Autor Thema: Vergiftung mit Amanita porphyria in Sachsen  (Gelesen 264 mal)

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Offline Christoph

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Vergiftung mit Amanita porphyria in Sachsen
« Antwort #1 am: 20. März 2018, 00:24 »
Hallo zusammen,

Berndt (2018: 189) berichtet von einer Vergfitung mit zubereiteten Porphyrbraunen Wulstlingenaus dem Jahr 2017 in Sachsen (Aue). Die Informationen stammen vom beteiligten PSV.

Betroffene: eine Frau ("älter")

Verzehrte Pilze (Angaben der Patientin): Steinpilze, Maronenröhrlinge, Rotfußröhrlinge und Graue Wulstlinge - letztere waren Amanita porphyria (2 Fruchtkörper wurden verzehrt).

Verlauf: nach ca. 30 Minuten Einsetzen von Übelkeit und Schwindelgefühlen, schließlich zwemaliges sich Übergeben, aber kein Durchfall auftretend. Die Patientin war gut ansprechbar und ohne Anzeichen von Verwirrung. Weiterer Verlauf vermutlich ohne Komplikationen (keine weiteren Angaben).

Quelle:
Berndt S (2018): Mitteilungen von Pilzberatern und -sachverständigen über schwere und bemerkenswerte Pilzvergiftungen und besondere Beratungsfälle 2017. DGfM-Mitteilungen 2018/1[Teil der Z. Mykol. 84(1)]: 185-189.

Anmerkung: Wie Berndt (2018: 189) ausführt, enthalten Amanita mappa (= A. citrina) und A. porphyria neben dem hitzelabilen Bufotenin zusätzlich hitzestabile, gastrointestinal wirksame Giftstoffe, weshalb beide Arten - auch gut erhitzt - keine Speisepilze sind.

Liebe Grüße,
Christoph
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)