Autor Thema: Lyophyllum mit dreieckigen Sporen  (Gelesen 465 mal)

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Offline Rudi

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Re: Lyophyllum mit dreieckigen Sporen
« Antwort #10 am: 1. April 2018, 22:24 »
Zurück aus dem Urlaub, hab mal geguckt in meinen Unterlagen- da werd ich tatsächlich fündig.
Nach meiner Meinung ebenfalls rhopalopodium, allerdings hab ich nur ganz schnell und oberflächlich mikroskopiert. (Es gab dort sehr viel interessantes, 2 andere große Raslinge, viele Cortinarien, Dickröhrlinge
und ein ganzer Haufen mehr)
Es war allerdings nur ein Einzelexemplar, also kein Büschel.
In den Lamellen blauend, später schwärzend, aber schaut mal die Bilder an.
Fundort: Thermophiler Laubwald mit Eichen und Kiefern westl. von Karlstadt-ca 35 KM nördlich von Würzburg
17.09.14

LG Rudi
Medicus curat, natura sanat (Während der Arzt kuriert, heilt die Natur-auch ihn)

Offline Christoph

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Re: Lyophyllum mit dreieckigen Sporen
« Antwort #9 am: 1. April 2018, 19:08 »
Servus Gernot,

klar, E-Mail, daran hätte ich auch denken können. Das ist quasi ein externer Speicherort. Ich hänge den Text hier einfach als Word-Dokument an (wir würden ihn eh nochmal umschreiben, wenn wir das publizieren sollten, was ich auch noch sehr hoffe), dann kann Hias (und jeder, der interessiert ist und auch Erfahrungen beisteuern will), man reinlesen. Ist ja nur ein Entwurf und so auch nicht zitierfähig.

Liebe Grüße,
Christoph
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Offline Gernot

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Re: Lyophyllum mit dreieckigen Sporen
« Antwort #8 am: 1. April 2018, 16:02 »
Servus, Christoph,

danke für das Angebot – ja, ich hab die andere Hälfte und noch einen weiteren, späteren Beleg vom selben Standort, das würde also ausreichen. Ein früherer Beleg aus diesem Fundgebiet aus dem Jahr 2005 ist übrigens in GJO hinterlegt.

Ich hab in meinem Emailprogramm noch die Unterlagen gespeichert, die du mir damals im Rahmen unserer Arbeit an dem Artikel geschickt hast (Inges Fotos, unsere Diskussionen sowie den letzten Stand des Manuskriptes). Bitte um kurze Info, ob ich dir das alles nochmals zuschicken soll. Ich könnte Inges Fotos auch hier anhängen, weiß aber nicht, ob sie damit einverstanden wäre.

Vielleicht wird das jetzt ja doch noch was mit dem Artikel. :)

Schöne Grüße
Gernot

Offline Christoph

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Re: Lyophyllum mit dreieckigen Sporen
« Antwort #7 am: 1. April 2018, 15:15 »
Servus Gernot & Hias,

wenn du, Gernot, den steirischen Fund sequenzieren lassen könntest, wäre das natürlich genial. Du hast ja den halben Beleg? (ich meine, mich zu erinnern) Falls nicht, gib Bescheid, dann schicke ich die die andere Hälfte.

Hias, Material von Inge habe ich auch noch, kann ich gerne bereitstellen. Ich suche gerade den fast fertigen Artikel über das Lyophyllum - ich hatte nur ein Problem mit meinem alten PC und habe das meiste zwar dank Sicherungen gerettet, aber der Artikelentwurf ist nicht auf meinem neuen PC. Ich hoffe, dass er auf irgenderiner Sicherungs-CD oder -Festplatte steckt. Ich suche jedenfalls. Ansonsten lade ich hier noch meine gesamten handschriftlichen Notizen hoch (inkl. Sporenmaße).

Liebe Grüße,
Christoph
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Offline Gernot

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Re: Lyophyllum mit dreieckigen Sporen
« Antwort #6 am: 31. März 2018, 14:19 »
Den steirischen Fund könnte ich womöglich über das ABOL-Projekt sequenzieren lassen. Wenn es für Inges Kollektion(en) vielleicht auch noch eine ähnliche Möglichkeit gäbe, wäre das schon mal ein interessanter Fortschritt. Die italienische Aufsammlung wäre aber natürlich auch sehr spannend, da müssten wir dann noch jemanden finden.

Schöne Grüße
Gernot

PS: Buchenwald und Weißabgleich sind nicht die besten Freunde...

Offline Hias

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Re: Lyophyllum mit dreieckigen Sporen
« Antwort #5 am: 31. März 2018, 14:01 »
Servus Gernot und Christoph,

da sieht man mal, wie ein unterschiedlicher Weißabgleich die Schwammerln verändern kann :D
Mir scheint, dass die Grazer Kollektion mit meiner aus Icking (Nr. 5) übereinstimmt, da die Sporen doch eher konkave "Rückenwände" aufweisen. Trotzdem wären natürlich die genauen Sporenmaße und der Q-Wert wichtig. Meine Kollektionen aus Icking bzw. der Toskana haben beide eher zylindrische Stiele, sind aber ziemlich sicher verschiedene Arten.

Für die Ickinger Kollektion kriege ich vielleicht eine Sequenz über das GBOL-Projekt. Ich bin demnächst mit Mikroskopieren fertig, dann frage ich mal.

Gibt es Fotos und weitere Infos zu den Funden von Inge Rössl?

Grüße
Hias



Offline Gernot

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Re: Lyophyllum mit dreieckigen Sporen
« Antwort #4 am: 31. März 2018, 11:38 »
Servus, Christoph & Hias,

die steirische Kollektion wollte ich auch schon zeigen, dachte mir dann aber, dass ich vorher noch Christophs Antwort abwarte, da er die Kollektion damals ausführlicher untersuchte. Als Ergänzung hänge ich noch unser Foto von derselben Kollektion an – da erscheint der Pilz deutlich bräunlicher.

Nun stellt sich natürlich die Frage, wie man am besten zu Sequenzen kommt, um möglicherweise etwas Klarheit in dieser schwierigen Gruppe zu schaffen. Lyophyllum rhopalopodium und L. transforme wurden bereits im Rahmen der Arbeit von Bellanger et al. (2015) sequenziert, es gibt also schon veröffentlichte Vergleichssequenzen. Vielleicht sollten wir einfach mal einen der Autoren dieser Arbeit kontaktieren? Oder hättet ihr noch andere Vorschläge?

Schöne Grüße
Gernot

Offline Christoph

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Re: Lyophyllum mit dreieckigen Sporen
« Antwort #3 am: 31. März 2018, 00:44 »
Servus Hias,

es hat sich ja noch niemand zu dem dreieckigsporigen Lyophyllum geäußert (außer meiner Ankündigung). Das dürfte auch daran liegen, dass man sehr selten sowas findet.

Auf einer Exkursion der ARGE Österreichischer Pilzberater nahe Graz haben wir ein entsprechendes Lyophyllum gefunden. Die Bestimmung schien einfach, da es sich um Exemplare handelte, die eine deutlich keulig angeschwollene Stielbasis zeigen und im wärmebegünstigten Kalkbuchenwald wuchsen. Unweit entfernt standen Rubroboletus rhodoxanthus und Ramaria sanguinea.

Ich war eigentlich schon fertig, eine kleine Publikation (zusammen mit Gernot) über diesen Fund zu schreiben, als Inge Rössl dann bei sich im Fichtenwald eine weitere Kollektion eines Schwärzlings mit dreieckigen Sporen machte. Die Stiele waren hier schlank, bei einer weiteren Aufsammlung dann basal verdickt... Vom Habitat her wäre es Lyophyllum transforme, makroskopisch mal ebenso, mal aber dann wieder Lyophyllum rhopalopodium. Wirklich klare Unterschiede in der Mikroskopie konnte ich nicht festmachen. Deshalb stockte das alles, denn wie soll man die Artabgrenzung diskutieren, wenn sie einem selbst unklar ist? Sequenzieren wäre eine Möglichkeit - das ist dann kostenintensiv, da man ja mehrere Aufsammlungen untersuchen lassen muss.

Ich stelle hier einfach mal die Fotos und meine Mikrozeichnungen online - in der Bleistiftfassung. Vergleiche das einfach mal mit deinem Fund. Makroskopisch ist mir aufgefallen, dass die Hutoberfläche nicht nur eingewachsen faserig ist, sondern richtig dreidimensionel erhaben faserig. Schwierige Gruppe...

Liebe Grüße,
Christoph











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Offline Christoph

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Re: Lyophyllum mit dreieckigen Sporen
« Antwort #2 am: 17. März 2018, 22:10 »
Servus Hias,

ich war ein paar Tage fast offline - ich werde zu den dreickig-sporigen Schhwärzlingen demnächst ausführlicher antworten (ich muss erst ein paar Zeichnungen digitalisieren und ein bisserl was zusammenfassen). Ich werde spätestens in den Osterferien dazu kommen  ;) - dann mehr von mir...

Liebe Grüße,
Christoph
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Offline Hias

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Lyophyllum mit dreieckigen Sporen
« Antwort #1 am: 14. März 2018, 17:04 »
Servus zusammen,

im Pilzverein München (bzw. im Wirtshaus) sind wir letztens zufällig darauf zu sprechen gekommen, dass schwärzende Lyophyllum-Arten mit dreieckigen Sporen  trotz dieses auffälligen Merkmals gar nicht so leicht zu bestimmen sind. Deshalbe stelle ich hier mal zwei Aufsammlungen von 2017 vor, eine von der Isarleite, eine aus Italien.

Kollektion 1 von der Isarleite bei Icking würde ich eher zu L. transforme stellen:




Hier der Link zur ausführlichen Dokumentation.

Kollektion 2 aus der Toskana würde ich eher zu L. rhopalopodium stellen:




Link zur Dokumentation.

Die beiden Kollektionen unterscheiden sind nicht nur makroskopisch, sondern haben auch sehr unterschiedliche Sporen. Aber keine von ihnen hat keulige Stiele, wie sie L. rhopalopodium eigentlich haben sollte.
In den Dokus gehe ich natürlich näher auf die Bestimmungsprobleme ein.

Beste Grüße
Hias