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Pilzberater und PSV / Tödlich giftiger Röhrling (Gattung Rubinoboletus)
« Letzter Beitrag von Christoph am 1. Juli 2018, 01:35 »
Servus beinand,

ich hatte im Hinterkopf, dass es mal eine tödliche Vergiftung mit einem Röhrling gab und habe deshalb heute mal nachrecherchiert. Und ich wurde fündig...

Es gab in Australien einen Todesfall einer 53-jährigen Frau, die eine Kollektion Rubinoboletus verspeist hat. 10 Stunden nach der Pilzmahlzeit ist sie verstorben!

Der Fall wird hier online beschrieben: https://www.mja.com.au/journal/2005/182/6/fatal-muscarinic-syndrome-after-eating-wild-mushrooms

(hier als pdf des Fachartikels lesbar)

Nebenbei angemerkt:
Es gibt in Europa eine Rubinoboletus-Art, Rubinoboletus rubinus. Früher war sie unter dem Namen Chalciporus rubinus bekannt. Ich selber habe Rubinoboletus rubinus noch nie gefunden - wer weiß, ob dieser Röhrling schonmal gegessen wurde?! Sind bis auf die wenigen, bekannten Ausnahmen wirklich alle heimischen Röhrlinge essbar?

Ich finde solche Umkehrschlüsse (man kennt ein paar giftige - also sind alle anderen essbar) ohnehin gefährlich. Hier ist es aber spannend. Wer weiß, vielleicht ist Rubinoboletus rubinus giftig?!

Bei 123-Pilze wird er als essbar geführt: https://www.123pilze.de/DreamHC/Download/KreuzsporigerRoehrling.htm

Ihm wird sogar eine Wertigkeit gegeben (Wertigkeit "4"). Wurde er aber wirklich gegessen und getestet?

Ich finde es eh problematisch, so extrem seltene Pilze als Speisepilze zu bezeichnen - abgesehen vom Artenschutzaspekt ist aber die Frage, wie viele Personen die Pilzart schadlos verspeist haben, dass man sie noch als essbar bezeichnet. Besser wäre m.E. "Inhaltsstoffe nicht ausreichend bekannt" oder schlicht "Speisewert nicht ausreichend bekannt"

Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Junipilze 18
« Letzter Beitrag von Christoph am 30. Juni 2018, 23:02 »
Servus Pablo,

dass es etwas aus dem Phellinus-igniarius-Komplex ist, ist ja klar. Ich bezog mich jetzt nur rein auf die Makroskopie mit dem deutlichen, orange gefärbten Wulst und dachte daher an Phellinus igniarius s.str. - ob die Substratbindung so zu 100% klar ist, kann ich nicht beurteilen. Es ist aber natürlich gut möglich, dass du recht hast und es ein junger Phellinus alni ist. Ich finde den ganzen Komplex eh sehr schwierig  ;)

Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Junipilze 18
« Letzter Beitrag von Beorn am 29. Juni 2018, 19:16 »
N'Abend!

Wobei Phellinus igniarius s.str. ja eigentlich streng an Weide gebunden sein müsste?
Dann doch eher s.l., oder eben die Richtung Phellinus alni, also der oft an Eschen und Obstbäumen, aber auch sonst so an allem Möglichen Laubholz wächst?


LG, Pablo.
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Geniales Schwammerl! Danke für den Link.

LG
Hias
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Junipilze 18
« Letzter Beitrag von Christoph am 28. Juni 2018, 23:45 »
Servus Rudi,

was spricht eigentlich gegen Phellinus igniarius (s.str.)? Dazu passen doch die Sporen (äh, die Spore) und die kleinen, kurzen Setae, die an Haizähne erinnern. Makroskopisch käme es auch hin - selbst die Hutkante ist typisch für Ph. igniarius s.str.

Liebe Grüße,
Christoph
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Servus beinand,

die Sydowia bietet immer wieder Artikel als open access an. In der aktuellen Sydowia 70 findet man einen Artikel über Pluteus fenzlii. Dieser Dachpilz ist einfach nur wunderschön - der gelbe Hut, das gelbe Velum (!)...
In dem Artikel werden die Verbreitung, die Ökologie, Anatomie und die phylogenetische Position dieser spannenden Art ausführlich dargestellt. Zudem gibt es tolle Fotos dieser Art zu bewundern. Kurz gesagt: lesenswert!

Ihr findet den Artikel zum freien Lesen hier.

Das Zitat des Artikels lautet:

Holec J., Kunca V., Ševcíková H., Dima B., Kríž M. & Kucera M. (2018 "2017"): Pluteus fenzlii  (Agaricales, Pluteaceae) – taxonomy, ecology and distribution of a rare and iconic species. – Sydowia 70: 11–26.  DOI 10.12905/0380.sydowia70-2018-0011

(nicht alle Sonderzeichen der Autorennamen werden korrekt dargestellt, aber die meisten ^^)

Liebe Grüße und viel Spaß beim Lesen (lohnt sich!),
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Junipilze 18
« Letzter Beitrag von Beorn am 28. Juni 2018, 18:19 »
Hallo, Rudi!

Hm, wenn er denn Setae hat (egal wie die aussehen), ist es nicht punctatus.
Aber was es dann sein mag, da bin ich überfragt. Vielleicht eine komisch gewachsenes Exemplar einer Art, oder sogar ein "Fremdgänger", also der eigentlich an anderes Substrat gehört.

Deine Schwarzhütigen sollten dringend den Frisör wechseln, übrigens.  :D


LG, Pablo.
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Junipilze 18
« Letzter Beitrag von Rudi am 27. Juni 2018, 22:16 »
Servus Pablo,

nö, so deutlich pileat hab ich punctatus auch noch nie gesehen.
Inzwischen hab ich doch noch ein paar Setae gefunden, aber ziemlich mickerige, so etwa wie Haifischzähne...
Na gut, der Blutsee macht heute gute Miene zum bösen Spiel und hängt noch was an.

LG Rudi
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Expertenforum Mykologie / Re: Kartierungswochenende der BMG und des VfP München
« Letzter Beitrag von Christoph am 26. Juni 2018, 23:19 »
Servus beinand,

ich bin selbst auch noch hinsichtlich der Fotos etwas im Rückstand - Schuljahresendrallye - bald sind Ferien...

Jedenfalls liefere ich noch Fotos aus Rothschwaig nach.

Zunächst ein Corti, der sehr häufig ist, Phanerochaete sordida:



Klar, ohne Mikromerkmale sind Cortifotos meist nicht sehr aussagekräftig, aber man sieht, dass es eine Art ist, die große, kräftige Fruchtkörper bildet, die sich deutlich creme-gelb, später bis ins ockerliche, einfärben. Am Rand kann man Faserbüschel / Rhizomorphen erkennen. Phaenrochaete sordida ist vermutlich ein kleines Aggregat oder recht variabel. Die Gattung ist nicht allzu groß, die Bestimmung fällt oft recht leicht.

Als zweites einen Fund, der den ganzen Tag schon lohnenswert machte: ein Coprinellus. Klar sichtlich ist das Velum universale, das am Hut deutlich ocker ist. Dem Pilzchen fehlen aber Pileozystiden, Pleurozystiden und Schnallen! Cheilozystiden habe ich auch nicht gefunden, aber die Lamellen waren teils schon autolytisch und ich musste mich beeilen. Das Foto stammt ja noch aus dem Gelände. Keine Schnallen, keine Zystiden, bei Coprinellus? Sollte leicht bestimmbar sein...





Mit dem Schlüssel von Andreas Melzer - http://www.vielepilze.de/coprinus/copkey/ecopkey.pdf - kommt man in die Sektion Domestici und hier recht schnell auf Coprinellus deminutus. Das einzige Problem: unser Pilz ist zu groß... der Rest passt aber sehr gut. Daher bleibt es erstmal bei einem cf.: Coprinellus cf. deminutus.


Die dritte Art, die ich zeige, ist wohl nicht sooo selten, obwohl ich sie nicht so oft zu sehen bekomme. Vermutlich wird sie auch oft als normaler Waldfreundrübling misserkannt. Der Stiel zeigt leichte Gelbtöne, die Lamellen zeigen eine schwache bis sehr deutliche, zitronengelbe Färbung, der Hut ist typischerweise dunkel rötlichbraun und die Cheilozystiden unterscheiden sich von Gymnopus dryophilus und von Gymnopus aquosus. Wenn man aber auf dei Gelbtöne achtet, kann man die Art ganz gut makroskopisch festnageln, wie ich finde. Insofern ist das hier Gymnopus ocior:





Soweit erstmal, weitere Fotos folgen - auch mir zugeschickte,

liebe Grüße,
Christoph
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Expertenforum Mykologie / Re: Der Flammulina-Thread
« Letzter Beitrag von Christoph am 25. Juni 2018, 23:28 »
Servus Thorben,

ich hab's  :) - durch die Umstellung der Forensoftware waren ja die Bildlinks der Altbeiträge nicht mehr gültig. Die Bildadressen wurden geändert. Das heißt, ich muss nur die richtigen Bildadressen rüberkopieren und hier die Links so aktualisieren.

Ich mache das demnächst - bin gerade beruflich stark eingespannt. Dann sind die Bilder auch hier wieder online  ;)

Liebe Grüße,
Christoph

P.S.: wer findet zuerst Flammulina finlandica bei uns? Vermutlich muss man ins Gebirge, wo's finnisch kalt ist.
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