Autor Thema: Phaeosphaeriopsis glaucopunctata (aus Nürnberg)  (Gelesen 137 mal)

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Offline Christoph

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Re: Phaeosphaeriopsis glaucopunctata (aus Nürnberg)
« Antwort #3 am: 11. April 2018, 23:52 »
Servus Rudi,

freut mich, dassich dich animieren konnte, mal bei Mäusedornen vorbeizuschauen ;) - und Gratulation zum Fund! Vielleicht hat ja fast jeder Mäusedorn den Befall? Dann fehlt aber noch ein Nachweis von Phaeosphaeriopsis triseptata - was mal wieder heißt, dass man hier jeden Fund mikroskopieren muss. Ich gehe davon aus, dass letztere Art deutlich seltener ist - sonst wäre sie schon früher beschrieben worden.

Liebe Grüße,
Christoph
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Offline Rudi

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Re: Phaeosphaeriopsis glaucopunctata (aus Würzburg)
« Antwort #2 am: 11. April 2018, 11:07 »
Danke Christoph für deine Hinweise- oft such ich dann- manchmal etwas verspätet- doch noch deine Schätze. Oft erfolglos :'(
Hier hats dann mal geklappt.  ;) Vermutlich dürfte es schwer sein, einen Mäusedorn zu finden, der ohne P.g.-Befall ist. Obwohl, eine junger MD. steht ein paar Meter nebenan und weist noch keinen Befall auf.
Das kommt schon noch.   
In Südtirol hab ich auch solche Pflanzen gesehen mit abgstorbenen, genauso getüpfelten Scheinblättern...
Da hab ich aber nix mitgenommen.

LG Rudi
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Offline Christoph

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Phaeosphaeriopsis glaucopunctata (aus Nürnberg)
« Antwort #1 am: 9. April 2018, 23:39 »
Servus beinand,

ich habe in der Mycologia Bavarica im Jahr 2014 bereits über den (Wieder)Fund von Phaeosphaeriopsis glaucopunctata aus Nürnberg berichtet (Hahn & Zurinski 2014). Jetzt war ich am Wochenende an der NHG und konnte so erneut den befallenen Strauch (Ruscus aculeatus, Mäusedorn) besichtigen - und siehe da, er ist wieder voll mit Phaesphaeriopsis glaucopunctata.

Früher hieß die Art auch Leptosphaeria rusci, mittlerweile steht sie aber sogar in einer andere Familie als die geschrumpfte Gattung Leptosphaeria. Einen Schlüssel der Arten der Gattung Phaeosphaeriopsis findet ihr in einen eigenen Thread.

Ich zeige einfach mal die Fotos der aktuellen Kollektion aus Nürnberg vor:















Die Art ist leicht bestimmbar - dank des Substrats und der schönen, reif vierfach septierten Sporen (eine Zelle ist meist größer als die anderen - siehe Fotos...), die deutlich punktiert sind. Wenn jemand anderswo eine Stelle kennt, an der Mäusedorn wächst (sei es in botanischen Gärten, daheim im Wintergarten oder sonstwo), achtet doch einfach mal auf diese unscheinbare, aber im Mikroskop schöne Art. Phaeosphaeriopsis rusci greift die Scheinblätter (umgewandelte Zweige) und Triebe an und bringt diese zum Absterben. Die Fruchtkörper erscheinen dann auf dem abgestorbenen Gewebe / Substrat. Der Pilz ist somit eine pathogene Art - da die Pflanze nicht abstirbt, sondern neu austreibt, dann neu befallen wird (usw.), ist es insgesamt ein Phytoparasit (wird von den Phytoparasitenfreunden aber eher als saprob bezeichnet, da er erst nach dem Absterben des Substrats fruktifiziert - Definitionssache halt...).

Liebe Grüße,
Christoph

Literatur:
Hahn C, Zurinski B (2014): Phaeosphaeriopsis glaucopunctata, ein in Bayern übersehener Parasit an Ruscus. Mycol. Bav. 15: 61-77.
« Letzte Änderung: 10. April 2018, 00:09 von Christoph »
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