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Pilzberater und PSV / Re: Gifthäubling ohne Mehlgeruch
« Letzter Beitrag von Christoph am 8. Dezember 2017, 00:26 »
Servus Pablo  :)

Zitat
Wobei ich mir bei einem Pilzchen in dem Zustand auch vorstellen könnte, daß der Geruch einfach nicht mehr so kann, wie er vielleicht bei einem frischeren Fruchtkörper würde.

Völlig klar - hätte er nach gar nichts oder irgendwie fischig-verwesend gerochen, wäre es dem Zustand und der Jahreszeit geschuldet. Hier war der Geruch aber angenehm pilzig-würzig. Natürlich kann das auch ein Artefakt sein, aber ich war ziemlich verdutzt.

In meinen "Heimatwäldern" (Buchenwälder am Starnberger See mit eingestreuten Tannen und Fichten) finde ich Galerina marginata s.str. sehr häufig im Spätherbst und vor allem an Buchenstümpfen, nur deutlich seltener an Fichte (obwohl genug Fichtentotholz rumliegt / an Stümpfen vorhanden ist). Deshalb argumentiere ich auch regelmäßig gegen den völlig verwirrenden Namen "Nadelholz-Häubling" an.

Zitat
Daß das als Sammelart irgendwie kein einheitliches Erscheinungsbild abgibt, ist aber auch auffällig.

Allerdings. Wobei es dann im Mikroskop doch wieder recht einheitlich wird - jedenfalls finde ich die Sporen mit dem sich ein bisserl  ablösenden Perispor zusammen mit den großen Cheilocystiden sehr charakteristisch.
Smith & Singer trennen ja diverse Arten, wo ich dann nicht mehr mitkomme. Inwiefern beispielsweise Gelifizierungen der HDS aussagekräftig sind, weiß ich auch nicht so recht (Stichwort Galerina autumnalis).

Zumindest sind sie alle gifitg. Für die Pilzberatung spielt es daher eh keine Rolle, welche Kleinart man vor sich hat. Der Geruch sollte hier aber wirklich nur ein Hilfsmerkmal sein.

Zitat
Der Geruch taugt da meiner Ansicht nach ebensowenig als sicheres Merkmal wie die hygrophane Huthaut ("Spiegelei") oder gar das Substrat (Oberrheinebene: Mehr als 50% aller Funde von Galerina marginata s.l. an Laubholz) oder die Wuchsweise (an Laubholz gerne mal büschelig).

Absolut deiner Meinung  :)

Liebe Grüße,
Christoph
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Expertenforum Mykologie / Ramaria cf flavoides
« Letzter Beitrag von Beorn am 6. Dezember 2017, 20:09 »
Hallo in die Runde!

Ich probiers jetzt mal direkt hier mit dem Pilz, weil zumindest ein guter Ramaria - Kenner wird ja voraussichtlich einen Blich drauf werfen.

Gefunden habe ich den Pilz nicht selbst, sonst gäb's auch Standortbilder, sondern den brachte ein Pilzvereinskollege Ende Oktober zum Fachtreffen mit. Darum auch noch schwieriger zu beurteilen, insbesondere, wenn man in der Gattung wie ich kaum Kenntnisse und Erfahrung hat. Jedenfalls war mir irgendwie nicht so nach "Bestimmung" per Bildvergleich in Pilze der Schweiz, ein Versuch nach Christan - Monografie war's mir schon wert.

Mikros sind vom Frischmaterial, Farben vom mitgebrachten Fruchtkörper passen so halbwegs, frisch waren sie eigentlich noch etwas zitronengelber, auf den Bildern kommen die ockerlicher rüber, als es tatsächlich der Fall war.

Fundort war im südöstlichen Pfälzer Wald, wobei ich die genaue Stelle nicht kenne, aber jedenfalls charakterisiert durch Laubwald (vorwiegend Rotbuche) auf tendenziell eher saurem Boden, aber unweit des Wegrandes konnte auch ein künstlicher Kalkeinfluss nicht ausgeschlossen werden

Beim Schlüsseln kam ich so etwas schwankend bei Ramaria flavoides raus. Allerdings mit gewisser Unsicherheit, vor allem was Farbspiele betrifft und weil ich doch keine wirklich gelifizierten Hyphen fand. Käme diese Bestimmungsidee hin oder ist das total abwegig?
Ein Beleg ist getrocknet, falls es was Ausgefallenes wäre und nachgeprüft werden müsste.


LG, Pablo.
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Pilzberater und PSV / Re: Gifthäubling ohne Mehlgeruch
« Letzter Beitrag von Beorn am 6. Dezember 2017, 19:55 »
Hallo, Christoph!

Wobei ich mir bei einem Pilzchen in dem Zustand auch vorstellen könnte, daß der Geruch einfach nicht mehr so kann, wie er vielleicht bei einem frischeren Fruchtkörper würde.  ;)
Ändert aber nichts dran: Natürlich hast du recht, und auch mir sind schon "Gifthäublinge" begegnet, die eben nicht "Muffig - mehlig" rochen. Der Geruch taugt da meiner Ansicht nach ebensowenig als sicheres Merkmal wie die hygrophane Huthaut ("Spiegelei") oder gar das Substrat (Oberrheinebene: Mehr als 50% aller Funde von Galerina marginata s.l. an Laubholz) oder die Wuchsweise (an Laubholz gerne mal büschelig).

Daß das als Sammelart irgendwie kein einheitliches Erscheinungsbild abgibt, ist aber auch auffällig. Besonders markant finde ich ja den Unterschied zwischen den kleinen, zierlichen Fruchtkörpern im Moos und / oder auf Detritus wie kleinen zweiglein und Nadeln (oft eben von Moos überwachsener Detritus), die trotz Moos und Ring nix mit Galerina uncialis zu tun haben. Dagegen die kräftigen, teils ganz schön groß werdenden Bewohner von dickem, liegendem Totholz: Klar, kann natürlich auch mit dem Substratangebot zu tun haben. Aber die Variationsbreiten sind schon ziemlich extrem. So richtig nachvollziehen konnte ich die verschiedenen Einzelarten / Varietäten auch noch nie. Ist aber auch nicht so ganz meine Baustelle. Wäre aber interessant, ob's dazu mal iregndwann noch weitere studien gibt (marginata - Komplex).


LG, Pablo.
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BMG e.V. / Vorankündigung der Tagung 2018
« Letzter Beitrag von Christoph am 3. Dezember 2017, 23:29 »
Liebe Pilzfreundinnen und Pilzfreunde,

ich freue mich, schonmal die kommende Tagung 2018 im Namen von Josef Christan und Alfred Hussong, die die Tagung organisieren werden, ankündigen zu dürfen/können (folgender Text von Josef Christan):

Ankündigung
12. Bayerische Mykologische Tagung 2018
Vom 13. bis 18. September 2018 in Pfronten/Füssener Land



Gemeinde Pfronten im Füssener Land. Die Tagungsstätte befindet sich unterhalb der Kirche. Im Vordergrund ein Teil des NSG Pfrontner Moos. 
Foto: J. Christan

2018 darf ich Sie zur Bayerischen Mykologischen Tagung nach Pfronten im Füssener Land einladen. Die Tagung im schönen Allgäu bietet von Hochalpin bis ins gemäßigte Hügelland um Füssen reichlich Exkursionsmöglichkeiten. Mit ihren zahlreichen Seen und Wäldern, gibt es genug Platz um sich mykologisch auszutoben.

Eine ausführliche Beschreibung, sowie das Anmeldeformular, entnehmen Sie bitte ab Januar 2018 der Webseite der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft (BMG) unter www.pilze-bayern.de
Der Pfarrsaal (mit Theaterbühne) bietet ausreichend Platz für Mikroskope, Dörrexe, Pilzausstellungen und Vorträge. In der Gemeinde Pfronten und Umgebung sind reichlich Übernachtungsmöglichkeiten vorhanden, die jeder Teilnehmer individuell buchen kann. Die Reservierungen sollten jedoch rechtzeitig erfolgen, da Pfronten eine gut besuchte Gemeinde ist.

Wer etwas Zeit aufbringen kann, und schon füher anreisen möchte, dem sei am Wochenende vor der Tagung die Pfrontener Viehscheid nahe gelegt.

https://www.pfronten.de/veranstaltungen/veranstaltungen-brauchtum/viehscheid/
Josef Christan
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Dezemberpilze
« Letzter Beitrag von Rudi am 2. Dezember 2017, 09:54 »
Servus Christoph,

Dass du mir meinen nackten Ritter schmutzig gemacht hast, nehm ich dir ja ab. Aber an den Lackltrichterlingen halt ich fest. Da war gar nix saftiges dabei- vielleicht saftelt er aber nach dem Auftauen?

Am meisten gefreut hab ich mich über die Hügeltrichterlinge- wieder eine neue Fundstelle.

LG Rudi
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Pilzberater und PSV / Gifthäubling ohne Mehlgeruch
« Letzter Beitrag von Christoph am 1. Dezember 2017, 22:03 »
Servus beinand,

Galerina marginata, also "der" Gifthäubling, ist eine Sammelart. Im Moment tendiert man wieder dazu, das meiste, was früher getrennt wurde, wieder in eine Art zusammenzulegen. Für die Pilzberaterpraxis ist es egal, ob es nun eine sehr variable Art oder ein kleiner Artenschwarm ist - tödlich giftig ist tödlich giftig.

Jetzt habe ich selbst - allerdings einen Einzelfruchtkörper - einen Gifthäubling gefunden, der absolut nicht nach Mehl, sondern angenehm pilzig roch. Der Fund ist aus dem Rothschwaiger Trockenrasen (siehe hier: http://forum.pilze-bayern.de/index.php/topic,1552.0.html).





Der Fruchtkörper wuchs nicht an Holz, sondern am Boden zwischen Moosen. Der Ring sieht auf dem Foto sehr rudimentär aus, aber er ist noch vorhanden - ich hätte die andere Stielseite fotografieren sollen... Der Pilz hat Frist abbekommen, aber das ist im Spätherbst normal (Novemberfund).

Im Mikroskop ist es klar Galerina marginata s.l. - die großen Cheilocystiden, die Sporenmaße und die ganz schwache Ablösbarkeit des Perispors, alles passt. Smith & Singer schreiben in ihrer Weltmonographie der Gattung Galerina auch, dass es nicht nach Mehl riechende Gifthäublinge gibt.

Ich kenne den Fundpunkt ganz genau und werde nächstes Jahr schauen, ob ich Fruchtkörper vor dem Frost finde. Wenn die wieder nur angenehm pilzig riechen (es war deutlich und sehr angenehm), wäre das noch interessanter.

Kurz gesagt: das Geruchsmerkmal ist in meinen Augen nicht 100-prozentig. Jetzt würde wohl niemand bei dem Fruchtkörper hier auf die Idee Stockschwammerl kommen. Warnen will ich dennoch.  8)

Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Dezemberpilze
« Letzter Beitrag von Christoph am 1. Dezember 2017, 21:41 »
Servus Rdi,

cool - vor allem der Rosablättrige  :)

Die Laccaria sieht für ich aber wie ein Saftling aus. Und die Lepsita nuda wie eine Lepista sordida (inkl. Riefung, also sehr typisch).

Liebe Grüße,
Christoph
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Expertenforum Mykologie / Re: Hilfe bei einer Antrodia
« Letzter Beitrag von Beorn am 1. Dezember 2017, 20:45 »
Hallo, Christian & Christoph!

Danke für die Info zur Einordnung im neuen Ryvarden - Buch.
Ich denke, welchem Gattunsgkonzept man da folgt, muss man mehr oder wewniger für sich selbst entscheiden. Ich kann die Entscheidung von Leif Ryvarden nachvollziehen, im Sinne eines weiter gefassten Gattungsbegriff diese bei Antrodia einzuordnen. Auch Oligoporus versteht er als weit gefasste Gattung und gliedert diverse abgespaltene Gattungen wieder ein.
So ist es im Rahmen eines solchen großen Bestimmungswerkes auch schlichtweg praktikabler.

Aus meiner sicht ist Antrodia eine ziemlich uneinheitliche Gattung, sicherlich auch polyphyletisch, einer Aufspaltung kann ich darum durchaus folgen. Cartilosoma ist morphologisch vor allem durch die weichen fruchtkörper und das weitestgehend monomitische / pseudodimitische Hyphensystem verschieden. Im grunde ähnelt das durchaus einigen Oligoporus - & Tyromyces - Arten, oder auch Frantisekia (Frantisekia mentschulensis bei Ryvarden unter Antrodiella). Fängt man aber da an, muss man weitere Arten aus Antrodia ausgliedern: Antrodia ramentacea müsste zB mit zu Cartilosoma gestellt werden, die Arten mit amyloiden Skeletthyphen bräuchen eventuell eine eigene Gattung, usw.
Ist ein bissel wie bei Boletus s.l., würde ich sagen.  ;)


LG, Pablo.
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Expertenforum Mykologie / Re: Hilfe bei einer Antrodia
« Letzter Beitrag von Älbler am 1. Dezember 2017, 20:05 »
Hallo zusammen,

welches ist jetzt der gültige Gattungsname? Cartilosoma oder Antrodia?

Viele Grüße
Christian
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Plattform für Pilzfreunde / Dezemberpilze
« Letzter Beitrag von Rudi am 1. Dezember 2017, 17:06 »
Auch unterm Schnee gibts noch interessantes ;D

Ich mach gleich mal ein paar Türchen auf, wer weiß, ob sich das Treiben bis zum 4. Advent hält?

 Rudi wünscht euch allen auch ein paar besinnliche Funde!
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