Punkten im Forum oft ziemlich durcheinandergeschüttelt wird).

Liebe Grüße,
Christoph

Schlüssel der Gattung Rhizopogon nach MARTÍN (1996), stellenweise ergänzt, z.B. nach HENSEL (2017) – von Christoph Hahn (Stand: 16.2.2018)

1  Sporen sehr auffallend geformt: Sporenwände an der Sporenbasis so verlängert, dass dort ein Becher entsteht  …………………………………………………………………………..…. „Rhizopogon“ melanogastroides
1* Sporen mit abgerundeter oder trunkater Basis, Basis nicht becherförmig ………….……………..………… 2

2(1) Peridie doppelschichtig, bei Douglasien, aber auch bei Tsuga, Picea, Abies, Pinus (etc.) ……………… ….……………………………………………………………………………………………………………………………………. Rh. villosulus
2* Peridie aus nur einer Schicht, bei diversen Nadelbäumen ……………………………………….………………….. 3

3(2) Rhizomorphen umhüllen gesamten Fruchtkörperoberfläche ……………………..…………………………….. 4
3* Rhizomorphen umhüllen nicht den gesamten Fruchtkörper, Scheitel ohne Rhizomorphen ….…... 14

4(3) Sporen mit Melzers Reagens kleine, dunkle Flecken bekommend ……………………………………………. 5
4* Sporen mit Melzers Reagens ohne dunkle Flecken…………………………………………………….………………… 6

5(4) Peridie ohne auffallende Hyphenbündel, sondern insgesamt aus parallel verlaufenden Hyphen aufgebaut …………………………………………………………………………………………………………….…………… Rh. ellenae
5* Peridie aus auffallenden Hyphenbündeln aufgebaut, die in unterschiedliche Richtungen verlaufen ………………………………………………………………………………………………………………………………….. Rh. fuscorubens

6(4) Peridie ohne auffallende Hyphenbündel, sondern insgesamt aus parallel verlaufenden Hyphen aufgebaut  ……………………………………………………………………………………………………………………………………….. 7
6* Peridie aus auffallenden Hyphenbündeln aufgebaut, die in unterschiedliche Richtungen verlaufen …………………………………………………………………………………………………………………………………………….…………… 8

7(6) Hyphen des Bereichs zwischen der Peridie und der Gleba mit auffallenden, lanzettlich-zugespitzten oder keuligen Endzellen (das sieht so aus, als wären an der Innenseite der Peridie Cystiden); Sporen zylindrisch bis ellispoid …………….………………………… Rh. subsalmonius
7* Ohne diese cystidenartigen Endzellen an der Innenseite der Peridie bzw. in der Zwischenschicht zwischen Peridie und Gleba; Sporen ellipsoid bis schiffchenförmig ……………..............…..……. Rh. subolivascens

8(6) Hyphenbündel der Peridie meist in einer Ebene (dort kreuz und quer) verlaufend …………………… 9
8* Hyphenbündel der Peridie in allen drei Raumrichtungen kreuz und quer verlaufend (im Schnitt sieht man immer wieder quer angeschnittene Hyphenbündel) ………………………………………………….. 11

9(8) Zumindest einzelne  Sporen an der Basis trunkat (manchmal schwierig zu beobachten, wenn nur angedeutet trunkat – zumindest ist dann die Sporenwand an der Sporenbasis erkennbar ausgedünnt); Peridie auf Druck und gerieben nicht rötend ………………………………………………………… 10
9* Alle Sporen an der Basis abgerundet, Sporenwand an der Basis so dick wie an den Seiten; Peridie auf Druck und gerieben rötend ………………………….……..…….………………………………………… Rh. occidentalis

10(9) Fruchtkörper meist kugelförmig; Rhizomorphen auf der Peridie relativ zart, rötlichbraun; mittlerer Sporenquotient  > 2,4; Sporen meist nur bis 3(-3,25)µm breit werdend ....……………… Rh. verii
10* Fruchtkörper meist unregelmäßig („kartoffelförmig); Rhizomorphen auf der Peridie kräftig, dunkelbraun, zum Untergrund kontrastierend; Sporenquotient < 2,4; Sporen bis 3,5(-4) µm breit werdend …………………………………………………………………………….…. Rh. luteolus

11(8) Zwischenräume der Hyphenbündel  der Peridie mit Nestern aus Kugelzellen ausgefüllt (nicht zu verwechseln mit quer geschnittenen Hyphenbündeln!) …………………………………………………………………. 12
11* Zwischen den Hyphenbündeln der Peridie ohne Kugelzellen ………………………………….… Rh. corsicus

12(11) Sporenbasis trunkat ……………………………………………………………………………………………………………. 13
12* Sporenbasis abgerundet, nicht trunkat ………………………………………………………………. Rh. aurantiacus

13(12) Peridie getrocknet violettschwarz; Basidien zylindrisch bis lageniform ….. Rh. ochraceorubens
13* Peridie getrocknet braun; Basidien keulenförmig …………………………………………………. Rh. subalpinus

14(3) Peridie schuppig ……………………………………………………………………………………………………………………. 15
14* Peridie glatt, ohne Schuppen …………………………………………………………………………………………………… 16

15(14) Schüppchen der Peridie isodiametrisch, aus parallel verlaufenden Hyphen aufgebaut …………..
………………………………………………………….………………………………………………………………………… Rh. rocabrunae
15* Schüppchen irregulär geformt, aus verwobenen, nicht parallel verlaufenden Hyphen aufgebaut …
……………………………………………….……………………………………………………………………………………… Rh. pannosus

16(14) Peridie insgesamt aus parallel verlaufenden Hyphen aufgebaut ………..……………………………….. 17
16* Peridie aus verwobenen Hyphen bzw. dünnen, kreuz und quer verlaufenden Hyphenbündeln aufgebaut ……………………………………………………………………………………………………………………………………… 20

17(16) Sporenbasis trunkat …………………………………………………………………………………………….. Rh. vinicolor
17* Sporenbasis abgerundet, nicht trunkat ……………………………………………………………………………………. 18

18(17) Sporen schiffchenförmig ……………………………………………………………………………… Rh. angustisepta
18* Sporen nicht schiffchenförmig ………………………………………………………………………………………………… 19

19(18) mit dickwandigen Brachybasidiolen (im jungen Hymenium werden auffallend dickwandige Basidiolen gebildet, die sich ablösen und möglicherweise als asexuelle Verbreitungseinheiten dienen) …………………………………………………………………………………….……… Rh. roseolus agg.
19* ohne auffallend dickwandige Brachybasidiolen (entsprechende ähnliche Strukturen sind dünnwandig) …………………………………………………………………………………………………………………... Rh. evadens

20(16) Sporenbasis trunkat ……………………………………………………………………………………………….. Rh. abietis
20* Sporenbasis abgerundet, nicht trunkat ……………………………………………………………………... Rh. marchii

Literatur:
HENSEL G (2017): Über eine unbeachtete Wurzeltrüffel – Rhizopogon verii Pacioni. Z. Mykol. 82(2): 349-353.
MARTÍN MP (1996): The genus Rhizopogon in Europe. Edicions especials de la Societat Catalana de Micologia 5: 1-173.
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Lieber Thomas...

prima, dass du so schnell nachmikroskopiert hast und das Ergebnis deine makroskopische Einschätzung bestätigt. Insoweit nochmals besten Dank.

Aber gerne doch (hätte ich aber ohnehin getan - ich hatte den ja nur nach hinten geschoben, weil das Material nicht sofort bearbeitet werden muss - zum Glück war es reif).

Zitat
Die von dir angegebene Seite (also der Link) ist dies irgendwie eine Unterseite von Asco France?

Nein, http://pyrenomycetes.free.fr ist ein Projekt von Jacques Fournier und Jean-François Magni (siehe http://pyrenomycetes.free.fr/welcome/slices1/authors.htm).

Zitat
Dir ein schönes Wochenende.

Dir auch :-)

Liebe Grüße,
Christoph
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Servus ihr beiden,

das ist aber jammerschade...  :'( Dann bleibt nur noch Hias als Hoffnungsträger (er macht ja gerne Belege - zum Glück). Jetzt, wo es diese Möglichkeit gibt...

Liebe Grüße,
Christoph
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Lieber Christoph,
prima, dass du so schnell nachmikroskopiert hast und das Ergebnis deine makroskopische Einschätzung bestätigt. Insoweit nochmals besten Dank.
Ich hab von Pyrenomyzeten kaum eine Ahnung, daher sind für mich deine Ausführungen eben besonders wertvoll.
Die von dir angegebene Seite (also der Link) ist dies irgendwie eine Unterseite von Asco France?
Dir ein schönes Wochenende.
LG.
Thomas
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Hallo, Peter & Christoph!

Von dem hier gezeigten Itzehoeer Fund habe ich leider auch kein Material behalten.
Da könnte man aber mal bei den Exkursionsteilnehmern von damals anfragen, ob noch jemand was eingelagert hat, oder ob jemand nochmal was von dort an Peltigera einsammeln könnte.

Von Arrhenia peltigerina hätte ich Material, aber das ist ja nun eine ganz andere Baustelle.
Sollte ich mal wieder sowas finden (egal mit welchem ökologischen Hintergrund) wird es einen Beleg geben.


LG, Pablo.
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Von meinem Fund gibt's leider kein Material mehr. :( Hoffentlich können Hias und Pablo aushelfen!

Schöne Grüße
Gernot
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Servus Peter,

perfekt! Finde ich richtig gut, wenn das klappen sollte (@Hias, @Gernot, @Pablo). Spannende Sache... Und die Möglichkeit, das über das Projekt laufen zu lassen, finde ich sowieso sehr gut.

Liebe Grüße,
Christoph
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Zitat
Und wenn es Funde aus dem Böhmerwald gibt, vielleicht gibt es ja die Mittel aus dem Interreg-Projekt, um den Status der Nadelstreuaufsammlungen (z. B. aus Guglöd) im Vergleich zu anderem Material (z.B. vom Hias von Peltigera) über Sequenzierung zu prüfen?!

Na denn Christoph,

das lässt sich einfädeln.

Beorn, Gernot & Hias,

wenn ihr schonend getrocknetes Material zu euren gezeigten Aufsammlungen entbehren könnt, dann sendet es doch an mich in Hohenau.

Das können wir dann mit dem Material aus Guglöd und ggf. aus REG vergleichen.

BG, Peter
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