Autor Thema: Schlüssel zur Gattung Flammulina  (Gelesen 295 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Christoph

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 1.846
  • Präsident
    • BMG e.V.
Re: Schlüssel zur Gattung Flammulina
« Antwort #2 am: 17. Februar 2018, 14:26 »
Servus beinand,

ich habe den Schlüssel aus dem Flammulina-Thread herausgenommen und ihm ein eigenes Thema gegeben, damit im Flammulina-Thread besser (und weiterhin) Arten vorgestellt werden und diskutiert werden können, ohne dass dann der Schlüssel zu weit nach hinten rutscht und man ihn suchen muss. Daher nun dieser eigene Thread  ;)

Liebe Grüße,
Christoph
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)

Offline Christoph

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 1.846
  • Präsident
    • BMG e.V.
Schlüssel zur Gattung Flammulina
« Antwort #1 am: 18. April 2017, 14:04 »
Hallo zusammen,

mittlerweile habe ich in der Mcologia Bavarica einen aktuellen Weltschlüssel der Gattung Flammulina publiziert:
Hahn C. (2017): Bestimmungsschlüssel zu ausgewählten Gattungen der Agaricales 2: Die Gattung Flammulina. Mycol. Bav. 17: 7-24.

Um die Gattung wieder in Erinnerung zu rufen, biete ich hier einen (aus der Publikation genommenen) Schlüssel für in Bayern zu erwartende Arten an:

Hilfsschlüssel für in Bayern nachgewiesene und zu erwartende Arten der Gattung Flammulina - Stand April 2017

1    Grundstruktur der HDS (neben den Pileocystiden) ein Hymeniderm (im Detail können auch einzelne, wenige, irregulär geformte Zellen sowie durchaus einige dünne Hyphenende eingestreut sein) aus keuligen, basidiolenartigen Endzellen, die teils auch spitze, mitunter auch gegabelte Auswüchse besitzen können ......................................................2

1*    Grundstruktur der HDS (neben den Pileocystiden) ein Ixotrichoderm aus aufsteigenden, fädigen, eng fusoiden oder äußerst irregulären, teils aufgeblasenen, teils dornartigen Elementen; Palisade aus keulenförmigen Endzellen fehlend (falls Pileocystiden sehr dicht stehen, können diese zumindest in der Hutmitte eine Palisade bilden, aber auch in diesem Fall fehlt die hymeniderme Grundstruktur aus keulenförmigen Endzellen) ........................................... 3

2    Sporen im Mittel 6-9 x 4-5 µm (Q = 1,5-1,7; Qm = 1,6); Fruchtkörper meist kräftig gefärbt, wie ein „gewöhnlicher Samtfußrübling“; häufig mit Populus assoziiert, seltener auch an anderen Baumarten  ............................ Flammulina populicola
   Bemerkung: falls Sporen noch kleiner, (5) 5,5-6,5 (7) x  3-4 µm, vergl. Flammulina yunnanensis (siehe in zitierter Publikation, Mycol. Bav. 17, Art aus China, noch nicht in Europa nachgewiesen)

2*    Sporen 9-10,5 x 5-4,5 µm (Q = 2,0-2,6; Qm = 2.3); Fruchtkörper meist sehr blass, gelblich-ockerlich; meist mit Salix assoziiert, seltener mit Populus, Betula, Alnus; in Bayern im Nationalpark Berchtesgaden nachgewiesen............................. Flammulina rossica

3   an den Wurzeln der Dornigen Hauhechel (Ononis spinosa) parasitierend, daher mit dieser Pflanze vergesellschaftet; Sporen lang und breit, 8,5 -13 (14) x (4) 4,5-6 µm ................................................................. Flammulina ononidis

3*  nicht an Pflanzenwurzeln parasitierend, sondern an Holz wachsend (falls scheinbar terricol, dann an vergrabenem Holz oder abgestorbenen Wurzeln); Sporen nur bis 5 µm dick und nur bis 11,5 µm lang werdend............................................... 4

4   Sporen eiförmig bis breit ellipsoid, Q < 1,9 (gewöhnlich 1,5-1,7); HDS zwar ein Ixotrichoderm, aber insbesondere in der Hutmitte von dicht und aufrecht stehenden Pileocystiden dominiert; Hut blass, elfenbein- bis ledergelblich, mit dunklerer Mitte; Fruchtkörper meist an vergrabenem Holz, wurzelnd; erscheint oft früh im Jahr, Sommer, Herbst ................................................... Flammulina fennae

4*    Sporen ellipsoid bis zylindrisch, Q >= 2; HDS ein wirres Ixotrichoderm aus filamentösen, oft verzweigten Hyphenenden mit meist eingebetten Pileocystiden, die nirgends alleine dominieren .......................................................................... 5

5    Sporen bis 11,5 µm lang, Qm = 2,5-3,0 ..................................................... 6

5*    Sporen nur bis 9,5 µm lang, Qm = 2-2,3 ...................................................... 7

6   Fruchtkörper auffallend blass, Hut fast weiß bis blass creme-gelblich; gerne mit Salix assoziiert ....... Flammulina elastica var. elastica

6*    Fruchtkörper kräftig gefärbt, makroskopisch nicht von Flammulina velutipes s.str. unterscheidbar; an diversem Holz ..............................  .......................................................................... Flammulina elastica fm. longispora

7   Hut kräftig ockergelblich bis rötlich braun; Stiel gelblich bis schwarz......................................  F. velutipes var. velutipes

7* Hut und Stiel elfenbein bis fast rein weiß ................................................... Flammulina velutipes var. lactea
« Letzte Änderung: 17. Februar 2018, 14:31 von Christoph »
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)