Neueste Beiträge

Seiten: [1] 2 3 4 5 6 ... 10
1
Plattform für Pilzfreunde / Re: Junipilze Statt Gewitterregen
« Letzter Beitrag von Rudi am Gestern um 19:34 »
heiße Pilze.

Der falsche Satan war den Friedhofsbesuchern wohl zu heiß. Beide Schwammerl wurden mit Füßen getreten...

LG Rudi
2
Plattform für Pilzfreunde / Re: Junipilze
« Letzter Beitrag von Rudi am 21. Juni 2017, 22:09 »
Hallo Christoph,

am Blutsee hats schon gewirkt!
Auch wenn bei uns in Unterfranken heute die höchste Waldbrandstufe ausgerufen wurde, es gibt was.

LG Rudi
3
Plattform für Pilzfreunde / Re: Junipilze
« Letzter Beitrag von Christoph am 20. Juni 2017, 15:19 »
In der Hoffung, dass der Regen, der gerade bei mir fällt, was bewirkt, noch ein Sommersteinpilz vom 10.Juni 2014 (Roggensteiner Leite bei Fürstenfeldbruck)...  8)



4
Expertenforum Mykologie / Schlüssel zum europäischen Antrodia-serialis-Komplex
« Letzter Beitrag von Christoph am 19. Juni 2017, 00:52 »
Servus beinand,

Spirin et al (2017) haben in der aktuellen Ausgabe der Mycologia den Antrodia-serialis-Komplex weltweit (d. h. auf der Nordhalbkugel) untersucht. Es stellt siuch einerseits heraus, dass es sich dabei innerhalb das Daedalea-Fomitopsis-Clades um eine eigenständige Gattung handelt (genetisch betrachtet) und dass 13 auch genetisch gut trennbare Arten existieren. Davon treten vier Arten in Europa auf.
Die Autoren haben leider keinen Schlüssel der Arten vorgestellt, weshalb ich erstmal die vier europäischen genommen habe und selbst einen Schlüssel gebastelt habe (ist ja nicht so schwer). Die Sporenmaße aus der Publikation habe ich in Viertelmikrometerschritten gerundet (daher die Angabe mit zwei Kommastellen - also gerundet auf ,0.. ,25 ... ,5 ... ,75 - das soll keine größere Messgenauigkeit suggerieren), die Mittelwerte auf eine Kommastelle genau gerundet (also auf 0,1 µm genau).

Bis auf Antrodia primaeva haben die anderen drei Arten reichlich inkrustierte Cystidiolen und in der Trama dominierende Skelettkyphen. Antrodia primaeva ist auch die einzige rein resupinate (in Europa) dieser Artengruppe (wobei alle anderen auch mal resupinat wachsen können, wenn sie an der Substratunterseite wachsen). Antrodia leucaena wiederum ist die einzige der Gruppe, die an Laubholz vorkommt.

Hier noch die Publikation:
Viacheslav Spirin , Josef Vlasák & Otto Miettinen (2017) Studies in the Antrodia serialis group (Polyporales, Basidiomycota), Mycologia, 109:2, 217-230, DOI: 10.1080/00275514.2017.1300087

Die Autoren haben bewusst noch keine eigene Gattung für die "Reihigen Trameten" aufgestellt, da zuvor die ganze Großgattung Antrodia sinnvollerweise aufgedröselt werden müsste.

Und nun zum Schlüssel:


1 Fruchtkörper weitporig, 0,5-1 Poren / mm; Sporen auffallend schmal, Bm < 2,4 µm, Qm=2,8; Sporen 5,75-6,4-7,25(-7,75) x 2,0-2,3-2,5 µm; an Abies ................................................. Antrodia kmetii
1* Fruchtkörper engerporig, 2-5 Poren / mm; Bm > 2,6 µm, Qm < 2,8, an anderem Substrat .......................................................... 2

2 Sporen relativ breit, Bm > 3 µm, Qm < 2,4; Sporen (5,75-)6,25-7,2-9(-10,25) x (2,5-)2,75-3,2-3,75(-4,5) µm; an Populus ..................................................................................... Antrodia leucaena
2* Sporen schmaler, Bm < 2,8 µm, Qm > 2,4; an Nadelholz (Picea, Pinus) ............................................ 3

3 inkrustierte Cystidiolen fehlend oder nur sehr vereinzelt auftretend; Skeletthyphen in der Trama nur eingestreut, recht selten; Qm > 2,6; 2-4 Poren / mm; an Pinus sylvestris; Sporen 6,5-7,4-8,25 x 2,5-2,7-3,0 µm, Qm = 2,7 ............................................... Antrodia primaeva
3* inkrustierte Cystidiolen häufig; Skeletthyphen in der Trama dominierend; Qm < 2,6; 4-5 Poren / mm; an Picea abies; Sporen 6-6,8-8(-9) x 2,25-2,75-3,25 µm ................................................. Antrodia serialis
5
Hallo zusammen,

die beringten Ritterlinge um Tricholoma caligatum und Tricholoma matsutake sind schwierig, da irgendwie alle sehr ähnlich und alle stark parfümiert riechend.

Der "echte" Matsutake kommt in Japan und China, aber auch in Nordeuropa (z. B. Finnland) und den Alpen vor., während "das Krokodil", Tricholoma caligatum, eine mediterrane Art ist.
In Nordamerika, z. B. in Kanada, wird ebenfalls der Matsutake gesammelt, da kommerziell wertvoll.

Nun hat ein Team die nordamerikanischen "Matsutakes" untersucht und (leider nur) die ITS sequenziert. Und siehe da, der echte Matsutake war unter keiner der untersuchten, nordamerikanischen Proben. Zudem stellte sich heraus, dass die ostamerikanischen und die westamerikanischen Matsutakes unterschiedliche Arten sind (was Murrill schon in der 20er Jahren des letzten Jahrhunderts gemeint hatte). Es gibt noch eine dritte Art, die mehr im Süden der USA und in Mexiko vorkommt.

Die westamerikanische Art wird mit Tricholoma murrillianum Singer (= Armillaria arenicola Murrill) bezeichnet, die ostamerikanische heißt Tricholoma magnivelare (Peck) Redhead und die südliche wurde als Tricholoma mesoamericanum Justo & Cifuentes neu beschrieben.

Wie in Europa gibt es eine eigene, wärmeliebende Art. Mit Tricholoma anatolicum gibt es noch eine mediterrane, aber nicht wirklich europäische Art im Süden bei uns.

Als Beifang des Artikels kann man sehen, dass die europäischen, kälteliebenden Kollektionen von Tricholoma matsutake den asiatischen in der ITS gleichen, allerdings gibt es noch einen davon abgesetzten, kleinen Clade, der auch als Tricholoma matsutake identifiziert wurde (also die Kollektionen als solcher bestimmt wurden). Es besteht also noch Forschungsbedarf. Schade, dass wieder nur dier eine (typische Barcoding-)Region verwendet wurde.

Ach ja, der Artikel, aus dem ich das habe:
Steven A. Trudell , Jianping Xu , Irja Saar, Alfredo Justo & Joaquin Cifuentes
(2017): North American matsutake: names clarified and a new species described, Mycologia, DOI:
10.1080/00275514.2017.1326780

(ist eine vorab-Onlinepublikation, wird noch in der gedruckten Mycologia erscheinen)

LG
Christoph
6
Plattform für Pilzfreunde / Re: Junipilze
« Letzter Beitrag von Christoph am 18. Juni 2017, 23:46 »
Ich bin zurzeit fußlahm - zudem gibt's bei mir im Moment ja fast nix. Daher Junipilze vom letzten Jahr aus dem BayerWald (Urwald Ruckowitzhäng)  8)



Antrodia heteromorpha - ein kälteliebender Porling und bei uns sehr selten, im Bayerischen Wald noch verbreitet.



Porodaealea (Phellinus) chrysoloma, meist ein Kronenbesiedler, hier aber an der Stammbasis einer noch lebenden, aber bereits sehr altersschwachen Fichte.



Das ist der gleiche Fruchtkörper, nur umgedreht - hier sieht man den gelben Rand sehr gut.

LG
Christoph
7
Plattform für Pilzfreunde / Re: Junipilze
« Letzter Beitrag von Hias am 18. Juni 2017, 10:16 »
Servus zusammen,

ich war am Freitag im Mangfallgebirge unterwegs. Schwammerlmäßig war wenig los, im Bergwald überall Stinkender Harry (Gymnopus hariolorum), auf 1700 m ein einsamer Körnchenröhrling in einem Latschenhang.
Nach Kleinpilzen habe ich aber auch nicht geschaut. Der Hochmiesing wartete immerhin mit pilzfreundlichen Wasserduschen auf, die waagerecht durch die Gegend peitschten  ;)

Grüße
Hias
8
Plattform für Pilzfreunde / Re: Junipilze
« Letzter Beitrag von Rudi am 17. Juni 2017, 22:57 »
So, jetzt was aus einem kleinen Bachtal im Spessart:

Vielleicht gibts noch Meldungen aus anderen Gebieten?

LG Rudi
9
Plattform für Pilzfreunde / Re: Junipilze
« Letzter Beitrag von Rudi am 17. Juni 2017, 22:55 »
Hallo Christoph, Peter und die 6 anderen!

Danke Peter, daß du mit deinen Kleinoden im Juni weitermachst!
Da will ich auch noch was unterfränkisches von gestern zeigen.
Hier kommen die Schwammerl von einem eher trockenen Standort.
Dort sind zwar die Wiesen sonst ziemlich feucht, aber- die Trollhand zeigt es besonders gut- es ist fast Wüste...

Gleich kommt noch was wässrigeres
LG Rudi
10
Hallo Peter,

vielen Dank für die konkreten Infos! Dann drücke ich die Daumen, dass die Liste heuer noch erscheinen kann.

LG
Christoph
Seiten: [1] 2 3 4 5 6 ... 10