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Expertenforum Mykologie / Lophodermium paeoniae - Ascomyzet an Pfingstrose
« Letzter Beitrag von Christoph am 22. Mai 2018, 01:32 »
Hallo zusammen,

nachdem Pfingsten vorbei ist, lohnt es sich vielleicht, auch mal tote Stängel von Pfingstrosen näher zu betrachten. Da ich selber keinen Garten habe und folglich auch keine Pfingstrosen, möchte ich einfach Gartenbesitzer dazu aufrufen, mal nach Lophodermium paeonia Ausschau zu halten.

Hintergund ist, dass ich zufällig auf Ascofrance einen Fund von Annemarie Gallé entdeckt habe, den Gernot (Friebes) bestimmt hat  - ganz aktuell vom 14.5.2018 - aus der Steiermark. Da dachte ich mir, was in Österreich wächst, kann ja auch in Bayern zu finden sein.

Tolle Fotos (Makro und Mikro) von der Aufsammlung findet man hier: http://www.ascofrance.fr/recolte/4572/leotiomycetes-rhytismatales-rhytismataceae-lophodermium-paeoniae#

Vielleicht kann Gernot bei Gelegenheit noch Näheres zu dem Fund schreiben.

Falls jemand an Pfingstrosen fündig wird, wäre es super, wenn es hier Rückmeldung gäbe ;-)

Liebe Grüße,
Christoph
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Servus Peter...

danke für die interessante Info.

gern geschehen.

Zitat
Welchen Anteil hat denn das Sammeln von Wildpilzen im Verhältnis zu Habitatverlusten am vermuteten Rückgang selbiger?

Auf was beziehst du dich hier? Auf Wildpilze generell, auf Wildpilze in Spanien oder bei uns? Ich fürchte, ich kann auf die Frage keine Antwort geben.

Zitat
Wie wurden denn die Mengen in der von dir zitierten Quelle ermittelt? Nach offiziellen Marktanteilen?

Es wurden offizielle Export- und Marktzahlen aus Spanien zugrunde gelegt, was die Trüffelernte angeht. Es wurden auch weltweite Umsatzzahlen spanischer Händler recherchiert und zugrunde gelegt. Das Journal ist renommiert, insofern gehe ich davon aus, dass das Review-System hier auch geprüft hat, ob alles belastbar ist. Es geht um das kommerzielle Sammeln, nicht um privates Sammeln. Du kannst es ja nachlesen - der Artikel ist sehr ausführlich

Zitat
Die Tatsache, das immer weniger Trüffeln aus Wildsammlungen in Frankreich, Italien und Spanien auf den Markt kommen, ist ja nicht neu.

Nein, natürlich nicht. Diese Studie ist aber recht aktuelle und sie ist eben sehr umfangreich.

Zitat
Worauf ich hinaus möchte. Was bringen solche Vermutungen wie "Kombination aus Habitatsverlust, Sammeln und Klimawandel", wenn sie nicht differenziert nachgewiesen sind?

Woher nimmst du jetzt diese Aussage? Die Aussagen der Autoren sind durch weitere Verweise auf frühere Publikationen zumindest nicht per se Vermutungen. Man müsste dies erstmal prüfen - ich gehe erstmal davon aus, dass die Grundlagen seriös erhoben wurden. Ich habe auch nur den Artikel zusammengefasst und hierbei, weil die Aussage, die du jetzt hinterfragst, deutlich ist, auch die dazu gehörige Hintergrundquelle angegeben. Der Autor dieser Quelle ist Coautor des von mir zusammengefassten Artikels.

Zitat
Wie verträgt sich die These "Übersammeln von Speisetrüffeln" mit den Studien von Egli et al., nach denen die Einflüsse des Sammelns marginal sind?

Egli et al. haben nicht das Graben nach Trüffeln untersucht, insofern kann man diese Studien nicht als Vergleich anwenden. Das wäre unseriös. Zudem ist die Studie von Egli et al. auch partiell angreifbar - sie ist wenig reproduzierbar, da der Einfluss der Bearbeiter / Bestimmer auf die Datensätze recht groß ist. Zudem ist es trotz der langen Laufzeit der Studie kaum bis nicht möglich, Langzeiteffekte aufzuzeigen. Die Lebensdauer mancher Myzelien übersteigt die Länge der Studie. Zudem wurde nur der Einfluss des Sammelns auf die Fruktifikationsleistung der besammelten Myzelien untersucht und nicht die möglicherweise veränderte Neuansiedlungsrate imn der Umgebung. Ich bemühe mal folgenden Vergleich: sammle ich in einem Eichenwald 30 Jahre lang alle Eicheln, so werde ich feststellen, dass die Bäume, die die Eicheln produzieren, davon recht unabhängig weiter Eicheln produzieren. Die Eichenverjüngung in der Umgebung dürfte aber (logischerweise) zurückgehen. Insofern ist die Studie, so interessant sie ist, nicht in Bezug auf alles, was ihr nachgesagt wird, aussagekräftig.

Zitat
Welchen Anteil haben die zunehmenden Wildschweinpopulationen?
Welchen Anteil haben die Überdüngung der Lebensräume und Aufgabe der Streunutzung?

Da ich selber nicht in Spanien lebe und keine Datengrundlage dazu habe, kann ich diese Fragen auch nicht beantworten.

Mir scheint, dass du die Studie, die ich zitiert habe, sehr kritisch siehst, ohne sie aber gelesen zu haben. Mein Vorschlag: lies sie - und wenn dich das Thema so interessiert, was ich gut finde, kannst du die Autoren sicher auch anschreiben. Ich denke, sie freuen sich über Feedback, auch über kritisches.

Zitat
Nicht, dass ich missverstanden werde. Ich bin gegen das Sammeln von gesetzlich geschützten Arten.

Darum geht es auch nicht, jedenfalls nicht in Spanien. Zudem geht es hier um die kommerzielle Nutzung, also der Landwirtschaft in mykologischem Sinn (eben inkl. Plantagen).

Zitat
Aber ich muss tagtäglich die immense Zerstörung von Lebensräumen in unserer industrialisierten Landwirtschaft erleben und halte das Anprangern von Pilzsammlern im Zusammenhang mit Artenrückgang für kaum relevant und nützlich.

Wo werden denn Üilzsammler angeprangert? Ich sehe, dass du kein Freund der industrailisierten Landwirtschaft bist, dabei geht es da ja auch nur um die kommerziellen Interessen der Landwirte. Sie düngen ja nicht, weil sie was kaputt machen wollen, sondern weil sie so mehr Umsatz pro Fläche erzielen. In China werden Wälder auch nicht zerstört, weil jemand sie kaputt machen will, sondern weil das kurzfristig einen kommerziellen Erfolg beschert.
Wie ich ja schrieb - Landwirtschaft, also kommerzielle Landnutzung - ist in meinen Augen kein Naturschutz. Eigentlich müsstest du das dann ja sehr ähnlich sehen.

Zitat
Falls du neuere, belastbare Erkenntnisse als die von Egli et al. zum geringen Einfluss des Sammelns auf die Populationen hast, freue ich mich natürlich über Info's dazu.

Siehe oben. Und ich bin mir sicher, dass die Autoren der Studie kein Totschlagargument gegen jede Untersuchung hinsichtlich kommerzieller Nutzung der Pilze liefern wollten. Und wie gesagt -auf Trüffeln ist die Studie nun wirkluch nicht anwendbar.

Liebe Grüße,
Christoph



 
[/quote]
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Zitat
Ich zitiere Garcia-Barreda et al. (2017: ): "Declining black truffle harvest has been generally attributed to a combination of factors including habitat deterioration, overharvesting and climate change (Reyna 2012b)."

Hallo Christoph,

danke für die interessante Info.

Welchen Anteil hat denn das Sammeln von Wildpilzen im Verhältnis zu Habitatverlusten am vermuteten Rückgang selbiger?
Wie wurden denn die Mengen in der von dir zitierten Quelle ermittelt? Nach offiziellen Marktanteilen?

Die Tatsache, das immer weniger Trüffeln aus Wildsammlungen in Frankreich, Italien und Spanien auf den Markt kommen, ist ja nicht neu. Schon in Volbracht 2012 wurde darauf mit eindrucksvollen Zahlen eingegangen:
Ich zitiere mich selbst aus meiner ZfM-Rezension aus Trüffeln – Mythos und Wirklichkeit, Christian Volbracht 2012:
Zitat
In den Kapiteln „Vom Bauernwald zur Plantage“ und „Kultur und Kommerz“ wird der Leser über die Geschichte der Trüffelkultur, moderne Anbaumethoden und die Marktgesetze aufgeklärt. Die beeindruckende Menge von 2000 Tonnen wurde 1890 allein in Frankreich offiziell umgesetzt. Dagegen zeigen die in den letzten zehn Jahren im Durchschnitt pro Saison erreichten 34 Tonnen, in welchem Zustand die durch intensive Landwirtschaft ausgebeutete Natur inzwischen ist.

Worauf ich hinaus möchte. Was bringen solche Vermutungen wie "Kombination aus Habitatsverlust, Sammeln und Klimawandel", wenn sie nicht differenziert nachgewiesen sind?
Wie verträgt sich die These "Übersammeln von Speisetrüffeln" mit den Studien von Egli et al., nach denen die Einflüsse des Sammelns marginal sind?
Welchen Anteil haben die zunehmenden Wildschweinpopulationen?
Welchen Anteil haben die Überdüngung der Lebensräume und Aufgabe der Streunutzung?

Nicht, dass ich missverstanden werde. Ich bin gegen das Sammeln von gesetzlich geschützten Arten.

Aber ich muss tagtäglich die immense Zerstörung von Lebensräumen in unserer industrialisierten Landwirtschaft erleben und halte das Anprangern von Pilzsammlern im Zusammenhang mit Artenrückgang für kaum relevant und nützlich. Falls du neuere, belastbare Erkenntnisse als die von Egli et al. zum geringen Einfluss des Sammelns auf die Populationen hast, freue ich mich natürlich über Info's dazu.

Beste Grüße, Peter



 
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Hallo zusammen,

in Spanien werden einige Pilzarten intensiv kommerziell genutzt. Dazu gehören neben Steinpilzen und Reizkern auch Schwarze Trüffeln. Garcia-Barreda et al. (2017) haben die Mengen an Schwarzen Trüffeln, die in Spanien gesammelt und kultiviert werden, verglichen und ausgewertet.

Dabei zeigt sich, dass die Zahl kultivierter Trüffeln deutlich steigt, während die wild gesammelte Menge deutlich abnimmt. Die Trüffel"produzenten" steigen also um auf Trüffelplantagen.

Interessant sind die Gründe für das verringerte Wildsammeln - denn Plantagen sind auch aufwändig.

Ich zitiere Garcia-Barreda et al. (2017: ): "Declining black truffle harvest has been generally attributed to a combination of factors including habitat deterioration, overharvesting and climate change (Reyna 2012b)."

Die Studie von Reyna 2012 - Reyna S (2012b) Sostenibilidad de la truficultura: aspectos ecológicos,
económicos y sociales. In: Reyna S (ed) Truficultura: Fundamentos y técnicas, 2nd edn. Mundi-Prensa, Madrid, p 49–71. - habe ich nicht gelesen bzw. nicht vorliegen.

Leider hat der Artikel keine Seitenzahlen (ist wohl modern, bei Onlinepublikationen Seiten wegzulassen...), weshalb ich die Zitate nicht genau angeben kann - aber man findet die entsprechenden Passagen schnell. Daher noch ein zweites Zitat:

"In recent years sustainability issues in public forests have been exacerbated by collective harvesting arrangements. As a result of decline in productivity, forests become economically unattractive to private harvesters, with municipality councils offering the floor price in auctions. Thus, every year residents interested in harvesting put their name down and share the rent."

Aber nicht nur in Spanien wird übernutzt und übersammelt. In China ist es noch extremer:

"Wild T. melanosporum decline in Spain is not a unique case among edible fungi. In China, the native T. indicum is intensively harvested for commercial purposes since the late 1980s, when it was originally exported to Europe. Its price sharply increased and pure extractivism and damaging picking techniques have been indicated as the general rule (Wang and Liu 2010). Wang (2013) reported that harvests
decreased by 30–50% in recent years, after about 30 years of intensive use, no harvesting regulation and no resource management."

Es ist wohl wie immer in unserer Welt. Sobald kommerzielle Interessen im Konflikt mit Natur- bzw. Biotopschutz stehen, hat der Schutz das Nachsehen. Die Wälder werden solange ünernutzt und überbesammelt, bis es sich nicht mehr lohnt, zu suchen, weil die Wildpopulationen einbrechen. Dann steigt man zur Kultur um. Vielleicht hilft das ja, dass sich sowohl die Wälder als auch die Artenzusammensetzung der Funga wieder regenerieren. Der Klimawandel kommt ja ohnehin als Druck auf die Artengemeinschaft dazu - da kann man grabende Trüffeljäger nicht auch nich gebrauchen. Aus China kenne ich Beschreibungen vom Zustand der Wälder von Augenzeugen. Dort wird (zumindest da, wo nach Trüffeln gejagt wird) teils hemmungslos  umgegraben und zerstört.

Da bin ich ganz froh, dass Trüffeln bei uns vollkommen geschützt sind. Und was die Vermarktung heimischer Trüffeln angeht, sind ja auch hier Plantagen ein Thema. Das nimmt dann den Sammeldruck ohnehin.

Hier das Zitat der Arbeit:
Sergi Garcia-Barreda, Ricardo Forcadell, Sergio Sánchez, María Martín-Santafé, Pedro Marco, J. Julio Camarero & Santiago Reyna (2017): Black Truffle Harvesting in Spanish Forests: Trends, Current
Policies and Practices, and Implications on its Sustainability. Environmental Management DOI 10.1007/s00267-017-0973-6

Liebe Grüße,
Christoph
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Expertenforum Mykologie / Re: Pilze an Xanthoria - Weltschlüssel
« Letzter Beitrag von Christoph am 21. Mai 2018, 18:59 »
Liebe Lichenicolen-Freunde,

es gibt ein neues Update des Schlüssels. Ich habe eben die Publikation Brackel, W. v. & Puntillo, D. 2016. New records of lichenicolous fungi from Calabria (southern Italy), including a first checklist. Herzogia 29: 277–306 entdeckt.

Hier geht es unter anderem um Didymocyrtis-Arten an Xanthoria. So wurde von einem Fund von Didymocyrtis consimilis an Xanthoria parietina berichtet. Da Didymocyrtis consimilis recht ähnlich aussieht wie D. epiphyscia, habe ich den Schlüssel diesbezüglich etwas umbauen und erweitern müssen (genauer fassen müssen).

Diesmal hänge ich den Schlüssel als Word-Dokument an, damit er auch in einem normalen Layout genutzt (und bequem heruntergeladen) werden kann. Zusätzlich stelle ich wieder die Kopie des Word-Dokuments hier zum Direktlesen mit rein, wobei ich sehr empfehle, das angehängte Dokument zu verwenden.

Liebe Grüße,
Christoph


Schlüssel der lichenicolen Pilze an Xanthoria – (C. Hahn) – Stand 21.05.2018:

1 Sporen werden in Asci gebildet …................................................................................................... 2
1* Sporen werden nicht in Asci gebildet …...................................................................................... 21

2(1) Ascomata apothecioid …... 3
2* Ascomata perithecioid …... 9

3(2) Ascosporen 0-1fach septiert, farblos hyalin oder braun .............................................................4
3* Ascosporen 3fach septiert, braun; Perithecien 200-300 µm groß; Sporen 12-17 x 4-6 µm ............ ... Phacothecium varium (Tul.) Trevis

4(3) Ascomata arthonioid (Rand kaum ausgeprägt, Apotheciumrand diffus), einzeln oder in zuammenfließenden Gruppen; Ascosporen mit Halo (Sporen in durchsichtiger Gelscheide/ Gelschicht), Sporen farblos-hyalin oder braun ….............................................................................. 5
4* Ascomata lecideoid (mit klar abgegrenztem Rand), nicht in Gruppen zusammenfließend; Ascosporen ohne Halo, also nicht in gelartige Masse eingebettet, immer farblos-hyalin; Apothecien 150-500 µm groß, Sporen 8-12 x 2-4 µm ….................................. Catillaria nigroclavata (Nyl.) Schuler

5(4) Sporen braun, 5-7 µm dick;  oberer Bereich des Hymeniums (Bereich der Paraphysenspitzen / Ascusspitzen – sogenanntes Epihymenium) mit purpurvioletter KOH-Reaktion, die sich dann entfärbt ……………………………………………………………………………………………………………………………………………………….. 6
5* Sporen farblos hyalin, nur bis 6 µm dick; KOH-Reaktion des Epihymeniums fehlend oder kastanienbraun ………………………………………………………………………………………………………………………………...7

6(5) Sporen 14-17 x 5-7 µm …............................................................ Arthonia destruens Rabenh. s.str.
6* Sporen (8-) 10-13 x 5-7 µm …................................ Arthonia destruens var. nana Grube & Hafellner

7(5) Epihymenium mit kastanienbrauner KOH-Reaktion; 20-30(-50) Ascomata in Gruppen zusammenfließend; Sporen 10-12 x 4-5 µm; Hypothecium braun…....................................................... …………………………………………………………………………….. Arthonia perietinaria Hafellner & A. Fleischhacker
7* Epihymenium ohne KOH-Reaktion; 1-10 Ascomata zusammenfließend; Sporen 10-13 µm lang; Hypothecium farblos bis gelblich bis mittelbraun ….............................................................................. 8

8(7) Hypothecium gelblich bis mittelbraun; Sporen 10-13 x 4-6 µm ………………………………………………….... ……………………………………………………………………………….. Arthonia molendoi (Heufl. ex Frauenf.) R. Sant.
8* Hypothecium farblos-hyalin; Sporen 10-13 x 3-5 µm …......................... Arthonia stynikii S.Y. Kondr.
Bem.: Arthonia stynikii erzeugt auffallende, aufrecht stehende Gallen auf dem Thallus.

9(2) Asci (4-)8-sporig …... 10
9* Asci mit mehr als 64 Sporen; Perithecium schwarz, 70-150 µm im Durchmesser; Ascosporen braun, (0-)1-fach septiert, 4,5-7,0 x 2,0-3,5 µm............ Muellerella lichenicola (Sommerf.) D. Hawksw.

10(9) Ascosporen septiert, farblos-hyalin oder braun …...................................................................... 11
10* Ascosporen einzellig, farblos-hyalin, 14-28 x 4-8 µm; Perithecien bis 230 µm; Ascomata-Wand hyalin (abgesehen von dem Bereich rund um die Ostiole); erzeugt knubbelige Gallen ……………………… ...............................................................................Telogalla olivieri (Vounaux) Nik. Hoffm. & Hafellner

11(10) Ascosporen bei Reife braun ….................................................................................................. 12
11* Ascosporen auch reif farblos …... 15

12(11) Ascosporen nur mit Quersepten …........................................................................................... 13
12* Ascosporen muriform, also mit Quer- und Längssepten; Sporen 20,5-27,0 x 9-13 µm; Perthecien schwarz, 90-220 µm im Durchmesser …............................ Pleospora xanthoriae Khodos. & Darmostuk

13(12) Ascosporen einfach septiert; Ascomata ohne Setae …............................................................. 14
13* Ascosporen reif 3fach septiert, 9,5-11,5 x 4-5 µm; Ascomata mit Setae, 40-80 µm im Durchmesser ......................................................................................Capronia suijae Tsurykau & Etayo

14(12) Perithecien 150-300 µm im Durchmesser, Gallen erzeugend; Ascosporen 11-15 x 5,5-7,0 µm, rau ornamentiert ..........................................Didymocyrtis slaptoniensis (D. Hawksw.) Hafellner & Ertz
14* Perithecien 25-80 µm im Durchmesser, keine Gallen erzeugend; Ascosporen 10,5-14,0 x 3,5-5,0 µm, glatt …..............................................Sphaerellothecium parietinarium (Linds.) Hafellner & V. John

15(11) Ascosporen mit Quersepten …................................................................................................. 16
15* Ascosporen muriform (mit Quer- und Längssepten), an beiden Enden mit Anhängseln, 22-36 x 9-15 µm; Perithecien orange bis pink, 150-230 µm im Durchmesser ........................................................ …………………….……………………………………… Paranectria oropensis (Ces. ex Rabenh.) D. Hawksw. & Piroz.

16(15) Ascosporen einfach septiert …................................................................................................. 17
16* Ascosporen 14-24fach septiert …................................................................................................. 20

17(16) Perithecien orange bis rosa; Filamente zwischen den Asci bald verschwindend; Asci unitunikat …………………………... 18
17* Perithecien dunkel; Filamente zwischen den Asci persistent; Asci fissitunikat (bitunikat) .......... 19

18(17) Perithecien eingesenkt, hell orange; Asci 8-sporig; Ascosporen 17-24 x 4-5 µm ……………………….   ...............................................................................................Pronectria xanthoriae Lowen & Diederich
18* Perthecien sitzend, rosa; Asci 4(-8)-sporig; Ascosporen 12-19 x 6-9 µm ..........................................  ………………………………………………………………………….… Nectriopsis indigens (Arnold) Diederich & Schroers

19(17) Perithecien 150-250 µm im Durchmesser; Ascuswand braun mit extrazellulärem Pigment; Ascosporen rau ornamentiert, (15-)16-20(-21) x 5,5-8,5(-9,0) µm .......................................................... ……………………………………………………..…………….. Zwackhiomyces coepulonus (Norman) Grube & R. Sant.
19* Perithecien 300-400 µm im Durchmesser; Ascuswand grün, mit intrazellulärem Pigment; Ascosporen glatt, (16-)22-25(-28) x (3-)5-6(-7) µm …........... Cercidospora xanthoriae (Wedd.) R. Sant.

20(16) Perithecien blass orange bis rötlich; Filamente zwischen den Asci bald verschwindend; Asci unitunikat; Ascosporen 60-100 x 5-7 µm ….................................. Trichonectria hirta (A. Bloxam) Petch
20* Perithecien weißlich bis blass bräunlich; Filamente zwischen den Asci persistent; Asci bitunikat; Ascosporen 130-150 x 3-4 µm ……………………………………………….............. Tubeufia heterodermiae Etayo

21(1) Sporenbildung an Basidien und/oder Sklerotien bzw. Bulbillen vorhanden …..................... 22
21* Sporenbildung nicht an Basidien; Sklerotien bzw. Bulbillen fehlend ...................................... 26

22(21) Sklerotien oder Bulbillen vorhanden oder fehlend; Basidiomata keine gallenartigen Anschwellungen erzeugend; Basidien gewöhnlich unspetiert …..................................................... 23
22* Sklerotien oder Bulbillen immer fehlend; Basidiomata entwickeln sich im Wirtsapothecium, dabei charakteristische Anschwellungen erzeugend; Basidien gewöhnlich querseptiert, selten mit Längssepten, 16-25 x 7-10 µm; Basidiosporen ellipsoid bis fast kugelig, 7-8 x 6,0-6,5 µm ….............. ………………………………………………………………………………………….…. Tremella caloplacae (Zahlbr.) Diederich

23(22) Sklerotien weiß bis cremefarben, 100-200 µm im Durchmesser, einem oberflächlichen, spinnwebartigen, weißen Myzel aufsitzend; Basidiomata corticioid, athelioid (häutchenartig abziebar), weiß bis creme, nur saisonal auftretend; Basidien 2-sporig, 21-24 x 5,0-6,5 µm; Basidosporen 5-12 x 2,5-7,0 µm …..................................................... Athelia arachnoidea (Berk.) Jülich
Bem.: es können noch weitere Athelien (dann 4-sporig) an Flechten vorkommen und parasitieren – im sterilen Stadium nur mit Sklerotien ist eine genaue Artbestimmung daher nicht möglich und man wendet dann teils den Namen Athelia centrifuga an.
23* Bulbillen/Sklerotien falls vorhanden, orange bis rosa, 50-150 µm im Durchmesser; Basidiomata, wenn vorhanden, corticioid, rosa; an toten oder absterbenden Wirtsthalli .................................... 24

24(23) Bulbillen/Sklerotien fehlend; Basidiomata corticioid, rosa, Basidien zweisporig; Sporen birnen- bis tränenförmig, farblos-hyalin, 14,5-18,5(-20) x (8-)10,5-12,5 µm …..........................…........................  ………………………………………………………………… Laetisaria lichenicola Diederich, Lawrey & Van den Broeck
24* Bulbillen/Sklerotien vorhanden; Basidiomata, wenn auftretend, corticioid, hell orange ……….... 25

25(24) Bulbillen auf der Oberfläche sitzend, hell orange; Basidien 4-sporig, 25-40 x 12-15 µm; Basidiosporen 13,0-18,5 x 8,0-13,5 µm ……. Erythricium aurantiacum (Lasch) D. Hawksw. & A. Henrici
25* Bulbillen rosa, zunächst eingesenkt; Basidiomata unbekannt........................................................... …………………………………………………….... Marchandiomyces corallinus (Roberge) Diederich & D. Hawksw.

26(21) Konidien werden in pyknidienartigen Konidiomata gebildet …................................................ 27
26* Konidien werden nicht in pyknidienartiogen Konidiomata gebildet …......................................... 38

27(26) Konidien hyalin, filiform, (0-)5-fach septiert, 53-70 x 2-3 µm; Q ) 18-30; Konidiomata dunkel braun, 100-200 µm groß …......................................................................... Hainesia xanthoriae Brackel
27* Konidien anders …... 28

28(27) Konidien braun oder blass braun …........................................................................................... 29
28* Konidien farblos …... 31

29(28) Konidien einzellig, 3-5 µm im Durchmesser ….......................................................................... 30
29* Konidien einfach septiert, 8-12 x 2-3 µm …........... Lichenodipelis poeltii S.Y. Kondr. & D. Hawksw.

30(29) Konidiomata 30-50 µm im Durchmesser; konidiogene Zellen 4-5 x 3,0-3,5 µm ........................... …………………………………………………………………………….. Lichenoconium erodens M.S. Christ. & D. Hawksw.
30* Konidiomata 100-175 µm im Durchmesser; konidiogene Zellen 6-8 x 2,5-4,0 µm ......................... …………………………………………………………………………………………….. Lichenoconium xanthoriae M.S. Christ.

31(28) Konidien einzellig …........................................................................... 32
31* Konidien einfach septiert, 11-14 x 2,5-3,0 µm, oberes Ende mit 4-5(-6) hyalinen Anhängseln (14 x 0,2 µm); Konidiomata dunkel braun, kugelig, 100-120 µm im Durchmesser …. Pseudorobillardia spec.

32(31) Konidiomata mit Setae …... 33
32* Konidiomata ohne Setae …... 34

33(32) Kondiomata 50-125 µm im Durchmesser, Setae 30-70 x 3,5-5,0 µm, in der Nähe des Ostiolums entspringend; Konidien 3-4 x 1,5-2,0 µm, ohne haarartige Anhängsel ………………………………………………… …………………………………………………………………………………………………... Pyrenochaete xanthoriae Diederich
33* Konidiomata 150-800 µm im Durchmesser, Setae 100-850 x 3,0-6,5 µm, am basalen Part der Konidiomata entspringend; Konidien 8,0-12,5 x 2,0 – 2,5 µm, mit jeweils einem einzelnen, unverwzeigten haarartigen Anhängsel an jedem Ende, diese 6,5-9,0 µm lang ……………......................... ............................................................................................ Dinemasporium strigosum (Pers.: Fr.) Sacc.

34(32) Konidien dicker als 1,5 µm …................................................................................................... 35
34* Konidien 3-4 x 1,0-1,5 µm (einzellig bis einfach septiert); Konidiomata ca. 170 µm im Durchmesser ... Phoma spec.

35(34) Konidien meist 6-8 x 2,5-3,5 µm ...... Didymocyrtis slaptoniensis (D. Hawksw.) Hafellner & Ertz
35* Konidien meist kürzer als 6,5 µm ….............................................................................................. 36

36(35) Konidien sehr kurz, 5 µm an Länge nicht überschreitend, (globos) subglobos bis ellipsoid, mit einem Öltröpfchen; Länge-Breite-Verhältnis der Konidien (1,0-)1,2–1,6(–1,7), Konidien (3,0 –)3,7– 5,0 × 3,0 –3,5 μm ……………………………………. Didymocyrtis consimilis Vain s.l.
36* Konidien etwas länger, bis 6,5 µm Länge erreichend (teils mit noch längeren Ausreißern),  mit einem oder zwei Öltröpfchen, Länge-Breite-Verhältnis der Konidien bis 1,9 oder größere Werte erreichend …………………………………………………………………………………………………………………………………….. 37

37(36) Konidien meist mit nur einem Öltröpfchen (vereinzelt mit zwei), relativ breit im Verhältnis zur Länge; Länge-Breite-Verhältnis der Konidien 1,3-1,9(-2,3); Konidien (4,0-) 4,5-6,5 (-8,0) x (3,25-) 3,5-4,25 (-5,0) μm …………………………………………………………………. Didymocyrtis epiphyscia Diederich & Ertz s.str.
37* Konidien meist mit zwei Öltröpfchen, etwas schmaler und daher im Schnitt mit größerem Länge-Breite-Quotient; Q = (1,2–)1,6 –2,3(–3,5); Konidien  (3,75-) 4,5-6,5 (-8,0) x (2,0-) 2,5–3,0 (-3,5) μm …. ………………………………………………………………………………… Didymocyrtis epiphyscia s.l. ss. Ertz & Diederich

38(26) Konidien farblos …... 39
38* Konidien braun …... 42

39(38) Konidien fusiform, gebogen, mit spitzen Enden, 4-6fach septiert, 70-75 µm lang; Stroma zylindrisch bis keulig, kurz gestielt, rötlich, bereift, bis zu 1mm hoch …................................................... …................................................... Cosmospora flammea (Tul. & C. Tul.) Rossman & Samuels
39* Konidien kürzer …... 40

40 (39) Kolonien rosa; Konidien nicht in einer schleimigen Masse, mehrfach septiert, gewunden und mikrosklerotienartige Gebilde formend, diese 17-30 x 11-20 µm (Einzelzellen 4-10 x 3-5 µm) ..................................................... Illosporiopsis christiansenii (B.L. Brady & D. Hawksw.) D. Hawksw.
40* Kolonien weiß oder nur einzelne Konidienträger sichtbar (Myzel dann im Wirt und nur die Konidienträger aus dem Wort herausragend ................................................................................... 41

41(40) Konidien kleben in einer schleimigen Masse, einzellig, 4-6 x 1,5-3,0 µm ................................ ..................................................................................... Acremonium antarcticum (Speg.) D. Hawksw.
41* Konidien nicht in einer schleimigen Masse, einzellig, 9-22(-30) x 5-10 µm, vbariabel geformt, z.B. subglobos, ovoid bis deutlich zitronenförmig; an den Apothecien von Xanthoria parietina ..................  ................................Trichoconis hafellneri U.Braun, Khodos., Darmostuk & Diederich

42(38) Kolonien eingesenkt im Wirts“gewebe“ (vor allem im Hymenium)......................................... 43
42*Kolonien rasig …... 44

43(42) Konidien jeweils einzeln sich bildend, einzellig, kugelig, 3,5-6,0 im Durchmesser …............
…...................................................................................... Xanthoriicola physciae (Kalchbr.) D. Hawksw.
43* Konidien katenat entstehend (in Ketten), gewöhnlich einfach septiert, 5-8 x 4-6 µm …..............
…......................................................... Intralichen christiansenii (D. Hawksw.) D. Hawksw. & M.S. Cole

44(42) Konidien nicht oder quer septiert; Konidiophore bilden keine Sporodochien ……………………... 45
44* Konidien muriform, bis zu 15-zellig, 7-65 x 6-54 µm; Konidiophora entspringen braunen bis schwarzen Sporodochien (diese bis 2 mm im Durchmesser) ….......................... Epicoccum nigrum Link

45(44) Konidien querseptiert oder einzellig, nicht kugelig ….............................................................. 46
45* Konidien unseptiert, kugelig, rau bis kurzstachelig ornamentiert, 5,0-10,5 µm im Durchmesser; Konidiophore bis zu 500 µm lang, 8-12 µm dick an der Basis, 6-9,5 µm direkt unter dem Köpfchen, Verzweigungen in reifen Köpfchen gut erkennbar, da die Konidien relativ locker gebildet werden................................................................................................. Periconia digitata (Cooke) Sacc.

46(45) Konidien über 20 µm lang werdend …..................................................................................... 47
46* Alle Konidien kürzer als 20 µm ….................................................................................................. 48

47(46) Konidiophore zylindrisch, (1-)4-10fach septiert, 63-228 x 5-10 µm; konidiogener Bereich 2-3 µm dick; Konidien blass braun, 20-70 x 8-13(-15) µm, mit 1-4 Distosepten …………………………………………. ............................................................. Corynespora laevistipitata (M.S. Cole & D. Hawksw.) Heuchert & U. Braun
47* Konidiophore subzylindrisch, 1-4fach septiert, 20-60(-95) x 5-8 µm; konidiogener Bereich 3,0-4,5 µm dick; Konidien braun, (19-)25-107 x 8-10 µm, mit (1-)2-12  Distosepten ……………………………………….. ........................................................................................... Ellisemblia lichenicola Heuchert & U. Braun

48(46) Konidiophore 0-3fach septiert, dunkel braun, aufrecht, aus internen oder aus angeschwollen Hyphenzellen entspringend; konidiogene Zellen sitzen terminal, nur vereinzelt auch interkalar, mit nur einem oder gewöhnlich mehreren kinidiogenen Bereichen (bis zu 12); Konidien gewöhnlich katenat, in verzweigten, akropetalen Ketten, blass braun bis braun, 0-3fach septiert ….................... 49
48* Konidiophore gewöhnlich vielfach verzweigt, dunkel braun, aufrechte oder liegende Stränge bildend; konidiogene Zellen terminal und interkalar mit vielen, auffallend dentikelartigen konidiogenen Bereichen (bis zu 35); Konidien werden einzeln gebildet, diese (0-)1(-2-)fach septiert, subhyalin bis blass olivbräunlich …....................  Gonatographium lichenophilum F. Berger & U. Braun

49(48) Konidien glatt, 3,5-20,0 x 3-7 µm ………........ Cladosporium lichenophilum Heuchert & U. Braun
49* Konidien rau-warzig, 8-20 x 5-9 µm …..................................... Cladosporium macrocarpum Preuss

Verwendete Literatur:

Brackel W v & Puntillo D (2016): New records of lichenicolous fungi from Calabria (southern Italy), including a first checklist. Herzogia 29: 277–306

Braun U, Khodosovtsev AY, Darmostuk VV, Diederich P (2017): Trichoconis hafellneri sp. nov. on Athallia pyracea and Xanthoria parietina, a generic discussion of Trichoconis and keys to the species of this genus. Herzogia 29: 307–314.

Diederich P, Lawrey JD, Sikaroodi M, Gillevet PM (2003): A new lichenicolous teleomorph is related to plant pathogens in Laetisaria and Limonomyces (Basidiomycota, Corticiales). Mycologia 103(3): 525-533.

Fleischhacker A (2011): The lichenicolous fungi invading Xanthoria parietina. Magisterarbeit an der Karl-Franzens-Universität Graz. 96 pp.

Fleischhacker A, Grube M, Frisch A, Obermayer W, Hafellner J (2016): Arthonia parietinaria - A common but frequently misunderstood lichenicolous fungus on species of the Xanthoria parietina-group. Fungal Biology 120(11): 1341-1353 (http://dx.doi.org/10.1016/j.funbio.2016.06.009)

Hahn C (2017): Capronia suijae (Erstnachweis für Deutschland) und weitere lichenicole Pilze an Xanthoria. Mycol. Bav. 18: 97-108.
26
Expertenforum Mykologie / Re: Phaeosphaeriopsis glaucopunctata (aus Nürnberg)
« Letzter Beitrag von Christoph am 21. Mai 2018, 15:40 »
Servus beisammen,

aufgrund eines Fundes von Phaesphaeriopsis cf. obtusispora von Thorben Hülsewig - siehe http://www.ascofrance.com/search_forum/53518 - bin ich auf eine höchst interessante Reaktion der Sporen mit Lugol gekommen. Thorben hatte seinen Fund routinemäßig mit Lugol behandelt und siehe da, die Sporen wurden intensiv türkis (siehe oben, Link zu Ascofrance).

Darauf habe ich direkt die Sporen von Phaeosphaeriopsis glaucopunctata mit Lugol getestet, allerdings habe ich nur den Herbarbeleg aus Nürnberg aus dem April und kein Frischmaterial mehr. Die Sporen waren in Wasser nicht mehr so glebbraun, sondern dunkler, graubräunlich. Mit Lugol konnte ich da eine leichte grünblau-Verfärbung erkennen, die dann wieder verschwand, wonach die Sporen dann nur noch dunkler graubraun waren. Ich habe versucht, das erste, leichte Verfärben mit dem Handy einzufangen - es ist was anderes, wenn man durch das Mikroskop schaut oder versucht, das zu fotografieren. Vielleicht kann man es ja erahnen:



Interessant wäre, wie sich das bei Ph. glaucopunctata mit Frischmaterial verhält bzw. ob dies auch bei anderen Arten der Gattung ein Merkmal wäre - vielleicht ist die Reaktion frisch ausgeprägter?! Thorben wiederum kann sicherlich seinen Fund trocknen und ein bisserl liegen lassen und dann am Herbarbeleg die Reaktion nochmal testen (ob auch dann so deutlich)...

Ich kam ehrlich gesagt gar nicht auf die Idee, das zu testen, als ich Frischmaterial hatte (und auch nicht für die gemeinsame Publikatioin mit Boris), da bei Dothideomyceten keine Apikalapparate, die anfärbbar wären, vorhanden sind und Reaktionen der Sporen mit Lugol m.W. auch nicht beschrieben wurden. Thorbens Beschreibung bzw. seine Fotos im Ascofrance-Forum waren meine erste Begegnung mit dieser Reaktion.

Liebe Grüße,
Christoph
27
Plattform für Pilzfreunde / Re: Maipilze 18
« Letzter Beitrag von Rudi am 20. Mai 2018, 23:42 »
Danke Rika,

purpurea wächst auch bei uns, ist sogar recht häufig.
Allerdings hab ich heute dank Lothar Krieglsteiner auch Cribraria purpurea kennengelernt, leider aber kein brauchbares Foto gemacht- vielleicht später mehr.
Hier im Bayerwald gibts inzwischen auch ein paar Schwammerl, auch ein paar Flockenhexen und noch a bisserl was.

Vielleicht kommt demnächst noch was
LG Rudi
28
Servus beinand,

gestern war ich wieder in Rothschwaig - trotz ergiebigen Regens ist die Kiesgrube immer noch sehr trocken. Das Wasser fließt durch den Schotter ab und der Wind trocknet alles wieder aus. Die etwas humoseren Bereiche hingegen sind offenbar feuchter, aber es war noch zu früh für die ersten Agaricales nach der Trockenphase.

Ich konnte dafür zwei corticioide Pilze aufsammeln - einmal Peniophorella preaermissa, einen Nematodenfänger, der wohl einer der häufigsten heimischen Cortis ist. Und dann habe ich eine für mich sehr interessante Aufsammlung machen dürfen / können. Einen Pfifferlingsverwandten aus der Gattung Sistrotrema:





Die Basidien sind 6-8-sporig, dei Sporen in der Form variabel, von subglobos über eiförmig bis hin zu epllipsoid (Q = 1,1-1,9), dünnwandig, inamyloid. Die Hyphen haben Schnallen an jeder Zelle und der für viele Vertreter der Gattung typische ölige Inhalt der Hyphen ist hier zwar deutlich erkennbar, aber nicht sehr dominant - will sagen, dass zwar Öltropfen in den Hyphen auftretene, die Hyphen aber nicht vollgestopft sind, wie es bei Sistotrema octospora der Fall ist:



Cystiden habe ich keine gefunden.
Der Fruchtkörper ist weiß mit etwas gelblichem Touch, er ist etwas uneben-warzig, Rhizomorphen fehlen und man kann ihn mit der Präpariernadel etwas hätugi abheben, aber die Stückerl reißen dann - also nicht wirklich athelioid, aber mit Anklang dazu.
Die Sporen sind relativ klein und ich muss noch mehr nachmessen - habe vorerst wenige ausgemessen und der Fruchtkörper sporuliert gerade erst - es sind sehr viele Basidien zu jung - es war ja auch lange sehr trocken.
Das Substrat war Laubholz, vermutlich Salweide, ein liegender Ast (Fruchtkörper auf der Rinde).

Ich halte meinen Fund für Sistotrema diademiferum, werde ihn aber noch ausführlicher nachmikroskopieren. Heute nacht hat es wieder ausgiebig geregnet - hoffentlich hält sich die Feuchtigkeit bis zum Kartierungswochenende  ;)

Liebe Grüße,
Christoph
29
Plattform für Pilzfreunde / Re: Maipilze 18
« Letzter Beitrag von UmUlmHerum am 17. Mai 2018, 23:22 »
Danke für den Namen, Rudi!
Den Brennenden Busch kannte ich bisher noch nicht – so schön und so giftig...
Als Zugabe noch ein weiteres Knabenkraut vom letzten Sonntag, sollte purpurea sein, im zweiten Bild der Größenvergleich zur Fliegen-Ragwurz.

LG – Rika
30
Plattform für Pilzfreunde / Re: Maipilze 18
« Letzter Beitrag von Rudi am 17. Mai 2018, 00:00 »
Hallo Rika,

Das ist der brennende Busch- Diptam.

LG Rudi
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