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Plattform für Pilzfreunde / Re: Pilz an Ahorn
« Letzter Beitrag von Christoph am 20. Januar 2018, 14:07 »
Hi Kathy,

ich sehe mehrere Röhrenschichten übereinander.  :) Nach Sichtung der Fotos kann ich nur Rudi bepflichten - für mich ist das jetzt auch Oxyporus populinus.  :)

Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Pilz an Ahorn
« Letzter Beitrag von Kathy am 20. Januar 2018, 13:58 »
Liebe Forenmitglieder,
hier weitere Details des Pilzes.
Oberseite, Poren, einmal durchgeschnitten.
Beste Grüße
Kathy
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Hallo zusammen,

manchmal schreibt man etwas vorschnell  ;)

Zitat
Der Lebenszyklus der Flechtenfresser ist noch nicht bekannt - gehen die genannten Arten immer an Flechten? Warum gibt es sie dann auch in der Streu an Ästchen etc.? Oder sind sie nur potentiell licheniphag und bilden nur an Flechten die Sklerotien aus, an anderen Substraten aber friedlich normalen Fruchtkörper - oder ist es nicht die Flechte, sondern die Alge, die sie anzieht? Und sind sie auch am Boden auf Algen fixiert?

Nun, ich habe ein bisserl nachrecherchiert und habe dann einen Artikel entdeckt, den ich bislang übersehen hatte:

Yurchenko E. O., Golubkov V. V. (2003): The morphology, biology, and geography of a necrotrophic basidiomycete Athelia arachnoidea in Belarus. Mycological Progress 2(4): 275–284

Die Studie zeigt, dass Athelia arachnoidea Algenzellen attackiert. Es werden sowohl freie Algenrasen als auch Flechten angegriffen. Im letzteren Falle werden die Thalli zerstört und die Algen offenbar "gefressen". Athelia arachnoidea kann aber auch junge Moospflänzchen attackieren. So schreiben die Autoren "It parasitizes epiphytic lichens, green coccoid algae, and mosses."


Aus Yurchenko & Golubkov (2003: 279, Fig. 3)

Interessant ist auch, dass die Nebenfruchtform von Athelia arachnoidea auf Karotten geht - so auch auf gelagerte Karotten (und sie ist daher sogar wirtschftlich relevant). Bislang wurde die Nebenfruchtform Fibularhizoctonia carotae (Rader) G. Adams & B. Kropp genannt.

Und da soll mal einer sagen, Athelien seien langweilig.

Ich hätte die Ausprägung als "Athelia centrifuga" auch als Nebenfruchtform bezeichnet, da die Mikrosklerotien ja durchaus einer Ausbreitungsstrategie dienen können. Dass es dann noch eine weitere, Konidien bildende Nebenfruchtform an Karotten gibt... Sachen gibt's  ;)

Liebe Grüße,
Christoph
 
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Pilz an Ahorn
« Letzter Beitrag von Christoph am 19. Januar 2018, 00:12 »
Servus Kathy,

ich kann ehrlich gesagt zu wenig an dem Foto erkennen. Details, z. B. Hut von oben, Porenschicht (Porengröße), eine Beschreibung hinsichtlich Konsistenz, Geruch, einem Schnitt durch das Fleisch (eine oder mehrere Röhrenschichten, also ein- oder mehrjährige Fruchtkörper) etc. wären wichtig, nötig und hilfreich.  ;)

Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Pilz an Ahorn
« Letzter Beitrag von Rudi am 18. Januar 2018, 16:26 »
Das könnte der treppenförmige Steifporling sein:
http://aphyllopower.blogspot.de/2010/01/oxyporus-populinus-treppenformiger.html

LG Rudi
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Plattform für Pilzfreunde / Pilz an Ahorn
« Letzter Beitrag von Kathy am 18. Januar 2018, 13:29 »
Hallo Forenmitglieder,
kann mir jemand sagen, um welchen Pilz es sich hier handelt. Die Aufnahme stammt von Anfang Dezember.
Gruß
Kathy
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Natur Natur sein lassen - ein Buchtipp
« Letzter Beitrag von Christoph am 18. Januar 2018, 09:09 »
Lieber Thomas,

danke für die Blumen  :). Dann hoffe ich, dass dir die Lektüre gefällt. Ich bin schon sehr neugierig, wie du es findest.

Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Natur Natur sein lassen - ein Buchtipp
« Letzter Beitrag von blacky am 17. Januar 2018, 23:36 »
Lieber Christoph,
eine tolle Buchbesprechung. Dass du unter Anderem auch aus eigener Erfahrung vor Ort berichtest, macht deine Buchbesprechung noch spannender. Man will das Buch am liebsten gleich haben und deshalb werde ich es mir auch gleich bestellen.
Danke für diese klasse Buchvorstellung.
LG.
Thomas
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Plattform für Pilzfreunde / Natur Natur sein lassen - ein Buchtipp
« Letzter Beitrag von Christoph am 17. Januar 2018, 22:27 »
Liebe Foristi,

auf folgendes Buch möchte ich hier aufmerksam machen: "Natur Natur sein lassen - die Entstehung des ersten Nationalparks Deutschlands: der Nationalpark Bayerischer Wald" von Hans Bibelriether (Lichtland-Verlag, 2017).



Hans Bibelriether war der erste Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald. Er erzählt in seinem Buch die Gründungsgeschichte - inklusive der Schwierigkeiten, in Bayern gegen den teils erbitterten Widerstand der Jagd- und Forstlobby ankommen zu müssen - des ersten deutschen Nationalparks.

Oft sind es Zufälle und glückliche Fügungen, die so eine Gründung ermöglichen. Manchmal ist es auch haarsträubend, die damaligen Argumente gegen jedwege Nationalparkidee lesen zu müssen/dürfen. Erschreckend ist hierbei, dass trotz der Erfolgsgeschichte (sowohl regional-wirtschaftlich, naturschutzfachlich als auch wissenschaftlich betrachtet) die Gegenargumente teils im Wortlaut auch heute noch immer wieder hören und lesen zu müssen.

Nutzen um jeden Preis, Nutzen ist Naturschutz, Landwirtschaft ist Naturschutz, Forstwirtschaft ist Naturschutz, ungenutzter Wald geht kaputt, Wald kann ohne menschlichen Einfluss nicht wachsen (was in meinen Augen der Brüller schlechthin als Argument ist - Wälder gab es schon vor der Menschheit) usw.

Bibelriether erzählt auch über den Wandel der Sicht auf die Natur. Früher war Wildnis meist negativ besetzt - heute ist Wildnis spannend. Prozessschutz ist heute ein Begriff, der das Herz von Naturfreunden höher schlagen lässt. Damals war der Begriff noch unbekannt.

Die Geschichte der Widerstände, der Rückschritte und des Vorankommens nachzulesen, ist, wie ich finde, äußerst spannend. Wenn man manchen Protagonisten persönlich kennt oder zumindest einen engen Bezug zum Nationalpark Bayerischer Wald hat, dann ist das sicherlich ein Grund, sich in so ein Buch gänzlich zu vertiefen. Ich denke aber, dass man auch ohne Bezug zum Nationalpark Bayerischer Wald hier eine interessante Lektüre vor sich hat.

Natürlich schreibt der Autor aus seiner subjektiven Sicht - aber auch und gerade das empfinde ich als erfrischend. Ich habe die 253 Seiten jedenfalls verschlungen.

Und ja, ich bin froh, dass es damals schon Menschen gab, die nicht aus jedem Quadratmeter unseres Landes wirtschaftlichen Profit schlagen wollen, sondern unterstützten, dass zumindest kleine Flächen aus der Nutzung genommen werden konnten, dass nicht die chemische Keule gegen Borkenkäfer eingesetzt werden musste, sondern man der Natur einfach freien Lauf lässt und ihr vertraut. Inwiefern natürlich Wintergatter für Rotwild diesem Ideal entsprechen, kann man sich sicherlich fragen. Aber auch diese Facette des Nationalparks wird beleuchtet und besprochen.

Manche Berichte lassen einem (bzw. mir) wiederum fast die Tränen in die Augen schießen. Ich wusste, dass gerade in den teils wertvollsten Altbeständen manche damaligen Revierförster kurz vor der Ausweisung als Nationalpark noch die ältesten und größten Tannen fällen ließen. Quasi als Trotzreaktion und um nochmal Geld für die Bilanz einzunehmen?! (die Stümpfe waren noch lange zu sehen - ich habe solche Tannenstümpfe noch selber gesehen)

Mit der später erfolgten Borkenkäferbekämpfung im Erweiterungsgebiet geht Bibelriether naturgemäß hart ins Gericht.

Interessant ist auch, dass Bibelriether den einen oder anderen Schmäh- und Drohbrief in seinem Buch abgedruckt hat.

Für mich war das Buch auch eine Reise in die Vergangenheit. Ich hatte den Nationalpark vor der großen Borkenkäferkalamität kennengelernt, als der Lusen noch "grün" war. Ich hatte während der Kalamität im Nationalpark geforscht und mir wurden unter der Bearbeitung Urwaldflächen quasi weggefressen. Für die Forschungsziele nicht so einfach, aber unglaublich spannend. Und da ich in der Folge viele Jahre im Nationalpark als Mykologe tätig war, habe ich dann das Politikum um "den Käfer" im Erweiterungsgebiet ebenfalls life vor Ort mitbekommen. Von den Morddrohungen und den Brandstiftungen habe ich aber nur Berichte gehört - also nur aus zweiter Hand. Umso interessanter war es, dies von Seiten des (oder eines der) Betroffenen zu lesen.

Von meiner Seite aus eine klare Empfehlung  :)

Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Januar-(Vor)Exkursion in die Amperauen bei Dachau
« Letzter Beitrag von Christoph am 17. Januar 2018, 18:46 »
Servus Rika,

ich habe Flammulina elastica hier ja auch an Eiche gehabt (nur das Foto ist von Salix). Ich kann jedenfalls anhand meiner Funde keine Substratpräferenzen feststellen. Ich habe Fl. elastica auch schon an Buche gefunden.

Es wäre spannend, zu testen, ob es doch was makroskopisches gibt, was die beiden trennt. Bislang habe ich aber nichts greifbares festgestellt.

Liebe Grüße,
Christoph

P.S.: die Wetteraussichten für die Exkursion sehen gut aus - im Moment liegt zwar etwas Schnee, aber der ist morgen wieder weg - und es soll bis zum 28.1. für Januar recht warm bleiben. Ich bin gespannt, was wir alles finden werden.  :)
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