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Expertenforum Mykologie / Re: Pilze an Xanthoria - Weltschlüssel
« Letzter Beitrag von Christoph am 17. Januar 2018, 18:42 »
Hallo zusammen  ;)

ich hatte ja geschrieben:
Zitat
Dabei fand ich einen wohl häufigen, aber unterkartierten Coelomyzeten, der vermutlich für die makroskopisch sichtbare Verfärbung der Xanthoria parietina gesorgt hat: Lichenoconium xanthoriae.

Die Aussage, Lichenoconium xanthoriae sei unterkartiert, nehme ich mit Freude zurück - ich hätte statt auf www.pilze-deutschland.de zu sehen und daraufhin nach Einzelartikel zu suchen, lieber gleich in folgendes Werk sehen sollen:

von Brackel (2014) -  Katalog der flechtenbewohnenden Pilze Bayerns (Bibliotheca Lichenologica 109).

Herr von Brackel hat mir freundlicherweise die bekannten bayerischen Funde von Lichenoconium xanthoriae geschickt - und das heißt, dass diese Art gut kartiert ist und in Bayern weit verbreitet und häufig ist.

Wer also Interesse hat, Lichenoconium xanthoriae selber mal zu finden, muss "einfach nur" gut hinschauen und ab und an in eine befallene Xanthoria (oder auch Physcia) reinmikroskopieren. Es lohnt sich, finde ich - die Vielfalt an Pilzen an Flechten ist faszinierend.

Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Januar-(Vor)Exkursion in die Amperauen bei Dachau
« Letzter Beitrag von UmUlmHerum am 17. Januar 2018, 00:48 »
Hallo Rudi,

gerade fällt mich noch ein: velutipes war auch auf Ahorn, und die auf Holunder und Fichte habe ich nicht untersucht...  :-[
Dann schau´ ma mal, was Du, ich oder Andere diesen Winter noch so beobachten.

Viele Grüße – Rika
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Januar-(Vor)Exkursion in die Amperauen bei Dachau
« Letzter Beitrag von Rudi am 16. Januar 2018, 21:02 »
Hallo Rika,

das kann ich dir leider nicht sagen. Beide Arten wurden auf einer Exkursion gefunden (in einem Mischwald, Tannen, Fichten und div. Laubhölzer) und mir gebracht.
Da hab ich keine Infos zum Substrat bekommen- werde natürlich aber bei eigenen Funden darauf achten

LG Rudi
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Januar-(Vor)Exkursion in die Amperauen bei Dachau
« Letzter Beitrag von UmUlmHerum am 16. Januar 2018, 20:36 »
Hallo Rudi,

mich würde interessieren, auf welchem Substrat Du die jeweiligen Samtfüße gefunden hast.
Vor ein paar Jahren hatte ich mal einige Flammulinas mikroskopiert und hatte F. velutipes i.d.R. auf Buche und die longispora, genau wie Christoph, auf Weide.
Habt Ihr Erfahrungswerte über die event. Zuordnung der verschiedenen Arten zu einem bevorzugten Substrat?

Viele Grüße – Rika
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Januar-(Vor)Exkursion in die Amperauen bei Dachau
« Letzter Beitrag von Rudi am 16. Januar 2018, 11:22 »
Hier gibts auch Flammulinas

LG Rudi
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Pappelpilze
« Letzter Beitrag von Gernot am 15. Januar 2018, 13:03 »
Servus, Christoph,

danke für die Rückmeldung! Interessant, dass du Sterellum rufum auch aus dem Luftraum kennst. In der süd(öst)lichen Steiermark gibt es einige Nachweise dieser Art, aus dem restlichen Österreich ist sie aber interessanterweise nicht gemeldet (von einer unsicheren Aufsammlung abgesehen). Auch auf der Karte von pilze-deutschland.de sind die Fundmeldungen äußerst spärlich. Wahrscheinlich eine Mischung aus spezieller Ökologie und tatsächlicher Seltenheit...

Triblidium caliciforme an Borke einer lebenden Eiche hat sich übrigens auch bestätigt.

Schöne Grüße
Gernot
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Januarpilze
« Letzter Beitrag von Rudi am 14. Januar 2018, 23:42 »
Noch a bisserl blau und lila von heute

LG Rudi
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Pappelpilze
« Letzter Beitrag von Christoph am 14. Januar 2018, 20:37 »
Servus Gernot,

wow, tolle Schwammerl! Das Judasöhrchen, Schizophyllum amplum, kenne ich nur aus Baden-Württemberg (am Rhein, an Pappelästen) - bei mir scheint die Art einfach zu fehlen.

Die jetzt Heteroradulum kmetii wollte ich immer mal finden, bisher vergeblich. H. deglubens habe ich immer wieder, aber eben immer brav resupinat. (hier werden auch ständig neue Gattungen aufgestellt - langsam wirds unübersichtlich)  ;)

Sterellum rufum kenne ich nur an ansitzenden Ästen (als Peniophora, die Gattung Sterellum ist irgendwie an mi vorbeigegangen) - ob sie wirklich so selten ist? Wer sucht schon in der Baumkrone? Andererseits kommen bei Pappeln ja immer wieder mal Äste bei Sturm runter...

Schöne Suchanregung  :)

Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: vorjährige Riesenboviste
« Letzter Beitrag von Christoph am 14. Januar 2018, 20:30 »
Servus Schorsch,

das ist wirklich witzig, denn ich habe quasi genau solche Leichen selber gefunden - am 16.12.2017 beim Gassigehen mit dem Hund. Ich hatte nur das Handy dabei, weshalb die Fotos nicht gut geworden sind. Die Leichen sehen aber ganz genauso aus:









Der Standort ist am besten als Brennesselwüste zu bezeichnen. Im Sommer/Herbst unbetretbar. Daneben ist eine kleine Waldinsel in der Mammendorfer Agrarwüste, weshalb ich manchmal dorthin gehe. In der Saison sind mir die Riesenboviste allerdings nicht aufgefallen.

Muss ich heuer im Herbst mal explizit hinschauen.

Liebe Grüße und danke für's Zeigen,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Pappelpilze
« Letzter Beitrag von Gernot am 14. Januar 2018, 18:32 »
Hallo,

die gestrige Exkursion in die Südsteiermark lieferte ein paar interessante Funde – kein Wunder bei dem schönen Pilzwetter (konstanter Schneeregen, dichter Nebel, 1–2° C). Vier davon, alle auf Espe (Populus tremula), möchte ich zeigen. Die ersten beiden Pilze wuchsen auf einem abgebrochenen Kronenbereich.

Sterellum rufum (= Peniophora rufa) (Orangeroter Pappel-Zystidenrindenpilz)





Ein ganz charakteristischer, wunderschöner und auch ziemlich seltener Pilz, der auf Populus (in Mitteleuropa wohl P. tremula) beschränkt ist. Beim vorliegenden Fund haben sich die Fruchtkörper mit großer Wahrscheinlichkeit im Luftraum entwickelt; vielleicht ist die Art – wie so viele "Luftraumpilze" – deshalb nicht immer leicht zu entdecken. Sterellum rufum verliert beim Trocknen übrigens schnell die intensive Farbe, wodurch die Fruchtkörper relativ unscheinbar werden. Passt die Witterung jedoch, ist die Art kaum zu übersehen!


Schizophyllum amplum (= Auriculariopsis ampla) (Judasöhrchen)



Wuchs vergesellschaftet mit Sterellum rufum. Nicht besonders selten aber immer wieder schön.


Heteroradulum kmetii (= Eichleriella kmetii)



Auf einem schon seit längerer Zeit am Boden liegenden Espen-Ast wuchs diese interessante Kollektion. Malysheva & Spirin (2017) zeigen, dass H. kmetii – früher oft mit Eichleriella deglubens (jetzt Heteroradulum deglubens) synonymisiert – eine eigenständige Art ist und sich von H. deglubens makroskopisch durch effuso-reflexe Fruchtkörper unterscheidet. Dies war bei meiner Kollektion ausgeprägt und kam mir schon am Standort komisch vor (die Vermutung auf Eichleriella/Heteroradulum war u. a. aufgrund des typisch dornigen Hymeniums bereits da). Im Mikroskop sieht man, dass die dickwandigen Skeletthyphen teilweise bis zu bzw. zwischen die Basidien reichen, was laut der oben erwähnten Arbeit ein weiteres Merkmal von H. kmetii sein soll. Auch die Ökologie stimmt mit den entsprechenden Angaben überein. Ich denke also, dass das insgesamt gut zu dieser Art passt. Falls sonst bereits jemand Erfahrung mit der Trennung dieser Taxa hat, würde ich mich natürlich sehr über eine Antwort freuen!


Phellinus tremulae (Espen-Feuerschwamm)







Mangels Kamera vor Ort musste ich leider auf das Handy zurückgreifen… Die Abgrenzung zu P. populicola wurde in diesem Forum ja schon ausführlich diskutiert. Ich hielt mich mit der Bestimmung an die Ausführungen in Ryvarden & Melo (2017), wonach die Fruchtkörperform und auch das flache Wachstum an bzw. unter toten Ästen (siehe letztes Foto) deutlich besser für P. tremulae passen. Mikroskopisch konnte ich nichts überprüfen, da ich die Fruchtkörper zu dieser Jahreszeit noch nicht ernten wollte.

Weitere mitgenommene Pilze waren Phaeomarasmius erinaceus und Cryptodiscus foveolaris an Castanea sowie vermutlich Triblidium caliciforme an Quercus-Borke (der muss noch unters Mikro).

Schöne Grüße
Gernot
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