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Pilzberater und PSV / Re: Soll ich das Süppchen etwa vorkosten ?
« Letzter Beitrag von Christoph am 12. August 2017, 12:53 »
Servus Peter,

sorry, aber zu dem "Knaben" würde man hier nur sagen: "Sag mal, geht's noch?".

Pilzberater müssen für den Herrn in ständiger Bereitschaft ausharren, falls der Herr mal Stockschwammerl essen will. Manche Menschen haben ein Anspruchsdenken, wo mir die Spucke wegbleibt.

Genau das ist die Klientel, die den Pilzberatern ihr ehrenamtliches Engagement madig machen.

Wenn er seine Süppchen alleine isst und niemanden einlädt und ins Risiko mit einbezieht, dann ist er ganz allein selbst verantwortlich dafür. Manchen Leuten kann man halt nicht helfen.

LG
Christoph
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Pilzberater und PSV / Soll ich das Süppchen etwa vorkosten ?
« Letzter Beitrag von Peter P. am 12. August 2017, 11:13 »
Hallo in die Runde,
betrifft vor allem Antwort 4: Hat der Mann genascht oder liege ich total daneben ?
LG Peter P.

https://www.pilzforum.eu/board/thema-100?pid=371616#pid371616
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Servus, Christoph,

deine Berichte über die Rothschwaig-Funde finde ich sehr interessant und hoffe, dass du den Fred auch weiterhin mit so schönen Beiträgen füttern wirst.  :)

Zum gemeinsamen Vorkommen von H. calciphila und E. excentricum kann ich vielleicht noch berichten, dass ich diese beiden Arten aus einem Naturschutzgebiet beim Hochschwab ebenfalls vergesellschaftet kenne. An den dortigen Kalkschuttflächen ist H. calciphila z. T. ein richtiger Massenpilz. Entoloma excentricum wächst nicht ganz so zahlreich aber doch regelmäßig bei Pinus sylvestris und Dryas. Weitere Massenpilze auf diesen schottrigen, wenig bewachsenen Flächen sind Inocybe fuscomarginata und Thelephora caryophyllea – vielleicht kommen dir die ja auch noch unter. Hygrocybe acutoconica hab ich bei den Fundstellen von H. calciphila und E. excentricum übrigens auch schon gefunden.

Hier noch ein Foto vom letzten Jahr:



Schöne Grüße
Gernot
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Expertenforum Mykologie / Re: Marasmiellus sect. Tricolores - Bestimmungsproblem
« Letzter Beitrag von Gernot am 11. August 2017, 21:06 »
Hallo, zusammen,

ich bin heute auch über einige Fruchtkörper von M. tricolor "gestolpert" und hab sie, an diesen Beitrag denkend, mitgenommen. Werde demnächst über die Ergebnisse der mikroskopischen Untersuchung berichten.

Peters Erfahrungen kann ich nur bestätigen – bei feuchter Witterung ist die Art an den entsprechenden Standorten m. E. nicht sonderlich selten, obwohl es bei uns erstaunlich wenige Fundmeldungen gibt. Aber sie wird halt sicher leicht übersehen bzw. vielleicht auch nicht immer gleich erkannt.

Schöne Grüße
Gernot
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Expertenforum Mykologie / Re: Marasmiellus sect. Tricolores - Bestimmungsproblem
« Letzter Beitrag von Peter P. am 11. August 2017, 02:55 »
Hallo Christoph,
schön, wieder an diese Gattung erinnert zu werden.
In der Sektion Tricolores gab's hier noch keine Probleme, da bisher ausschließlich die var. tricolor gefunden wurde und garnicht so selten (im Lkr. Sonneberg in 10 MTB/16 und in den letzten 5 Jahren eigentlich vernachlässigt). Interessanterweise erschien die Art immer Juli/ August und nach sehr feuchten Perioden, wie wir sie ja momentan haben.
Da wird es sich wieder 'mal lohnen, die bekannten Fundstellen aufzusuchen und evtl. auch einige der zu den gleichen Bedingungen erscheinenden Begleitarten zu finden.
http://forum.pilze-bayern.de/index.php?action=dlattach;topic=1565.0;attach=15197;image
LG Peter.

Edit: Das mit dem Einfügen habe ich jetzt auch kapiert. Aber geht's nicht noch umständlicher ?
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Expertenforum Mykologie / Marasmiellus sect. Tricolores - Bestimmungsproblem
« Letzter Beitrag von Christoph am 10. August 2017, 23:47 »
Servus beinand,

heute habe ich trotz Regenwetters (diesmal zusammen mit Helmut Grünert) in Rothschwaig erneut die Trockenrasen (die jetzt nass waren) unsicher gemacht. Unter anderem fand ich einen kleinen Marasmiellus, der nicht ganz aufgehen will.





Die HDS passt äußerst gut zu Marasmiellus tricolor - gerade die Keulen ohne Divertikel, dafür aber an der Basis extrem dichte "Noppen" - genau wie von Antonin & Noordeloos (2010): A monograph of marasmioid and collybioid fungi in Europe. gezeichnet und beschrieben.
Die Basidien sind vorwiegend 4-sporig, Cheilocystiden treten recht häufig auf.

Sporen: 10,5-12,8-14,25(-15,25) x 4,75-5,3-5,75 µm; Q = 2,1-2,40-2,7

Was passt also nicht auf Marasmiellus tricolor var. graminis?

1. Die Sporen sind zu lang - Antonin & Noordeloos geben (8,0-)9,5-12,5(-13,5) x 3,5-6,5 µm, Q = 1,8-3,0 an

Gut, sie schreiben, dass die Sporenmaße sehr variabel innerhalb M. tricolor s.l. sein können. Für Marasmiellus trabutii sind sie aber noch zu kurz.

2. Die Form der Cheilocystiden passt nicht - ich sehe verzweigte, teils recht dünne Cheilocystiden, die etwa sknorrig verzweigt sind und am Ende Divertikel aufweisen können - Antonin & Noordeloos zeichnen aber keulige Cheilocystiden mit einzelnen, kleinen Divertikelnm. Das passt nicht gut zusammen.

3. Die dunkle Hutmitte im Alter mit einem Hauch von schmutzig bläulich - auch an der Stielbasis teils mit einem winzigen Blauhauch (auf den Fotos schlecht zu erkennen). Die Hutmitte kann aber ein Trocken-/Hitzeartefakt der letzten Woche sein.

Standort:
Kalktrockenrasen, sehr mager.

Meine Frage:
Habt ihr schonmal Marasmiellus tricolor var. graminis unter dem Mikro gehabt und wie waren da die Sporenmaße und die Cheilocystiden?
Wegen der HDS denke ich durchaus, dass es diese doch variable Art sein kann, aber sicher bin ich mir da nicht wirklich. Jedenfalls komme ich mit Antonin & Noordeloos (2010) da auf keinen Grünen Zweig.

LG
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Augustpilze
« Letzter Beitrag von Christoph am 9. August 2017, 19:32 »
Dann steuere ich mal was ganz banales bei, aber irgendwie freut man sich dann doch immer  8). Ich habe heute mal kurz einen unglaublich schönen, aber traurigerweise kleinen Rest eines Südhang-Kalkbuchenwaldes bei Gilching besucht. Bislang gab es dort heuer gar nichts, nullkommajosef. Jetzt schießen die Täublinge, nur waren die Schnecken immer schneller - und die ersten Sommersteinpilze. Ich habe immerhin zehn Fruchtkörper gezählt (von jung bis mittelalt - die Schnecken waren bereits aktiv).

Ich hatte keine Kamera dabei, deshalb zeige ich als "Beleg" das Handyfoto von Boletus aestivalis:



LG
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Messung der Strahlungsaktivität bei Großpilzen
« Letzter Beitrag von Peter P. am 9. August 2017, 00:59 »
Hallo in die Runde,
unsere Coburger Pilzgruppe hat sich an einer solchen Aktion dieses Instituts schon 2015 beteiligt. Um die 50 Proben von etwa 20 gängigen Speisepilzen wurden gesammelt zwischen dem Fichtelgebirge und dem Grabfeld, von Naila bis Bamberg und auch in Südthüringen. Ob die Ergebnisliste so für die Öffentlichkeit gedacht ist entzieht sich momentan meiner Kenntnis, soviel sei aber verraten: Sämtliche Proben liegen weit unter der Hälfte der für den Handel empfohlenen Belastung mit Cäsium 137 von 600 Bq/ kg.
Grüße Peter P.
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Pilzberater und PSV / Re: vergammelte Pilze als verweste Pilze benennen
« Letzter Beitrag von Christoph am 9. August 2017, 00:21 »
Servus Peter,

ja, es ist teils unglaublich, was manche Leute noch essen wollen. Und die Trophäenbilder in manchen Foren finde ich mehr als grenzwertig. Matschige und vermadete Rotfußröhrlinge, aber Hauptsache essbar...

Das hat sicherlich einen tiefenpsychologischen Grund. Warum sonst schaltet man sein normales Verhalten ab ("was gammelig ist und schon riecht, isst man nicht, wenn Maden einem zuwinken, isst man das auch nicht mehr") und stopft alles in sich rein. Warum sammeln manche Leute selbst kleinste Pilzbabies, die niemand bestimmen kann?

Neulich in einem anderen Forum hat jemand einen ganzen Haufen Bitterröhrlinge inegesammelt. Der Sammler hatte keine Ahnung, was das ist, hat selbst die kleinsten Knöpfe gerafft, alles schon vorgeputzt (Stielbasis entfernt) und wollte dann die ihm unbekannten Pilze bestimmt bekommen (und in die Pfanne hauen).

Eigentlich sollten bei solchen Postings Pilzberater / Pilzsachverständige immer wieder auf Grundregeln des Pilzesammelns hinweisen. Dazu gehört auch maßvoller Umgang und Rücksicht beim Sammeln sowie naturschutzfachliche Aspekte in den Vordergrund zu stellen. Unbekannte Arten werden nicht gegessen und man nimmt nur wenige Fruchtkörper zum Bestimmen mit.

Mein Eindruck ist aber, dass viele nicht einmal ein Pilzbuch besitzen und statt sich eines anzuschaffen und nachzulesen, ist es einfacher, oft schlechte Fotos zu posten, einen Namen zu bekommen und dann drauflos zu essen. Dagegen ist das Verspeisen von verwestem Eiweiß ein Klacks.

Offensichtlich schalten viele aber ihren gesunden Menschenverstand ab, wenn es ums Pilzesammeln geht. Ich hatte mal den Fall, dass an meiner Haustür ein Beutel mit Pilzen hing. Darin ein Zettel mit Telefonnummer und dem Kurztext, dass der Sammler diese Pilze verspeist hatte, sich aber jetzt nicht mehr sicher wäre und eine Nachbestimmung erwünscht. Es war Oktober und die Schwammerl waren alle cremefarben / sehr hell.
Der Anruf ergab, dass er Maischwammerl essen wollte - in seinem Buch stand, dass die auch im Herbst kämen. Zum Glück waren es nur harmlose Veilchenritterlinge.

Es ist fast ein Wunder, dass nicht mehr passiert.

Ich vermute, dass das Suchen und Finden, das Sammeln und das Gefühl, "Geheimwissen" (Artenkenntnis, Plätze) zu besitzen, einen richtigen Kick auslösen kann, der einen unvernünftig werden lässt. Deshalb hoffe ich, dass Pilzberater auch in den siversen Pilzforen hier ansetzen und immer wieder aufklären. Manche sind dessen aber viellicht schon überdrüssig. Die Sturheit mancher Menschen ist frustrierend.
Ich denke da an eine ganze Ladung von Gammelmaronen, die ich in der Pilzberatung aussortieren wollte. Die Diskussion war völlig nervig und sinnlos. Ich habe dann eine Bestätigung verlangt, also dass er mir unterzeichnet, dass ich ihn aufgeklärt habe, dass die Pilze nicht genießbar seien. Erst dann hat er sie dagelassen.

Man erlebt manchmal wirklich interessante Situationen. Ich finde das sogar recht spannend. Quasi Verhaltensforschung bei Menschen  ;)

LG
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Augustpilze
« Letzter Beitrag von Christoph am 9. August 2017, 00:07 »
Servus Rudi

Zitat
Morgen gehts in den Urlaub- nach Zwiesel- könnte man dich dort auch mal treffen?

Ich bin in der letzten Ferienwoche in Zwiesel-Rabenstein. Falls ihr dann noch im Lande sein solltet, sehen wir uns. Und grüß den Heinz von mir  :)

Viel Spaß, Erholung und Schwammerl in eurem Urlaub!
Christoph
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