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Expertenforum Mykologie / Re: Gyromitra / Discina
« Letzter Beitrag von snowwhite am 3. Mai 2018, 12:16 »

(P.S.: @Rebecca, wenn du noch mitliest - ein überreifer Beleg wäre wirklich super...)

Hallo Christoph,
ich habe gestern 2 FK mit Erde entfernt. Entweder ich finde sie noch frisch oder gar nicht. Ich kann die mit Erde feucht halten und hoffen, dass sie vergammeln und nicht verschimmeln. Oder mit Erde verschicken. Das dürfte den Reifungsprozess beschleunigen.

Wegen der Oberflächentrockenheit sind die FK zurück gegangen. Ob Regen hilft?

Sollte ich nichts hören, versuche ich mich auf die Vergammelung von Gyromitra.  ;D
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Expertenforum Mykologie / Gyroporus-Schlüssel für Europa
« Letzter Beitrag von Christoph am 2. Mai 2018, 19:43 »
Hallo zusammen,

wie im Gyroporus-Thread schon angekündigt, habe ich einen Schlüssel für die Gattung gyroporus für Europa nach aktuellem Stand erstellt. Ich habe hier auf die vielen beschriebenen Varietäten von gyroporus cyansecens verzichtet, da nicht klar ist, zu welchen der neuen bzw. wieder anerkannten Arten sie gehören und welchen Status sie verdienen.

Die Abtrennung von Gyroporus cyanescens von Gyroporus pseudocyanescens verursacht Kopfzerbrechen, da die Autoren von Gyroporus pseudocyanescens nicht wirklich erklären konnten, wie man die neue Art von Gyroporus cyanescens s.str. abgesehen von Sequenzdaten unterscheiden kann. Ich habe hier die Sporenform verwendet, was aber mittels genügend Aufsammlungen überprüft gehört. Hier ist noch akuter Forschungsbedarf.

Trotz des einschränkenden Vorworts hier nun der Schlüssel (den ich wieder ebenfalls als Word-Dokument einstelle).

Liebe Grüße,
Christoph

Schlüssel der Gattung Gyroporus für Europa (C. Hahn, Stand vom 2.5.2018)


1 Fleisch an der Luft nicht blauend ……………….………………………………………………………………………..……….. 2
1* Fleisch an der Luft blauend …………………………………………………………………………………………………………. 4

2(1) Hut braun ………………………………………………………………………………………………………………..………………. 3
2* Hut hell, creme, gelblich, ockerlich ……………………………..….. Gyroporus cyanescens fm. immutabilis
Bem.: ob diese Form zu Gyroporus cyanescens s.str. gehört oder zu einer anderen Art des Formenkreises, muss noch geklärt werden.

3(2) Fleisch lachsrosa oder cremerosa; Sporenquotient >2,0; Hut lachrosalich bis braun, mit Ammoniakdampf innerhalb von 5 Minuten  rötend (rotbraun werdend); mediterrane Art, auf basenreichen Böden  ……………… ………………………………………………….…………….. Gyroporus ammophilus
Bem.: alte Fruchtkörper zeigen zudem schwach blauendes Fleisch; Gyroporus ammophilus gilt als stark Magen-Darm-giftig!
3* Fleisch rein weiß, ohne rosa bis lachsrosa Färbung; Sporenquotient <2,0; Hut zimtbraun bis braun, mit Ammoniakdampf nicht reagierend; nicht nur mediterran verbreitet, auf sauren Böden  ……….…  ……………………………………………………………………………………………………………………… Gyroporus castaneus

4(1) Stiel mit auffallendem Pseudoring (metavelangiocarpe Fruchtkörperentwicklung); Hut hell gelblich-ockerlich ……………………………………………………………………………………………………………………………. 5
4* Stiel ohne auffallende Pseudoringzone; Hut weiß, cremeweiß bis ockerlich gelblich oder braun .. 6

5(4) Sporen 8-11 x 4,5-6(-6,5) µm; Qav = 1,75-1,85; (nur?) bei Quercus  …........................................... …………………………………………………………………………………………………………… Gyroporus pseudocyanescens
5* Sporen 8,5-11 x 4,5-5,5 µm; Qav > 1,90; bei Pinus, Quercus, Fagus, Castaneus ………………………………
……………………………………………………………………………………………………….………. Gyroporus cyanescens s.str.
Bem.: die beiden Arten wurden aufgrund genetischer Unterschiede getrennt, jedoch wurde die morphologische Unterscheidung nicht diskutiert oder untersucht, das insbesondere Gyroporus cyanescens s.str. nicht nachdefiniert wurde. Insofern sind die beiden Arten momentan wohl nur sicher genetisch bestimmbar, bis entsprechende Trennmerkmale verifiziert wurden.

6(4) Hut jung lachsfarben bis rosabraun; Fleisch nur alt schwach blauend …… Gyroporus ammophilus
6* Hut jung milchweiß bis blass strohgelb; Fleisch schon jung und meist stark blauend ………………… 7

7(6) Stiel im Verhältnis zum Hutdurchmesser kurz – L/B ≤ 1; Hut jung milchweißlich, alt jedoch ockerlich mit großen, auffallenden, irregulär geformten, bräunlichen Schuppen; Qav < 1,75; mediterrane Art (?), bislang nur unter Pinus pinea und Quercus ilex bekannt …… Gyroporus lacteus
Bem.: vermutlich passt die Beschreibung nicht auch Gyroporus lacteus Quél. ss. Quél., da die Epitypisierung m.E. nicht zur Originalbeschreibung / dem Lektotypus passt.
7*Stiel länger als der Hut breit ist – L/B >1,5; Hut weiß, milchweiß bis cremeweiß, auch alt ohne auffallende, große Schuppen; Qav >1,75; (nur?) unter Pinus pinaster auf Sandböden ………………………
………………………………………………………………………………………………………………… Gyroporus pseudolacteus
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Expertenforum Mykologie / Der Gyroporus-Thread
« Letzter Beitrag von Christoph am 2. Mai 2018, 19:37 »
Hallo zusammen,

in der Gattung Gyroporus hat sich in den letzten Jahren auch einiges getan – aber leider ist manches meiner Meinung nach sehr unglücklich gelaufen.

Gyroporus cyanescens ist offenbar ein Artenaggregat, Gyroporus castaneus ebenfalls. Das ist erstmal rein wertneutral und macht einen eigenen Thread zum Diskutieren und Wissen Sammeln in Bezug auf die kleine Gattung Gyroporus zwar nicht nötig, aber vielleicht durchaus interessant und hilfreich.

Und nun zum Eingemachten...

Vizzini et al. (2015) haben einen Lectotyp für Gyroporus cyanescens festgelegt (Farbtafel), was natürlich sinnvoll ist. Zudem haben sie aber einen Epitypus definiert und (mal wieder) keine Beschreibung, geschweige denn Mikromerkmale zu dem Epitypus angegeben. Nicht einmal Sporenmaße, gar nichts! Dabei beschreiben  Moreno, Carlavilla, Heykoop, Manjón & Vizzini in Crous et al. (2017) später beispielsweise Gyroporus pseudocyanescens, ohne da dann Gyroporus cyanescens nachzudefinieren. Will man Arten von einer alten, eingeführten Art abtrennen, epitypisiert die alte Art, dann sollte man doch bitte diesen Epitypus doch zumindest mikroskopieren und beschreiben. So hat man nur ein Foto und kann sehen und lesen, dass der Fund unter Pinus sylvestris gesammelt wurde. Für mich ist das ein ad absurdum Führen der Epitypisierung und sollte vom Code verboten werden.

Kurz gesagt – es wurden nachträglich Gyroporus (Vizzini et al. 2015), Gyroporus pseudolacteus (Moreno, Carlavilla, Heykoop, Manjón & Vizzini in Crous et al. 2016) und Gyroporus pseudocyanescens (Moreno, Carlavilla, Heykoop, Manjón & Vizzini in Crous et al. 2017) von Gyroporus cyanescens abgetrennt. All diese Arten wurden definiert, nur eben Gyroporus cyanescens s.str. nicht, obwohl dieser von Vizzini et al. (2015) epitypisiert wurde.

Und das zweite Problem, das nun wirklich Kopfzerbrechen erzeugt… Gyroporus lacteus wurde ebenfalls lectotypisiert (Farbtafel) – Vizzini et al. (2015). Das Problem: die Abbildung zeigt einen rein weißen Pilz mit sehr schmalem Hut und sehr langem Stiel. Ein zweites Bild zeigt ein Fruchtkörperstück, bei dem der Stiel aber vermutlich auch länger als der Hut breit ist. Später wurde dann aber Gyroporus pseudolacteus dadurch abgetrennt, dass dieser einen im Vergleich zur Hutbreite langen Stiel hat, während Gyroporus lacteus einen kürzeren Stiel als die Hutbreite haben soll bzw. maximal der Stiel so lang sein soll wie der Hut breit. Insofern zeigt der Lectotypus von Gyroporus lacteus das, was später als Gyroporus pseudolacteus beschrieben wurde.

Der Epitypus von Gyroporus lacteus ist vermutlich (laut Beschreibung) das kurzstielige Taxon, der Lektotypus das langstielige Taxon. Also was denn nun? Erschwerend kommt hinzu, dass Gyroporus pseudolacteus einen glatten, hellen Hut haben soll, während der Hut von Gyroporus lacteus im Alter gelb ist und auffallende Schuppen entwickelt. Der Ikonotypus von Gyroporus lacteus zeigt „natürlich“ einen milchweißen Hut und keinerlei Schuppen.

Hat Quelét also nicht unter seinem Gyroporus lacteus das gemeint, was später als Gyroporus pseudolacteus neu beschrieben wurde? Nur ist der Epitypus von Gyroporus lacteus eben nicht Gyroporus pseudolacteus.

Kurz gesagt: ein völlig unnötiges Chaos, bedingt durch vorschnelle Epitypisierung und durch die „Weigerung“, die Epitypisierung von Gyroporus cyanescens durch eine Beschreibung zu ergänzen. Das Problem: die Beschreibungen in den gängigen Bearbeitungen dürften eine Vermischung aller vier Arten sein.

Ich habe versucht, mich durch den Dschungel zu kämpfen und das Chaos etwas zu ordnen. Ich habe daher einen provisorischen Schlüssel der Gattung Gyroporus aufgestellt, der zumindest versucht, die neuen Arten aufzutrennen. Über Sequenzierung scheint die Trennung zu gehen, aber auch da sind die Angaben teils kryptisch. Oder anders gesagt:  Ich bin von der Aufdröselung des Gyroporus-cyanescens-Komplexes enttäuscht.

Gyroporus castaneus ist dann als nächstes dran… auch das scheint ein Artenkomplex zu sein. Die Abtrennung von Gyroporus ammophilus (Castro & Freire 1995) ist im Vergleich zu dem, was Moreno, Vizzini (et al.) im Gyroporus-cyanescens-Komplex „angestellt“ haben, sehr klar und griffig.

Literatur:

Castro ML , Freire L (1995): Gyroporus ammophilus, a new poisonous bolete from the Iberian Peninsula. Persoonia 16(1): 123-126.

Crous, PW; Wingfield, MJ; Burgess, TI; Hardy, GESt.J; Crane, C; Barrett, S; Cano-Lira, JF; Le Roux, JJ; Thangavel, R; Guarro, J; Stchigel, AM; Martín, MP; Alfredo, DS; Barber, PA; Barreto, RW; Baseia, IG; Cano-Canals, J; Cheewangkoon, R; Ferreira, RJ; Gené, J; Lechat, C; Moreno, G; Roets, F; Shivas, RG; Sousa, JO; Tan, YP; Wiederhold, NP; Abell, SE; Accioly, T; Albizu, JL; Alves, JL; Antoniolli, ZI; Aplin, N; Araújo, J; Arzanlou, M; Bezerra, JDP; Bouchara, J-P; Carlavilla, JR; Castillo, A; Castroagudín, VL; Ceresini, PC; Claridge, GF; Coelho, G; Coimbra, VRM; Costa, LA; da Cunha, KC; da Silva, SS; Daniel, R; de Beer, ZW; Dueñas, M; Edwards, J; Enwistle, P; Fiuza, PO; Fournier, J; García, D; Gibertoni, TB; Giraud, S; Guevara-Suárez, M; Gusmão, LFP; Haituk, S; Heykoop, M; Hirooka, Y; Hofmann, TA; Houbraken, J; Hughes, DP; Kautmanová, I; Koppel, O; Koukol, O; Larsson, E; Latha, KPD; Lee, DH; Lisboa, DO; Lisboa, WS; López-Villalba, Á; Maciel, JLN; Manimohan, P; Manjón, JL; Marincowitz, S; Marney, TS; Meijer, M; Miller, AN; Olariaga, I ; Paiva, LM; Piepenbring, M; Poveda-Molero, JC; Raj, KNA; Raja, HA; Rougeron, A; Salcedo, I; Samadi, R; Santos, TAB; Scarlett, K; Seifert, KA; Shuttleworth, LA; Silva, GA; Silva, M; Siqueira, JPZ; Souza-Motta, CM; Stephenson, SL; Sutton, DA; Tamakeaw, N; Telleria, MT; Valenzuela-Lopez, N; Viljoen, A; Visagie, CM; Vizzini, A; Wartchow, F; Wingfield, BD; Yurchenko, E; Zamora, JC; Groenewald, JZ. (2016): Fungal Planet description sheets: 469–557. Persoonia 37: 218-403

Crous, PW; Wingfield, MJ; Burgess, TI; Hardy, GEStJ; Barber, PA; Alvarado, P; Barnes, CW; Buchanan, PK; Heykoop, M; Moreno, G; Thangavel, R; van der Spuy, S; Barili, A; Barrett, S; Cacciola, SO; Cano-Lira, JF; Crane, C; Decock, C; Gibertoni, TB; Guarro, J; Guevara-Suarez, M; Hubka, V; Kolařík, M; Lira, CRS; Ordoñez, ME; Padamsee, M; Ryvarden, L; Soares, MA; Stchigel, AM; Sutton, DA; Vizzini, A; Weir, BS; Acharya, K; Aloi, F; Baseia, IG; Blanchette, RA; Bordallo, JJ; Bratek, Z; Butler, T; Cano-Canals, J; Carlavilla, JR; Chander, J; Cheewangkoon, R; Cruz, RHSF; da Silva, M; Dutta, AK; Ercole, E; Escobio, V; Esteve-Raventós, F; Flores, JA; Gené, J; Góis, JS; Haines, L; Held, BW; Horta Jung, M; Hosaka, K; Jung, T; Jurjević, Ž; Kautman, V; Kautmanova, I; Kiyashko, AA; Kozanek, M; Kubátová, A; Lafourcade, M; La Spada, F; Latha, KPD; Madrid, H; Malysheva, EF; Manimohan, P; Manjón, JL; Martín, MP; Mata, M; Merényi, Z; Morte, A; Nagy, I; Normand, AC; Paloi, S; Pattison, N; Pawłowska, J; Pereira, OL; Petterson, ME; Picillo, B; Raj, KNA; Roberts, A; Rodríguez, A; Rodríguez-Campo, FJ; Romański, M; Ruszkiewicz-Michalska, M; Scanu, B; Schena, L; Semelbauer, M; Sharma, R; Shouche, YS; Silva, V; Staniaszek-Kik, M; Stielow, JB; Tapia, C; Taylor, PWJ; Toome-Heller, M; Vabeikhokhei, JMC; van Diepeningen, AD; Van Hoa, N; Van Tri, M; Wiederhold, NP; Wrzosek, M; Zothanzama, J; Groenewald, JZ. (2017): Fungal Planet description sheets: 558–624. Persoonia 38: 240-384.

Vizzini A, Angelini C, Ercole E (2015): Molecular confirmation of Gyroporus lacteus and typification of Boletus cyanescens. Phytotaxa 226(1): 27-38.

Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Aprilpilze
« Letzter Beitrag von blacky am 2. Mai 2018, 18:56 »
Lieber Rudi,
die hatte ich auch noch nicht mal im Mai, aber das ist wohl eher eine Hexensuchschwäche meinerseits ;D
VG
Thomas
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Aprilpilze
« Letzter Beitrag von Rudi am 2. Mai 2018, 17:33 »
Ja Thomas,

Daldinia concentrica sl und Flockenhexen- die hatt ich im April wohl noch nie ;D

LG Rudi
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Aprilpilze
« Letzter Beitrag von blacky am 2. Mai 2018, 14:09 »
Rudi servus,
die Ketten sind Klasse.
Ist das 2. was in Richtung Daldinia und das 3. eine Hexe?
VG
Thomas
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Plattform für Pilzfreunde / Maipilze 18
« Letzter Beitrag von Rudi am 2. Mai 2018, 12:01 »
So ein Jahr Monatspilze ist vorbei.
Gleich gehts weiter, denn die Maipilze kommen- die schönen Köpfe sind allerdings großteils schon hohl.
Und die Morcheln sind auch schon verschwunden, kaum da sie -sehr spärlich- erschienen sind.
Aber sonst gibts schon einiges. Gestern durfte ich Lothar Krieglsteiner bei einer Frühlingswanderung begleiten...

LG Rudi
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Aprilpilze
« Letzter Beitrag von Rudi am 2. Mai 2018, 00:29 »
Servus Thomas und co,

Ketten anderer Art hab ich auch in der globospora gefunden.
Und noch a bisserl nachzutragendes aus dem April.

LG Rudi
49
Expertenforum Mykologie / Aktuell: zwei hypogäische Rotfußröhrlinge i.w.S.!
« Letzter Beitrag von Christoph am 1. Mai 2018, 18:15 »
Hallo zusammen,

in der Mycologia ist gerade ein Artikel erschienen (online-preview), in dem gezeigt wird, dass "Hymenogaster" macmurphyi und "Splanchnomyces" behrii beide gattungstechnisch falsch einsortiert wurden. Es handelt sich hier um Vertreter der Gattung Xerocomellus, also der Rotfußröhrlinge im weiteren Sinn. Entsprechend wurden sie gerade zu Xerocomellus umkombiniert:

Xerocomellus macmurphyi und Xerocomellus behrii.

Wer die Namen nicht kennt - es sind nordamerikanische Arten. In Nordamerika ist auch die Hypogäen-Diversität deutlich größer als bei uns. Unabhängig davon, ob hier heimisch oder nicht, finde ich es interessant, dass es hypogäische Rotfüßchrn gibt. Xerocomellus behrii zeigt sogar längsrippige Sporen. Bei Xerocomellus macmurphyi ist das Ornament mehr platt-warzig.

Hier das Zitat des Artikels:
Matthew E. Smith, Michael A. Castellano & Jonathan L. Frank (2018): Hymenogaster macmurphyi and Splanchnomyces behrii are sequestrate species of Xerocomellus from the western United States, Mycologia, DOI: 10.1080/00275514.2018.1465299
Online publiziert am 18.4.2018

Liebe Grüße,
Christoph
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Servus beinand,

ich möchte noch einen Artikel empfehlen:

Takashi Shirouzu, Dai Hirose, Franz Oberwinkler, Norihiro Shimomura, Nitaro Maekawa & Seiji Tokumasu (2013): Combined molecular and morphological data for improving phylogenetic hypothesis in Dacrymycetes, Mycologia, 105:5, 1110-1125, DOI: 10.3852/12-147

Hier ein paar wenige Teilaspekte dieses Papers:

"Ditiola" radicata bildet zusammen mit Dacrymyces capitatus und Dacrymyces lacrymalis einen eigenen Clade, wobei Dacrymyces capitatus die Schwesterart ist. Und Ditiola peziziformis hat nichts mit "Ditiola" radicata zu tun. Der weiße Farbton an der Außenseite ist folglich kein Kriterium für Monophylie.

Dacrymyces stillatus und Dacrymyces minor sind demzufolge interessanterweise Geschwisterarten, die aber innerhalb der Gallertränen s.l. entfernt von der anatomisch auch ähnlichen Dacrymyces-capitatus-Gruppe stehen. Das "bestätigt" zumindest meine Probleme, zwischen beiden sauber trennen zu können (abgesehen von der Nebenfruchtform).

Dacrymyces punctiformis gehört wiederum nicht zu Dacrymyces, sondern in eine andere Familie, und zwar den Cerinomycetaceae.

Dacrymyces unisporus fällt aus den Dacrymycetales raus und erhält eine eigene Ordnung. Alles fließt... das System ist noch alles andere als stabil.

Der Stammbaum basiert auf einer Multigenanalyse: D1D2, 18S, ITS und rpb2.

Liebe Grüße,
Christoph
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