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BMG e.V. / Re: BMG-Tagung 2018 in Pfronten
« Letzter Beitrag von Christoph am Gestern um 17:10 »
Hallo zusammen,

heute kam die engültige Bestätigung, dass unsere Tagung auch für die PSV der DGfM als Fortbildungsveranstaltung anerkannt wird. Das heißt, ab heute können und dürfen wir das offiziell "verkünden".  :)

Liebe Grüße,
Christoph
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BMG e.V. / Re: Verwirrungen im BMG Rundbrief August 2018
« Letzter Beitrag von Peter am Gestern um 07:28 »
Zitat
Der TOP5 heißt "Verschiedenes" und mehr ist das auch nicht. Wir wollen die MV dazu nutzen, über eine mögliche Kooption zu diskutieren.

Guten Morgen Christoph,

ah, jetzt wird ein Schuh draus. Es wollen/müssen leider zwei Präsidiumsmitglieder früher als geplant aufhören, und unter Verschiedenes wird darüber diskutiert. Ergeben sich dann neue Möglichkeiten, könnten diese kooptiert werden.

Wenn das so im Rundbrief gestanden hätte, wäre es gleich klarer gewesen. Den Rundbrief lesen möglicherweise auch mehr Mitglieder, als die TO der MV.


Nun ist es ja auch geklärt.

BG, Peter
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Expertenforum Mykologie / Schlüssel des Phaeotremella-foliacea-Komplexes
« Letzter Beitrag von Christoph am 19. August 2018, 23:43 »
Hallo zusammen,

noch in der Phase wirklich extremer Temperaturen bin ich beim Gassigehen (nur mit dem Handy bewaffnet) über eine Zitterling gestolpert, den ich dummerweise einfach nur makroskopisch als "Tremella" foliacea an Laubholz bestimmt habe. Ich hatte nichtmal ein Messer dabei und habe ihn daher im Wald gelassen (25.7.2018). Später habe ich dann im Funga-Austria-Forum diesen hochinteressanten Beitrag von Gernot gelesen - und stolperte da über Phaeotremella frondosae.

Hier das Foto meines Fundes:



Von der Art hatte ich noch nicht gehört - Kunststück, ist die Überarbeitung des Phaeotremella-foliacea-Formenkreises (Spirin et al. 2018) gerade erst publiziert worden. Dass die Gattung Tremella aufgespalten war, wusste ich zumindest schon, die Gattung Phaeotremella sagte mir etwas.

Die Arbeit von Spirin et al. (2018) enthält aber leider keinen Schlüssel zu den einzelnen Arten. Das liegt vermutlich daran, dass zwei Arten kaum bekannt sind (Phaeotremella fuscosuccinea und Ph. roseotincta) und wohl auch daran, dass sich zwei Arten, namentlich Phaeotremella frondosae und Phaetroemella fimbriata in ihren Merkmalen überschneiden. Leider sind nur typischen Phaeotremella frondosae-Kollektionen klassisch bestimmbar, während untypische auch wie eine Ph. fimbriata daherkommen können (die Sporenmaße überlappen sich, auch Phaeotremella frondosae kann mal schwärzen und sie kann auch kleine Fruchtkörper an Stereum rugosum / an Erle bilden - vergleiche im Schlüssel...). Es ist aber wenig wahrscheinlich, dass bei einem Fruchtkörper wirklich alle wackeligen Merkmale einseitig ausfallen. Im Schlüssel sind die Merkmale zu finden... Im Zweifelsfall sind die beiden "natürlich" problemlos über Sequenzierung zu trennen.

Mein Fund müsste Phaeotremella frondosae sein - Laubholz, aber keine Erle (muss da nochmal genauer nachsehen, war seitdem nichtgmehr am Fundort), Wirt war Stereum hirsutum (was Ph. fimbriata ausschließt), die Fruchtkörper waren recht hellbraun, aber sie haben etwas geschwärzt, was Ph. frondosae ja darf (ich dachte vorher, alle Blattartigen Zitterlinge würden schwärzen).

Langer Rede kurzer Sinn - ich habe einen Schlüssel für die Artengruppe aus dem Artikel von Spirin et al. (2018) gebastelt. Ich hänge ihn auch als Word-Dokument an, damit das Layout passt, kopiere ihn wie sonst auch zum direkten Lesen hier mit rein. Viel Spaß und Erfolg beim Nutzen des Schlüssels - Phaeotremella frondosae und Phaeotremella fimbriata müssen dringend nachkartiert werden, da sie früher ja nicht von "Tremella" foliacea getrennt wurden.

Liebe Grüße,
Christoph


Schlüssel des Phaeotremella-foliacea-Aggregats
(von C. Hahn nach der Studie von Spirin et al. 2018)


1.    an Nadelholz, parasitisch an Stereum sanguinolentum …………………………………………………………….. 2
1*    an Laubholz, an anderen Wirten parasitierend (insbesondere Stereum rugosum oder Stereum hirsutum) …………………………………………………………………………………………………..………………………..……. 3

2(1)    Fruchtkörper braun, aber zu den Enden der Lappen hin heller, rosa-ockerlich; Sporen ellipsoid, (6,5-)7-10(-10,75) x 5-8 µm, Q = 1,3-1,4 ….………………………..….……… Phaeotremella fuscosuccinea
2*    Fruchtkörper einheitlich braun, Lappenenden nicht blasser; Sporen sobglobos bis breit ellipsoid, 5,25-9(-10,25) x (4,5-)4,75-8,5(-9,5) µm, Q = 1,1-1,2 …………………………….. Phaeotremella foliacea

3(1)    Fruchtkörper beim Trocknen nicht schwärzend ……………………………………………………………………….. 4
3*    Fruchtkörper beim Trocknen t schwärzend (Herbarbeleg schwarz)  …………………………………………. 5

4(3)    Fruchtkörper braun, aber zu den Enden der Lappen hin heller, rosa-ockerlich ………………………….
…………………………………………..………………………………………………………….... Phaeotremella roseotincta
4*    Fruchtkörper einheitlich braun ………………………………………………………….. Phaeotremella frondosae

5(3) Frische, noch nicht geschwärzte Fruchtkörper mit deutlichem Rostton, ansonsten eher schmutzig graubraun;  Sporen überwiegend ovoid bis ellipsoid, Qmin = 1,2 (Q = 1,2-1,5, Qm = 1,3); ostasiatische Art, bislang nur von Quercus bekannt ………….…………………. Phaeotremella eugeniae
5*   Frische, noch nicht geschwärzte Fruchtkörper ohne Rosttöne und deutlicher braun, weniger schmutzige Grautöne enthalten; Sporen subglobos bis ellipsoid (selten auch globose Sporen in einer Kollektion), in jeder Kollektion zumindest mit subglobosen Sporen, Qmin < 1,2 (Q= 1,0-1,6); europäische Arten …………………………………………………………………………………………………………… 6

6(5) Fruchtkörper deutlich schwärzend; Sporen meist recht klein, 5,25-8(-8,25) x (4,25-)4,5-6,5(-7) µm; Fruchtkörper dunkelbraun, relativ klein, bis 4 cm Durchmesser; an Betulaceae (v.a. Alnus), an Stereum rugosum parasitierend ……………………………………………..…….. Phaeotremella fimbriata
6*    Fruchtkörper meist nicht schwärzend; Sporen meist größer, (6-)6,25-10,25(-10,75) x 5-8,75(-9) µm (es gibt aber kleinsporige Kollektionen, die anhand der Sporenmaße nicht von Ph. fimbriata zu trennen sind); Fruchtkörper meist hellbraun, groß und kräftig, bis 7 cm im Durchmesser; an diversen Laubhölzern, an Stereum hirsutum und Stereum rugosum parasitierend …………………….
……………………..…………………………………………………………………………………… Phaeotremella frondosae

Literatur:
SPIRIN V, MALYSHEVA V, YURKOV A, MIETTINEN O, LARSSON K-H (2018): Studies in the Phaeotremella foliacea group (Tremellomycetes, Basidiomycota). Mycol. Prog. 17:451–466.
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BMG e.V. / Re: Entwirrung
« Letzter Beitrag von Christoph am 19. August 2018, 18:16 »
Servus Peter,

wo steht denn, dass während der MV zwei Präsidiumsmitglieder kooptiert werden sollen? Der TOP5 heißt "Verschiedenes" und mehr ist das auch nicht. Wir wollen die MV dazu nutzen, über eine mögliche Kooption zu diskutieren. Zudem warst du meines Wissens selber mindestens zweimal selber dabei beteiligt, als Präsidiumsmitglieder kooptiert wurden (sowohl in der BMG als auch in der DGfM). Daher weißt du, dass dies das Präsidium selbst in einer Präsidiumssitzung ausführt und nicht über eine MV abläuft.

Hier geht es nur darum, unter Verschiedenes das ganze zu thematisieren, um so besser Nachfolger zu finden.

Damit hoffe ich, jetzt endgültig deine Verwirrungen entwirrt zu haben.

Was deine Probleme mit der Pilzausstellung angeht, verstehe ich dich auch nicht wirklich. Es gibt auch keinen Vertrag zwischen Heinz Holzer und dem Träger des Baumwipfelpfads - Heinz hat alles eingeleitet und die Grundorganisation gemacht. Ein schriftlicher Vertrag besteht nicht. Das Angebot, die Auslagen zu begleichen, kam vom Träger des Baumwipfelpfads. Ich finde die Möglichkeit, auf dem Baumwipfelpfad eine Pilzausstellung machen zu können, sehr gut und ich freue mich darüber, dass die Helfer ihre Auslagen rückerstattet bekommen. Es geht um keine hohen Geldbeträge.

Liebe Grüße,
Christoph
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BMG e.V. / Re: Verwirrungen im BMG Rundbrief August 2018
« Letzter Beitrag von Peter am 19. August 2018, 08:43 »
Zitat
Die BMG erhält für die Mithilfe bei der Ausstellung eine Aufwendung, die aber für die Rückerstattung der Auslagen der Helfer (Übernachtungskosten, Fahrtkosten) wieder ausgegeben wird. Die BMG gibt die Aufwendung zu 100 Prozent an die Aktiven vor Ort weiter.

Hier verstehe ich nicht, warum ihr mit Zahlen so sparsam seid. Transparenz in einem gemeinnützigen Verein würde für mich bedeuten: "Herr Holzer hat einen Vertrag mit.... über....und die BMG erhält für ihre Unterstützung einen Betrag von....., den sie zu 100 % an die Helfer auszahlt."

BG, Peter


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BMG e.V. / Re: Verwirrungen im BMG Rundbrief August 2018
« Letzter Beitrag von Peter am 19. August 2018, 08:29 »
Danke für deine Antwort Christoph,

vielleicht liest du dir nochmal die anhängende Einladung zur MV bis inkl. Punkt % ganz am Ende durch.
Dort steht doch eindeutig, dass zwei Mitglieder nicht mehr weitermachen können und das Ersatz gesucht wird. Sollen also zwei neue Vorstandsmitglieder kooptiert werden? Dann könnte das doch auch so in der Einladung bzw. in deinem Rundbrief stehen.

BG, Peter

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Servus Renate,

jetzt kann ich auf deinen Beitrag eingehen :-)

Zitat
1. was macht der Pilzberater im Einzelfall?
2. welche Empfehlungen werden allgemein gegeben?

Ich habe diesbezüglich heute schon auf Rikas Beitrag beispielhaft skizziert, wie ich das als Pilzberater handhabe. Generell empfehle ich, nur das freizugeben, was man gut genug kennt - oder wenn man eine Allgemeinregel anwendet, ohne die Art zu erkennen (Stäublingsregel, Täublingsregel usw.), dann dies entsprechend klar zu kommunizieren und damit die Verantwortung wieder zurückzugeben. Man kann ja nicht garantieren, dass eine unbekannte Art wirklich essbar ist, sondern nur aussage, dass dies eben sehr wahrscheinlich sei.

Zitat
Zu 1: Keiner will jemand anderen einen giftigen Pilz freigeben und z. B. Beim Erlengrübling im Zweifel sagen, der schaut für einen Röhrling komisch aus, da muss ich erst nachschauen. Man muss nicht alles essen was vielleicht essbar ist. Vielleicht sprechen wir im Pilzberaterkurs nochmal drüber.

Wir werden ausführlich darüber sprechen. Den Erlengrübling gebe ich nebenbei bemerkt eh nicht frei (geschützte Art und mir zu nah mit Paxillus verwandt). Aber das ist ein gutes Beispiel - man kann ja über Umkehrschlüsse die giftigen Dickröhrlinge ausschließen, also müsste die Art theoretisch essbar sein... so rein theoretisch. Aber es wäre wieder etwas Unbekanntes (das Fallbeispiel annehmend, dass der Pilzberater die Art nicht kennt) - und da schützt man sich eben selbst, indem man Unbekanntes nicht freigibt.

Zitat
Zu 2. Viele Dinge sind „allgemeines Volkswissen“. Diese Regeln habe ich auch gelernt, sie stehen auch so in Büchern. Würde man hier eine Veränderung haben wollen, dauert das.

Das ist klar. Nur müssen die "Experten" hier teils den Büchern voraus sein - Stichwort Grünling als Beispiel. In den Büchern dauert das immer länger. "Allgemeines Volkswissen" ist eben meist ein "ungefähres Wissen".

Zitat
Problematisch ist m.E. Der Klimawandel, der uns Neuzugänge bringt. Ansonsten essen die Leute das, was schon immer gegessen wurde.

Ja, der Klimawandel bringt wirklich Probleme mit sich. "Zuwanderung" von Paralepistopsis amoenolens (Clitocybe amoenolens) ist ein Beispiel. Wer weiß, wann z.B. mit Gyroporus ammophilus der "Gifthase" bei uns nachgewiesen wird? Gerade das macht manche Regeln schwieriger, da diese ja nur regional galten.

Zitat
Sind bei den „Alten“ doch giftige dabei, so muss das der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Was die „alten“ Pilze betrifft, wird es ohne konkrete Vergiftungsfälle oder Angabe von Giften schwer sein, die Leute davon zu überzeugen, das anders zu handhaben, sie haben das von den Eltern so gelernt und geben das so weiter.

Letzteres ist klar - siehe Kahler Krempling, siehe Grünling (usw.)

Zitat
Bei den Neuzugängen werden die erfahrenen Pilzgänger sich (hoffentlich) erkundigen. Aber da kommen wir jetzt an die Grenzen.

Und da wird es ebena uch für Pilzberater "spannend".

Zitat
Durch Tschernobyl ist ein Loch in der Wissensweitergabe Eltern - Kind gewesen.

Ich glaube, dass das mittlerweile durch das verbesserte Informationsabgeobt abgefedert wird (Foren, Internet, viele Pilzbücher...) - vielleicht ist das sogar ein kleiner Vorteil, weil man so weg kommt vom "ich erlerne drei Arten und die sammle ich in Unmengen" und dafür ein breiteres Wissen aufbaut und (hoffentlich) dadurch auch nachhaltiger - und vorsichtiger - sammelt.
Wenn ich an die Personen denke, die Stockschwammerl mündlich überliefert bekommen (ohne dass die Quelle, sprich der Großvater, den Gifthäubling kennt...).

Liebe Grüße,
Christoph
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Expertenforum Mykologie / Re: Borstiger Becherling?
« Letzter Beitrag von UmUlmHerum am 18. August 2018, 21:13 »
Hi Christoph,
willkommen zurück im Forum!

Vor Ort und bevor ich sie angefasst hatte, bin ich auch erstmal vom Halbkugeligen Borstenbecherling ausgegangen, vor allem bei den jungen Teilen, dann kamen viele dieser völlig ausgebreiteten Apos + die Festigkeit wie von Fingernägeln dazu ... und da bin ich ins Zweifeln geraten. Die Dinger waren wirklich frisch, das Erdreich vom Bach her gut durchfeuchtet und beschattet. Beim Trocknen schrumpften sie auch ordentlich ein, rund minus 40%.

Vielleicht kommen hier ja Erfahrungsberichte über harte Formen rein – würde mich freuen!

Ob ich die Dinger noch mal anschauen kann, ist ungewiss – bei normalem Wasserstand ist der Grund sicher aufgeweicht, und ich besitze keine Fischerstiefel(-hose)...

Viele Grüße – Rika
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Expertenforum Mykologie / Re: Borstiger Becherling?
« Letzter Beitrag von Christoph am 18. August 2018, 12:37 »
Servus Rika,

ich war ne kurze Zeit offline (August eben) - sonst hätte ich anhand der Fotos rein makroskopisch auch Humaria hemisphaeria getippt (vor dem zweiten Posting). Dass die Fruchtkörper festfleischiger als normal sind - kann das an der Dürre liegen? Humaria hemisphaeria ist meines Wissens ein Ektomykorrhizapilz. Er sollte also immer wieder dort zu finden sein - vielleicht sind sie nächstes Jahr wieder mit normaler Konsistenz?!

Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Augustpilze 2018
« Letzter Beitrag von Christoph am 18. August 2018, 12:32 »
Servus Helmut,

coooooool  :o

da freue ich mich schon richtig auf die Seminarwoche der ARGE Österreichischer Pilzberater (letzte Augustwoche) - wir sind in den Bergen (Windischgarsten) und auch der Dachstein ist nicht weit.

Liebe Grüße,
Christoph
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