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Expertenforum Mykologie / Typus gesucht: populina
« Letzter Beitrag von pilzmel am 14. April 2017, 19:56 »
Hallo zusammen,
weil ich grade in Schwung bin, ein ähnliches Thema.
Diesmal wird ein Neotypus gesucht, der muss also nicht mit einem alten Gemälde harmonieren. Aber er sollte unbedingt aus der Umgebung Augsburg stammen, wo Britzelmayr zu Gange war.
Es geht um Psathyrella populina. Inzwischen zu Cystoagaricus gestellt – richtig, aber zu einem Synonym von Cystoagaricus silvestris (Psathyrella sylvestris) erklärt. Das ist falsch. Vom Basionym Hypholoma sylvestre Gillet von 1878 gibt es nur eine Beschreibung, die nicht passt, und weder Bild noch eine Typuskollektion. Britzelmayrs Konzept von Agaricus populinus hingegen ist stimmig. Und genau deshalb wird ein Typus gesucht. Britzelmayr nennt als Fundorte Gersthofen, Friedberg, Dasing, Lechauen.
Für jede Hilfe sehr dankbar!
Beste Ostergrüße,
Andreas
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Expertenforum Mykologie / Re: Suche Psathyrella spadiceogrisea
« Letzter Beitrag von pilzmel am 14. April 2017, 18:56 »
Hallo Christoph,
nicht so einfach, da Schäffer ausgerechnet Pilze zeichnete, die extrem dünnfleischig sind. Man braucht schon etwas Fantasie, um hier spadiceogrisea zu erkennen. Aber Typus ist nun mal Typus, auch wenn er nicht typisch ist.
Beste Grüße und schöne Ostern,
Andreas
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Expertenforum Mykologie / Re: Suche Psathyrella spadiceogrisea
« Letzter Beitrag von pilzmel am 14. April 2017, 18:56 »
Hallo Schorsch,
Psathyrella ist sicher, aber zur Art wage ich keine Prognose; da fehlen zu viele relevante Merkmale. P. spadiceogrisea ist es vermutlich nicht, dafür stehen die Lamellen zu entfernt. Aber herzlichen Dank für deine Meldung zur Sache.
Beste Grüße und schöne Ostern,
Andreas
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Pilzvergiftungen / Re: Neuigkeiten zu Syndromen
« Letzter Beitrag von Werner E. am 14. April 2017, 17:43 »
O.k. besten Dank!
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Expertenforum Mykologie / Re: Schlüssel zur Gattung Tympanis (nach Groves)
« Letzter Beitrag von Christoph am 14. April 2017, 16:29 »
Hallo zusammen,

ich habe mittlerweile den Aufastz von Yao & Spooner (1996) bekommen und habe den dort enthaltenen Schlüssel für die Gattung Tympanis in Großbritannien ins Deutsche übertragen. Ich habe den Schlüssel jetzt nicht umgestellt, um Kleinigkeiten zu korrigieren, da er ohnehin übersichtlich ist. So soll Tympanis alnea selten auch an Nadelholz (Abies, Larix) vorkommen, wird aber nicht unter den Nadelholzarten ausgeschlüsselt. Wie auch immer, es ist eine Alternative für den älteren Weltschlüssel, der hier weiter unten zu finden ist.

Auslöser, nochmal die Literatur herauszusuchen, war ein gemeinsames verlängertes Wochenende bei Boris Zurinski Erlangen. Wir sind in einen uralten Erlenbruchwald gegangen und haben dort unter anderem Camarops polysperma an Schwarzerle gefunden. Ich hatte Boris dann geraten, die Tage auch mal nach Tympanis alnea zu suchen. Offenbar hatte er Erfolg - jedenfalls hat er mir heute von Funden, die makroskopisch hinkommen, erzählt. Grund genug, diesen Thread hervorzuholen und zu aktualisieren (mit einem alternativen Schlüssel für Großbritannien eben - aber hier sind nicht alle deutschen/bayerischen Arten enthalten).

Ich präsentiere also:

Schlüssel der Gattung Tympanis für Großbritannien nach Yao Y-J & Spooner B.M. (1996):
 Notes on British Species of Tympanis (Leotiales) with T. prunicola New to Britain.  Kew Bulletin, 51(1): 187-191


1. Apothecien an Nadelholz …... 2
1*. Apothecien an Laubholz …... 4

2. Ascosporen mehrfach septiert, 13,0-20,0 x 2,0-4,0 µm; an Pinus …............. Tympanis confusa
2*. Ascosporen einfach septiert, 6,0-12,0 x 2,0-4,0 µm; an Pinus und an anderen Konifernen … 3

3. Ascosporen keulenförmig (clavat), 7,0-10 x 3,0-4,0 µm; Asci (70-) 80-110 (-120) x (11,0-) 13,0-15,0 (-17,0) µm …............................................................................................... Tympanis laricina
3* Ascosporen gewöhnlich ellipsoid-fusoid, (6,0-) 8,0-10,0 (-12,0) x 2,0-4,0 µm; Asci kleiner, (60-) 70-90 (-110) x (8,5-) 9,5-12,0 (-14,0) µm ….................................................... Tympanis hypopodia

4. Apothecien an Sorbus, häufig in Büscheln zu 20-50; Asci 140-190 (-215) x 12,5-15,0 µm; Ascosporen elispoid, zweizellig (einfach septiert) …........................................ Tympanis conspersa
4*. Apothecien an anderen Wirten, einzeln oder büschelig; Asci variabel in der Größe; Sporen ein- oder zweizellig …............................................................................................... 5

5. Apothecien an Populus und Salix; Asci (55-) 70-90 (-110) x (9,0-) 10,0-13,0 (-15,0) µm; Ascosporen zweizellig …............................................................................. Tympanis spermatiospora
5*. Apotecien an anderen Wirten oder falls an Populus und Salix, dann Asci 110-215 µm lang und dann Sporen einzellig …....................................................................................... 6

6. Apothecien an Viburnum und Cornus; Asci (75-) 90-120 (-145) x 10,0-16,0 (-20,0) µm; Ascosporen zweizellig ….................................................................................. Tympanis fasciculata
6*. Apothecien an anderen Wirten; Asci unterschiedlich groß; Ascosporen ein- oder zweizellig .. 7

7. Apothecien solitär oder in manchmal kleinen Büscheln an Ligustrum und Syringa; Asci (100-) 110-140 (-155) x (12,0-) 15,0-18,0 (-21,0) µm; Ascosporen keulenförmig, zweizellig, 7,0-10,0 x 3,0-4,0 µm …... Tympanis ligustri
7*. Apothecien gewöhnlich in großen Büscheln von bis zu 20 oder mehr Fruchtkörpern an anderen Wirten; Asci variabel in der Größe; Ascosporen subglobos bis ellipsoid, ein- oder zweizellig, 4,0-8,0 x 3,0-6,0 µm …............................................................................................. 8 

8. Apothecien an Prunus, glatt; Asci (85-) 100-160 x 13,0-18,0 µm; Ascosporen zweizellig, ellipsoid bis subglobos …... Tympanis prunicola
8* Apothecien meist an Alnus oder Betula, aber manchmal auch an Abies, Crataegus, Kalmia, Larix, Malus, Populus, Quercus, Salix und Tilia; Apothecien kleiig; Asci (110-) 135-190 (-215) x (14,0-) 18,0-22,0 (-25,0) µm; Ascosporen einzellig, subglobos …....................... Tympanis alnea
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Pilzvergiftungen / Re: Neuigkeiten zu Syndromen
« Letzter Beitrag von Christoph am 14. April 2017, 13:54 »
Servus Werner,

das mit der Rhabdomyolyse hat sich nicht bestätigt. Unstrittig ist, dass die in Erdritterlingen enthaltenen Saponaceolide deutlich toxisch sind. Leider sind Mäuse in Bezug auf Erhöhung des CK-Wertes wenig geeignet, um auf den Menschen schließen zu lassen. So benötigen Mäuse selbst bei der stark und nach Einmalverzehr beim Menschen Rhabdomylose-auslösenden Russula subnigricans ungleich höhere Mengen für dem Menschen entsprechende Symptome.

Prof. Dr. Benrdt (DGfM) zweifelt zudem an, ob die Saponaceolide den Verdauungstrakt des Menschen überstehen.

Fakt ist, dass Erdritterlinge Toxine enthalten. Nicht klar ist, ob die Mengen ausreichen, um eine Wirkung beim Menschen auszulösen und inwiefern wir diese Inhaltsstoffe auch aufnehmen. Labormäuse sterben jedenfalls bei hohen Mengen an Erdritterlingen, aber offenbar nicht an Rhabdomyolyse (das war eine Fehlinterpretation in dem besagten Fachartikel). Untersucht wurde bislang nur Tricholoma terreum.

Ich kann allgemein empfehlen, meinen Aufsatz, den ich zusammen mit Helmut Grünert in der letzten Mycologia Bavarica veröffentlicht habe, zu lesen  ;). Wir haben alle neueren Vergiftungssyndrome zusammengefasst und soweit uns als Nichtmedizinern möglich, bewertet und kommentiert.

Ich persönlich gebe ohnehin keine Erdritterlinge frei, da ich die Gefahr sehe, dass die zu Beratenen dann eigenständig graue Ritterlinge sammeln und irgendwann deutlich fehlgreifen (z. B. Tricholoma filamentosum essen).

Liebe Grüße und ebenfalls Frohe Ostern,
Christoph
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Pilzvergiftungen / Re: Neuigkeiten zu Syndromen
« Letzter Beitrag von Werner E. am 14. April 2017, 12:24 »
Servus Christoph,
die Pilzsaison beginnt und damit auch die Zeit der Beratungen in den Pilzberatungsstellen. Kannst Du schon genaueres über die Auslösung der Rhabdomyolyse bezüglich dem Genuss von Erdritterlingen sagen. Betrifft das z.B. nur T. terreum, oder auch die anderen Arten, wie z.B. T. scalpturatum / argyraceum? Oder sollte man vom Verzehr aller Ritterlinge incl. T. portentosum grundsätzlich abraten?
An liabn Gruaß und schöne Ostertage,
Werner
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Expertenforum Mykologie / Re: Pyrenomycet, leider ohne Sporen
« Letzter Beitrag von Christoph am 14. April 2017, 01:05 »
Danke Schorsch,

über die Gattung bin ich bisher noch gar nicht gestolpert. Gut zu wissen...

Ich habe gleich mal gegooglet und hier einen Schlüssel der nicht auf Flechten wachsenden Arten gefunden:
http://www.ascomycete.org/portals/0/volumes/AscomyceteOrg%2004-03%2055-64.pdf

(Die Arbeit ist von Gernot Friebes)

LG
Christoph
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Expertenforum Mykologie / Re: Pyrenomycet, leider ohne Sporen
« Letzter Beitrag von Schorsch am 14. April 2017, 01:01 »
Björn Wergen meint, dass es eine Capronia sein könnte. Evtl Capronia nigerrima (R.R. Bloxam) M.E. Barr 1991. Aber ohne Sporen könne man das nicht definitiv sagen.
LG Schorsch
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Pilzvergiftungen / Kremplingssyndrom aufgetreten
« Letzter Beitrag von Christoph am 14. April 2017, 00:09 »
Hallo zusammen,

in Bayern sind zwei Fälle von Kremplings-Syndrom aufgetreten. Bei einem Fall habe ich direktte Informationen von der beteiligten Pilzberaterin erhalten. Beide Fälle sollen publiziert werden, weshalb ich keine genaueren Aussagen treffen kann.

Eins kann ich aber hier mitteilen:

Es handelt sich um zwei Fälle des autoimmunen Syndroms, bei dem die Roten Blutzellen angegriffen werden. Trotz sofortiger Behandlung führte einer der beiden Fälle zum Tod! Es gab keine Vorwarnzeichen.

Kurz gesagt: Kremplinge sind auch heutzutage trotz möglicher Blutwäsche und Transfusionen lebensgefährlich und es treten auch Fälle auf.

Also bitte Finger weg von Kremplingen und Erlengrüblingen!

Liebe Grüße,
Christoph
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