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Plattform für Pilzfreunde / Re: Enteridium lycoperdon
« Letzter Beitrag von PilzMichi am 17. April 2018, 14:03 »
Servus Michi,

wunderbar, das Bleigrau kommt gut zur Geltung - damit ist Enteridium lycoperdon klar.

Liebe Grüße,
Christoph

Hallo! Genau :)
Ich werde das Ding heute mikroskopieren, vielleicht kann ich ein paar schöne Fotos hier hochladen.
LG Michi
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BMG e.V. / Link zur BMG
« Letzter Beitrag von Schorsch am 17. April 2018, 13:55 »
Servus,
ich finde es nach wie vor schade, dass es keinen einfachen und schnellen Link vom Forum zur BMG gibt.
Alfred hat es mir zwar erklärt, aber wirklich verstanden hab ich nicht.
Liebe Grüße
Schorsch
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Hallo zusammen,

als Lebenszeitmitglied der MSA (Amerikanische Mykologische Gesellschaft) bekomme ich immer die neuesten Artikel aus der Mycologia. Am 13. April 2018, also gerade eben, wurde folgender Artikel veröffentlicht:

Jiao Qin, Egon Horak, Flavius Popa, Karl-Heinz Rexer, Gerhard Kost, Fang Li & Zhu L. Yang (2018): Species diversity, distribution patterns, and substrate specificity of Strobilurus, Mycologia, DOI: 10.1080/00275514.2018.1463064

Die Autoren haben alle bekannten Arten der Gattung Strobilurus sequenziert und morphologisch-anatomisch kurz beschrieben. Hierbei zeigte sich, dass Aufsammlungen von Strobilurus an Pinus peuce aus Makedonien eine noch unbeschriebene Art aus Europa darstellen. Die Cystiden sind identisch mit denen von Strobilurus tenacellus, jedoch sind die Sporenformen etwas unterschiedliche (andere Quotienten).

Somit sind in Europa vier Arten, davon drei beschriebene, bekannt. Ich hätte den Schlüssel, den Qin et al. (2018) erstellt haben, auf diese vier Arten eindampfen können, habe abder dennoch den gesamten Schlüssel übersetzt, denn es sind Strobilurus-Artenan Douglasie bekannt. Wer weiß, ob diese Arten zusammen mit ihrem Wirt mittlerweile (oder zukünftig) eingeschleppt wurden/werden? Einen Kompkatschlüssel für Europa habe ich dann noch angefügt, wobei der kaum nötig ist. Die Arten sind zu leicht trennbar - es reichen ja die Pleurocystiden alleine aus - abgesehen von der noch unbeschriebenen Art aus Makedonien. Hier helfen der Wirt (wobei bei so wenigen Kollektionen die Substrattreue noch nicht klar ist) und die Sporenform.

Liebe Grüße,
Christoph

Und hier die Schlüssel (wieder ebenfalls als Word-Dokument, wegen des Layouts)

Weltschlüssel der Gattung Strobilurus

(nach Jiao Qin, Egon Horak, Flavius Popa, Karl-Heinz Rexer, Gerhard Kost, Fang Li & Zhu L. Yang (2018): Species diversity, distribution patterns, and substrate specificity of Strobilurus, Mycologia, DOI: 10.1080/00275514.2018.1463064)

1 Fruchtkörper an den Samenhülsen von Magnolia oder den Früchten des Amberbaums (Gattung Liquidambar) ………………………………………………………………..… Strobilurus conigenoides
1* Fruchtkörper an Koniferenzapfen oder Koniferenholz ………………………………………………….… 2

2(1) Pleurocystiden dickwandig und breit keulenförmig ………………………………………………….…. 3
2* Pleurocystiden dünn- oder dickwandig, nicht breit keulenförmig ………………………………….. 4

3(2) Basidiosporen meist 4,5-6 x 2-3 µm; ostasiatische Art …………….… Strobilurus luchuensis
3* Basidiosporen meist 6-8,5 x 3-4 µm; europäische Art …………… Strobilurus stephanocystis

4(2) Fruchtkörper an Zapfen von Pinus armandii, ostasiatische Arten ……………………………..…. 5
4* Fruchtkörper an Holzresten oder Zapfen von Kiefern oder Fichten; europäische oder nordamerikanische Arten ………………………………………………………………………………………….……….. 6

5(4) Pleurocystiden dünnwandig oder nur wenig dickwandig …………..…. Strobilurus orientalis
5* Pleurocystiden sehr dickwandig ………………………………………..... Strobilurus pachycystidiatus

6(4) Pleurocystiden stumpf endend bis kopfig ……….……….................…………………….……………. 7
6* Pleurocystiden spitz endend ………………………………………………………………………………………… 10

7(6) Basidiosporen 5–7 × 3–4 μm; Europa ............................................. Strobilurus esculentus
7 Basidiosporen kleiner; nordamerikanische Arten …………………………………………………..………… 8

8(7) Pleurocystiden dünnwandig; an unterschiedlichem Substrat unter Koniferen …….………… ………………………..……………………………………………………………………………………… Strobilurus lignitilis
8* Pleurocystiden dickwandig; an Zapfen von Pinus oder Pseudotsuga …………………………...... 9

9(8) Fruchtkörper winzig, Hut nur 1,5-3 mm im Durchmesser; an Pinus- oder Pseudotsuga-Zapfen ……………………………………………………………………………………………… Strobilurus diminutivus
9* Fruchtkörper größer, Hut 5-20 mm Durchmesser; an Pseudotsuga-Zapfen ………………………. ………………………………………………………………………………….………………………… Strobilurus trullisatus

10(6) An Pinus-Zapfen; europäische Arten ………………………………………………..……………………... 11
10* An Fichtenzapfen; Arten aus dem westlichen Nordamerika …………………………………….…. 12

11(10) An Zapfen von Pinus sylvestris, im Frühjahr fruktifizierend; Q = (1,6-)1,7-2,4(-3,00); Qm = 2.07±0.18  ……………………………………………………………………………....... Strobilurus tenacellus
11* An Zapfen von Pinus peuce, im Herbst fruktifizierend; Q =1,7–2,0(–2,1); Qm = 1.85±0.12 ……………………………..……………………………………………………………………………………. Strobilurus spec.
Bem.: bislang aus Makedonien bekannt

12(10) Basidiosporen 4–5,5 × 2,5–3 μm, Hut 3–15 mm im Durchmesser; im Tiefland …………… ... Strobilurus occidentalis
12 Basidiosporen 5,5–8 × 3–5 μm, Hut 15–25 mm im Durchmesser; in subalpinen Habitaten …………..…..  Strobilurus wyomingensis

Strobilurus oshimae, eine ostasiatische Art, die an Zweigen und Ästen von Cryptomeria japonica und Chamaecyparis obtusa wächst, fehlt der wurzelnde Stiel, hat untypischerweise einen kurzen Stiel mit ausladendem Hut (Habitus passt nicht zu Strobilurus) und gehört nach Qin et al. (2018) nicht in die Gattung Strobilurus, was sie auch genetisch gezeigt haben. Daher haben die Autoren Strobilurus oshimae nicht in den Schlüssel integriert.

Kompaktschlüssel für Europa


1 Pleurocystiden dickwandig und breit keulenförmig; an Pinus-Zapfen ……….………………………..
…………………………………………………………………………………………………… Strobilurus stephanocystis
1* Pleurocystiden dünn- oder dickwandig, nicht breit keulenförmig; an Pinus- oder Picea-Zapfen  ……………………………………………………………………………………………………………………………….. 2

2 Pleurocystiden dünnwandig, spitz endend; an Pinus-Zapfen ……………………………………………. 3
2* Pleurocystiden stumpf endend, lageniform bis leicht kopfig; an Picea-Zapfen …………………..
…………………………………………………………………………………………………………… Strobilurus esculentus

3 An Zapfen von Pinus sylvestris, im Frühjahr fruktifizierend; Q = (1,6-)1,7-2,4(-3,00); Qm = 2.07±0.18  …………………………………………………………………….………………....... Strobilurus tenacellus
3* An Zapfen von Pinus peuce, im Herbst fruktifizierend; Q =1,7–2,0(–2,1); Qm = 1.85±0.12 ……………………………..……………………………………………………………………………………. Strobilurus spec.
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Expertenforum Mykologie / Re: Der Dacrymyces-Thread - alles rund um Gallerttränen
« Letzter Beitrag von Rudi am 16. April 2018, 22:14 »
Hallo Christoph und Pablo,

Hier hab ich auch eine fränkische Guepiniopsis buccina (vom letzten Jahr), ein Pfifferlingsbecher...
der war recht zäh- kaugummiartig

LG Rudi
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Servus Gernot,

danke für den Link! Ich hatte auch den Artikel übersehen, da ich mich nicht mehr mir Daedaleopsis beschäftigt hatte.  ;)

Servus Pablo,

ich war/bin mir auch sicher, Daedaleopsis tricolor sicher im Gelände ansprechen zu können - abgesehen von Daedaleopsis septentrionalis, die ja irgendwie sehr ähnlich ist (weniger Rot im Hut?).
Insofern trenne ich die beiden Taxa sicherlich weiter, dann aber eben auf Varietätsebene als Daedaleopsis confragosa var. confragosa vs. Daedaleopsis confragosa var. tricolor (ist halt etwas umständlicher, weil länger).
Klar kann die DNA irren - es gibt ja Fälle von klar getrennten Arten mit identischer ITS. Wenn aber unterschiedliche Genloci eine nicht klare Trennung belegen und anatomisch nichts gehen sollte, dann gibt mir das durchaus zu denken. Die Ökologie bleibt dann trotzdem interessant. Funde von lamelligen Daedaleopsis (äh, wie lautet da der Plural?) an Substraten wie Buche würde ich aber sehr genau ansehen (Daedaleopsis septentrionalis? - der Artrang hat sich bestätigt, wobei der durch die Kreuzungstests ja schon gesichert war), solche an Birke auf alle Fälle (typisches Substrat für D. septentrionalis). Da kann man dann ja mal die ITS ansehen lassen...

Liebe Grüße euch beiden,
Christoph
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Expertenforum Mykologie / Re: Der Dacrymyces-Thread - alles rund um Gallerttränen
« Letzter Beitrag von Christoph am 16. April 2018, 21:29 »
Servus Pablo,

die Gattungskonzepte sind im Moment eh unklar. Man muss da entweder alles in eine große Gattung schmeißen oder aber einige kleine Gattungen definieren. Dann wird Dacrymyces s.str. recht klein und sehr übersichtlich. Letzten Endes ist das ja allgemein Trend...

Genau wie du selbst anmerkst, spricht bei dem fränkischen Pilz die Form und die weiße Außenseite gegen Guepiniopsis. Ditiola passt da besser - statt becherartig konkav ist der Fruchtkörper konvex-kopfig. Es war auch auffällig, dass das Köpfchen bereits begann, hohl zu werden. Die Hyphen lösen sich dort im Fleisch auf und bilden dann nur noch eine Gelmasse. Schneidet man den Fruchtkörper auf, fließt die Gelmasse aus und es bleibt ein Hohlraum. Ich hab das nur blöderweise nicht fotografiert.

Liebe Grüße,
Christoph

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Plattform für Pilzfreunde / Re: Enteridium lycoperdon
« Letzter Beitrag von Christoph am 16. April 2018, 21:23 »
Servus Michi,

wunderbar, das Bleigrau kommt gut zur Geltung - damit ist Enteridium lycoperdon klar.

Liebe Grüße,
Christoph
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Hallo, Christoph & Gernot!

Huch, na so was. Diese beiden Untersuchungen gingen an mir bisher auch vorbei. Interessant, da werde ich wohl auch ein wenig umdenken müssen. Das Substrat hatte ich nie so ganz ernst genommen (die var. tricolor kenne ich auch an Rotbuche zB), aber im Gesamtbild bestehend aus Fruchtkörperhabitus, Farbverläufen und Gestalt des Hymenophors meinte ich die beiden zumindest in 95% aller Kollektionen sicher trennen zu können. Da sind einige andere Pilze wesentlich schwieriger sauber zu trennen, die allerdings doch recht sicher unterschiedliche Arten darstellen.

Also werde ich wohl auch in Zukunft mindestens die beiden Varietäten getrennt auffassen und auch so festhalten. Manchmal ist die Genetik auch nicht der allerletzte Schluss. Und wenn eine Art durchaus mehrere Sequenzen haben kann, warum dann auch nicht mehrere Arten die selbe Sequenz?  ;)


LG; Pablo.
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Expertenforum Mykologie / Re: Der Dacrymyces-Thread - alles rund um Gallerttränen
« Letzter Beitrag von Beorn am 16. April 2018, 19:51 »
Hallo, Christoph!

Kann man da eine Guepiniopsis ausschließen?
Sofern man denn die beiden Gattungen (Ditiola / Guepiniopsis) überhaupt sauber trennen kann...

So eine gewisse Ähnlichkeit haben die mit Guepiniopsis bucccina (und die anderen Arten der Gattung kenne ich nicht), wenn auch wohl etwas weniger "behaart" an der Außenseite für so junge Fruchtkörper (ist aber schwer zu erkennen) und der Hauptpunkt dürfte dann die Form sein, weil Guepiniopsis buccina (andere Arten der Gattung auch?) schon jung apikal eingedrückt sind? Also mit Vertiefung, wie auf dem folgenden Bild?


LG; Pablo.
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Entiridium lycoperdon
« Letzter Beitrag von PilzMichi am 16. April 2018, 18:52 »
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