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Pilzberater und PSV / Re: Maipilze vs. Ziegelrote Risspilze
« Letzter Beitrag von Marie am 15. Mai 2019, 19:19 »
Grias'de Christoph,

klasse Beitrag, genau zur Jahreszeit passend!
Vielen Dank für deine Hilfe, jetzt sind alle Unsicherheiten behoben, schau mer mal.

Liebe Grüße

Rosi
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Expertenforum Mykologie / Re: Der Gyromitra-Fred
« Letzter Beitrag von Christoph am 15. Mai 2019, 18:48 »
Servus beinand,

und noch ein Foto von Gyromitra esculenta var. bubaci - Boris Zurinski hat sie fotografiert, bevor ich sie dann als Beleg bekam. Der Fundort war übrigens eine kleine Brandfläche mit verkohltem und nicht verkohltem Totholz.



Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Verantwortungsarten
« Letzter Beitrag von Christoph am 15. Mai 2019, 18:23 »
Servus Andreas,

schön, dich hier wieder zu lesen. Es würde mich natürlich freuen, wenn das öfters der Fall wäre  ;).

Zitat
da die Botaniker die Rotbuche als Verantwortungsart definiert haben, sind logischerweise auch ale ausschließlich mit Rotbuche assoziierten Pilzarten V-Arten. Das ist zunächst mal unabhängig von ihrer Häufigkeit und letztlich auch im weltweiten Maßstab zu sehen.

O.k., das ergibt Sinn. Dan wird die Liste vermutlich noch erweitert werden. Hypoxylon fragiforme zum Beispiel kenne ich nur von Buche. Es gibt ja einige monophage Pilze an Buche.


Ich finde es ja gut, wenn die Verantwortungsarten erweitert werden. Ich fand es ja gerade schade, dass bei der allerersten Auswahl z.B. Cortinarien außen vor gelassen wurden. Da gibt es ja wirklich viele Buchenbegleiter.

Die Frage bleibt für mich, was daraus dann aber folgt, bleibt für mich aber weiterhin bestehen. Wenn man eine Verantwortungsart gefunden hat, was soll man dann tun? Eine Möglichjeit wäre eine punktgenaue Datenerfassung, um das z.B. an das zuständige Landesamt zu melden. Sind aber häufige Arten dabei, ist die Frage, ob das Landsesamt so viele, genaue Daten davon haben will. Oder sollen Arten nur dann punktgenau gemeldet werden, wenn sie die Schnittmenge Rote Liste und Verantwortungsart bilden? (bei der ersten Ausweisung sollten ja eher Arten gewählt werden, deren Verbreitungsschwerpunkt nicht in Schutzgebieten liegen - formallogisch unsinnig, aber politisch vorgegeben - wenn auch das jetzt gekippt ist wäre auch das sehr schön)

Was kann Ottonormalpilzfreund- und kartierer tun? Was ist sinnvoll? Oder sind die Verantwortungsarten mehr für größere Projekte wichtig?

Mir schwirrt eben noch die Analogie zu FFH-Zeigerarten durch den Kopf. Pilze wurden bei den FFH-Richtlinien ja nicht berüclsichtigt. Soweit ich es damals mitbekommen hatte, als die erste Liste erstellt wurde, war es ja eine der Ideen, durch die Verantwortungsarten eine Art Ersatzstatus zu bekommen. IN FFH-Gebieten gibt es die Vorschrift, dass der Bestand der Zeigerarten bei Maßnahmen nicht verschlehctert werden darf. Das kann ja nur durch Monitoring geprüft werden. Daher wäre es ja genial, wenn z.B. in Schutzgebieten auch ein Zeigerartenmonitoring finanziert würde.

Das sind so die Gedanken, die ich mit dem Thema assoziieren.

Schade wäre es, wenn eine Liste nur eine Liste wäre, die aber keinerlei Bewandnis hätte. Wenn, wie du schilderst, sie zumindest bei der Schnittmenge mit Rote-Liste-Arten deren Status noch erhärtet, wäre das ja auch noch was. In dem Fall würde ich sehr auf zukünftige Erweiterungen hoffen. Ich denke da an Arten wie Gyromitra sphaerospora, Phellinus pouzarii usw. Hier hat der Nationalpark Bayerischer Wald eine hohe Verantwortung - die würde noch gestützt werden, wenn es zudem Verantwortungsarten sind.

Liebe Grüße,
Christoph
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BMG e.V. / Re: Tod von Heinz Holzer
« Letzter Beitrag von Christoph am 15. Mai 2019, 18:05 »
Hallo zusammen,

hier noch ein Update: die Passauer Neue Presse hat über Heinz einen Artikel veröffentlicht:

https://www.pnp.de/lokales/landkreis_freyung_grafenau/freyung/3323423_Abschied-von-einem-Naturfreund.html

Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Verantwortungsarten
« Letzter Beitrag von mollisia am 15. Mai 2019, 09:15 »
Hallo Christoph,

da die Botaniker die Rotbuche als Verantwortungsart definiert haben, sind logischerweise auch ale ausschließlich mit Rotbuche assoziierten Pilzarten V-Arten. Das ist zunächst mal unabhängig von ihrer Häufigkeit und letztlich auch im weltweiten Maßstab zu sehen. Auch der Rotmilan ist bei uns einer der noch häufigen Greifvögel und dennoch eine V-Art.
Inwieweit diese Allerwelts-Arten dann für Naturschutzbelange in Betracht kommen, das ist natürlich zu hinterfragen. Aber die Kombination "V-Art + Rote-Liste-Status" hat schon eine Aussagekraft. Für Thüringen suche ich gerade aus der Liste der 75 in Thüringen vorkommenden V-Arten diejenigen aus, für die Thüringen speziell eine Verantwortlichkeit übernehmen könnte. Weil einerseits (stark) gefährdet und andererseits mit Schwerpunkt innerhalb Deutschlands in Thüringen. Z. B. Flammulina ononidis. Natürlich siond da Lactarius subdulcis nicht mit dabei. Aber den Kriterien für eine V-Art entsprechen diese Buchen-Mykorrhizapilze eben trotzdem.

LG, Andreas
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Expertenforum Mykologie / Re: Phellinus rhamni ?
« Letzter Beitrag von Werner E. am 14. Mai 2019, 21:45 »
GriasDi Till,

besten Dank für Deine Antwort.
Ich hab leider nur ein paar Fruchtkörperteile abgemacht und nicht darauf geachtet.
Ich fahr da aber nochmal hin und schau mir das nochmal genau an.
Die Hypoxylon ticinense hab ich bei Pilzkartierung Online schon genau kartiert.
Der Fund gelang, wie auch der des Phellinus, in den Isarauen direkt in dem Stück zwischen Achering und Isar.
An liabn Gruaß,
Werner
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Maipilze 2019
« Letzter Beitrag von Rudi am 14. Mai 2019, 20:01 »
noch einen Nachschlag
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Plattform für Pilzfreunde / Maipilze 2019
« Letzter Beitrag von Rudi am 14. Mai 2019, 19:49 »
Ein paar Maischwammerl hab ich.

LG Rudi
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BMG e.V. / Re: Tod von Heinz Holzer
« Letzter Beitrag von Christoph am 14. Mai 2019, 19:29 »
Der Nationalpark Bayerischer Wald hat heute eine Pressemitteilung bezüglich Heinz' Tod herausgegeben:

https://www.nationalpark-bayerischer-wald.bayern.de/aktuelles/pressemitteilung/detailansicht.htm?ID=A+s3RgSTi2QgW8n4a7sg8Q==

Liebe Grüße,
Christoph
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Pilzberater und PSV / Maipilze vs. Ziegelrote Risspilze
« Letzter Beitrag von Christoph am 13. Mai 2019, 23:29 »
Servus beinand,

im Moment wachsen ja beide, Maischwammerl oder Sankt-Georgs-Ritterlinge, wie sie auch genannt werden und Ziegelrote Risspilze.

Es kommen - eigentlich unverständlicherweise - immer wieder Verwechslungen und damit Vergiftungen vor. Dabei sehen sich die beiden Pilze, selbst wenn z.B. der Ziegelrote Risspilz noch fast weiß ist, nicht wirklich ähnlich - ja, wenn man auf die Details achtet.

Die deutschsprachige Wikipedia-Seite behauptet hier beispielswiese: "Am ehesten kann der Ziegelrote Risspilz mit dem ähnlich aussehenden Maipilz (Calocybe gambosa) verwechselt werden, weil sich auch die Erscheinungszeiten überschneiden. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal ist der stark mehlige Geruch des Mairitterlings."
siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Ziegelroter_Risspilz - Unterstreichung als Hervorhebung von mir.

Den ersten Satz würde ich ja unterschreiben (wegen der gleichen Erscheinungszeit), der zweite Satz aber ist, sorry, gefährlicher Unsinn. Natürlich ist der Geruch vom Maipilz sehr auffällig, aber es gibt auch Menschen, die Mehlgeruch nicht gut wahrnehmen. Und mehlig und spermatisch ist oft auch ähnlich (man rieche an alten Mehlräslingen). Gerade den Geruch sollte man nur sekundär nehmen.

Da das Pilzberaterboard nicht nur für Pilzberater, sondern auch für werdende Pilzberater gedacht ist, möchte ich die beiden Arten hier mal gegenüberstellen. Pilzberater haben natürlich kein Problem damit, die beiden zu unterscheiden.

Ach ja, zur Erklärung: Ich schreibe erst, damit man nicht nur Bildvergleich macht, sondern erst über die Merkmale und Details nachdenken kann/soll/muss - und zeige erst dann unten Fotos.

Es geht ja immerhin um zwei verschiedene Gattungen und auch verschiedene Familien - da sollte es nicht sos chwer sein, sie zu unterscheiden.

Das Maischwammerl gehört zur Gattung der Schönköpfe (Calocybe) und damit in den weiteren Verwandtschaftskreis rund um Raslinge, der Familie Lyophyllaceae.

Der Ziegelrote Risspilz ist ein Risspilz (Inocybe), klar, und gehört in die eigene Familie der Inocybeaeceae.

Daraus erfolgen prinzipielle Unterschiede. Ich fange mit denen mal an, auch wenn es hier in Bezug auf die beiden, speziellen Arten, anhand von Sondermerkmalen noch leichter geht.

Calocybe - Schönköpfe:
keine Vela (die einzige Art mit Velum universale, also Gesamthülle, ist mittlerweile kein Schönkopf mehr) - Fruchtkörper also nackt, keine Velumreste am Stiel oder Hut; Huthaut glatt, durchaus auch fein samtig, aber weder radial faserig noch am rand einreißend; Sporenpulver hell, weiß

Inocybe - Risspilze
beide Vela (Gesamthülle und Teilhülle als Cortina) oder nur die Gesamthülle (Velum universale) - jung kann man das oft sehr gut erkennen; Huthaut entweder deutlich radialfaserig oder sogar struppig-schuppig, nie matt-glatt; Sporenpulver braun (schmutzig tabakbraun)


Das sind ja Welten...  ;)

Kommen wir zu den beiden Arten im Detail - da ist es wie gesagt noch viel einfacher...

Zum einen sieht man schon von oben, welcher von beiden es sein könnte: Ziegelroter Risspilz: schon jung deutlich radialfaserig (siehe Fotos unten)! Maipilz: matt und glatt, ohne jede Radialfaserung! Und die Hutform ist jung auch anders - der Risspilz ist mehr glockig bis fast kegelig, der Maipilz flach, wie eine Halbkugel, die etwas platt gedrückt wurde.

Von unten: Maipilze haben auffallend dichtstehende Lamellen - die des Ziegelroten Risspilzes sind weniger eng... o.k., das ist imme realtiv, aber...

und jetzt kommt's:

wer nicht schon am Hut den Ziegelroten erkannt hat, der muss den Pilz nur durchschneiden - der Maipilz hat auffallend schmale Lamellen im Vergleich zur Hutfleischdicke, insbesondere bei jungen Fruchtkörpern. Der Ziegelrote Risspilze hat Lamellen, die eher so breit wie das Hutfleisch dick sind (siehe Bild unten im direkten Vergleich).

Alte Ziegelrote Risspilze sind eh kein Problem - da fangen die Lamellen an, einen Rosaton zu bekommen (er rötet ja), auch am Hutscheitel fangen rote Töne an, schließlich rötet der Pilz deutlich - der Maipilz rötet nicht! Und die Lamellen färben sich dann wegen des Sporenpulvers braun.

Geht es also nur darum, bei einem vermeintlichen Maipilz zu prüfen, ob es ein Maipilz ist, dann schaut man, wenn man ihn im Mai gefunden hat und er entsprechend hell ist, ob die Huthaut glatt ist. Dann dreht man ihn um und prüft die auffallend dicht stehenden Lamellen. Passt auch das, schneidet man ihn durch und testet das Verhältnis Hutfleischdicke zu Lamellenbreite. Und am Ende hält man an den aufgeschnittenen Pilz den Rüssel hin und schnuppert - der Mehlgeruch ist wirklich deutlich. Der Ziegelrote Risspilz riecht eigentümlich - es ist ein Obstgeruch gemischt mit dem risspilztypischen spermatischen Geruch (Obstgeruch pur kenne ich nicht von ihm - das kenne ich mehr von Inocybe adaequata, einer sehr nah verwandten Art).

Und Rötlinge? Hm, kar, die sind ja auch ohne Vela, also nackt. Und ja, da gibt es auch helle Arten. Es gibt aber keinen Rötling, der so kräftig dickes Hutfleisch im Verhältnis zu sehr dicht stehenden, schmalen Lamellen aufweist. Und diese matte, glatte Huthaut und die Hutform passt auch nicht wirklich. Der Maipilz ist durch diese eigentümliche Merkmalskombination klar erkennbar - Hutfleisch vs. Lamellen, Huthautart und Geruch (und Rötlinge sind auch meist zerbrechlich, nicht so kompakt).

Hier ein paar Fotos als Vergleich...

Zu meiner Schande muss ich gestehen, kein g'scheites Foto von Maipilzen zu haben. Daher habe ich dieses Foto von Wikipedia übernommen (freie Lizenz):

- Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Maipilz_Calocybe_gambosa.jpg; Fotograf: H. Krisp

Schön sieht man, wie glatt, also nicht-faserig, die Huthaut ist. Die Lamellen stehen sehr dicht.

Hier relativ junge Ziegelrote Risspilze aus München (Untere Auffahrtsallee) - man erkennt schon etwas Rot am Scheitel - die Radialfaserigkeit ist sehr deutlich - und das ist das wichtigere Merkemal, denn das Röten kann jung ja fehlen:



Man sieht hier aber, dass die Lamellen durchaus dicht stehen können. Der Stiel erscheint auch recht glatt. Aber wie gesagt: die Huthaut, das sind Welten an Unterschied!


Und jetzt der Vergleich zum Maipilz (unten rechts), was die Fleischdicke und die Lamellenbreite angeht...



Sieht schon deutlich anders aus... Das Merkmal ist einfach sehr gut geeignet, auch am Schnittbild die beiden zu unterscheiden. Damit geht es manchmal bei Vergiftungen auch anhand der Pilzreste im Essen den Maipilz auszuschließen (wenn es schief ging). Aber daran denke ich jetzt lieber nicht - ich hatte heuer noch keinen Gifteinsatz.


Hier noch ein Ziegelroter, der noch nicht ziegelrot ist (Fotos von Renate Schöber - ich darf sie hier verwenden):



Man sieht schön, dass der Pilz noch im Fleisch weiß ist, die Lamellen noch weiß sind, er nicht rötet - aber dass das Hutfleisch wirklich nicht dick ist im Vergleich zu den Lamellen!


Und hier schon deutlich gerötet (auch von Renate, gleicher Pilz):



So ist's natürlich ganz einfach...


So, dann hoffe ich, dass diese beiden keine Probleme mehr bereiten.

Ach ja, zum Speisewert:

Ziegelroter Risspilz: tödlich giftig
Maipilz: essbar (ich finde ihn minderwertig, mag den Geschmakc gar nicht, andere lieben ihn, er polarisiert)

Liebe Grüße,
Christoph
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