Autor Thema: Eine Kurzexkursion in die Donauauen bei Melk, Niederösterreich  (Gelesen 286 mal)

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Offline Christoph

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Servus Rika,

danke für's Vorzeigen  ;)

Hier sieht man auch sehr schön den Randwulst - teils sieht das Stroma ja fast schüsselförmig aus. Man sieht aber auch die Variabilität der Merkmalsausprägung sehr schön. Spitze!

Liebe Grüße,
Christoph
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Offline UmUlmHerum

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Re: Eine Kurzexkursion in die Donauauen bei Melk, Biscogniauxia
« Antwort #14 am: 18. Februar 2018, 01:59 »
Hallo miteinander!

Hier noch ein paar ergänzende Fotos zum Gerandeten Rindenkugelpilz bezüglich der Variationsbreite (Größe, Form):











Seit 2013 finde ich sie jeden Winter am Sonnenstein bei Uffing.

Herzliche Grüße – Rika
« Letzte Änderung: 18. Februar 2018, 02:04 von UmUlmHerum »

Offline Christoph

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Re: Eine Kurzexkursion in die Donauauen bei Melk, Niederösterreich
« Antwort #13 am: 17. Februar 2018, 23:52 »
Servus Schorsch,

sehr schön! Auf dem ersten Bild erkennt man, meine ich, auch ganz gut den Randwulst. Und die Sporen sind richtig schön breit - gut mit der französischen Pyrenomyzetenseite zuvergleichen.

Danke für's Zeigen  :)

Liebe Grüße,
Christoph
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Offline Schorsch

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Re: Eine Kurzexkursion in die Donauauen bei Melk, Niederösterreich
« Antwort #12 am: 17. Februar 2018, 23:02 »
Servus,
Bernd hatte am 29. Januar eine Biscognauxia marginata dabei und mich um Holzbestimmung gebeten. Die ist inzwischen bei Bernd Miggel gelandet.
Ich habe sie aber fotografiert und mikroskopiert.

Foto von Bernd F.

Biscognauxia marginata

Biscognauxia marginata Längsschnitt

Biscognauxia marginata - Ascus mit den eher rundlichen Sporen (400-fach)

Biscognauxia marginata Ascus in BWB mit Apikalapparat (1000-fach)
Liebe Grüße Schorsch
« Letzte Änderung: 18. Februar 2018, 00:22 von Schorsch »
Gfrei di, dass regnt, wei wenns di net gfreist, regnts aa. (nach Karl Valentin)

Offline Christoph

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Re: Eine Kurzexkursion in die Donauauen bei Melk, Niederösterreich
« Antwort #11 am: 17. Februar 2018, 00:56 »
Servus Thomas,

der 19.2. war der erste, geplante Termin. Wir haben dann auf den 12.3. verlegt (ist aber völlig off topic)  ;)

Liebe Grüße,
Christoph
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Offline blacky

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Re: Eine Kurzexkursion in die Donauauen bei Melk, Niederösterreich
« Antwort #10 am: 17. Februar 2018, 00:11 »
Sorry, meinte Montag in zwei Wochen.!
Thomas
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Offline blacky

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Re: Eine Kurzexkursion in die Donauauen bei Melk, Niederösterreich
« Antwort #9 am: 17. Februar 2018, 00:08 »
Danke dir Christoph.
Freu mich schon auf deinen Vortrag am Montag.
LG.
Thomas
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Offline Christoph

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Re: Eine Kurzexkursion in die Donauauen bei Melk, Niederösterreich
« Antwort #8 am: 16. Februar 2018, 23:31 »
Lieber Thomas...

prima, dass du so schnell nachmikroskopiert hast und das Ergebnis deine makroskopische Einschätzung bestätigt. Insoweit nochmals besten Dank.

Aber gerne doch (hätte ich aber ohnehin getan - ich hatte den ja nur nach hinten geschoben, weil das Material nicht sofort bearbeitet werden muss - zum Glück war es reif).

Zitat
Die von dir angegebene Seite (also der Link) ist dies irgendwie eine Unterseite von Asco France?

Nein, http://pyrenomycetes.free.fr ist ein Projekt von Jacques Fournier und Jean-François Magni (siehe http://pyrenomycetes.free.fr/welcome/slices1/authors.htm).

Zitat
Dir ein schönes Wochenende.

Dir auch :-)

Liebe Grüße,
Christoph
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Offline blacky

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Re: Eine Kurzexkursion in die Donauauen bei Melk, Niederösterreich
« Antwort #7 am: 16. Februar 2018, 20:52 »
Lieber Christoph,
prima, dass du so schnell nachmikroskopiert hast und das Ergebnis deine makroskopische Einschätzung bestätigt. Insoweit nochmals besten Dank.
Ich hab von Pyrenomyzeten kaum eine Ahnung, daher sind für mich deine Ausführungen eben besonders wertvoll.
Die von dir angegebene Seite (also der Link) ist dies irgendwie eine Unterseite von Asco France?
Dir ein schönes Wochenende.
LG.
Thomas
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Offline Christoph

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Re: Eine Kurzexkursion in die Donauauen bei Melk, Niederösterreich
« Antwort #6 am: 15. Februar 2018, 00:02 »
Lieber Thomas,

sehr gerne  ;). Ich habe jetzt nachmikroskopiert. Die Sporen sind recht variabel geformt, von lang gestreckt bis recht breit elliptisch. Sie zeigen einen Keimspalt (nur auf einer Seite) und messen 10,5-13,25 x 5-6,75(-7,5) µm.
Die Ostiolen sind feine Papillen - unter dem Bino sehr auffallend. Die Stromata drücken die Rinde nach oben, sodass die dann senkrecht nach oben um die Stromata steht - und die Innenseite der Rinde wird geschwärzt - sieht dann aus wie ein Teil des Stromas. Das Stroma selbst zeigt nur die kleine Kante.

Ich hab dann nochmal geschlüsselt: http://pyrenomycetes.free.fr/biscogniauxia/keydir/dichotomickey.htm
Die Eingangsfrage ist etwas hackelig, finde ich, da ja auch bei B. granmoi der Rand etwas erhaben ist, aber wenn man beide Wege geht, landet man durch die Ostiolen bei Schlüssel B bei B. repanda (Rosaceae würde ja passen). Nur sind die Sporen da länger und schmaler (größeres Q) und sie haben auf beiden Seiten die Keimspalte - man sieht sie also bei fast jeder Sporen deutlich. Zudem ist das Stroma nicht konkav - und B. mediterranea passt auch gar nicht (andere Sporen). Also Teilschlüssel A und da landet man direkt bei B. granmoi.

Für mich ist das auch alles andere als schlecht, denn ich bin ja kein "Kernpilzologe". Und ich kenne B. granmoi aus den Auwäldern an Traubenkirsche, weshalb ich makroskopisch rangegangen bin. Ich hätte zwar eh noch mikroskopiert, aber so konnte ich nochmal alle Biscogniauxien kurz durchgehen. Das schadet nicht und man merkt sich mehr.

Daher ganz ausdrücklich: Danke für die Rückfrage  :D

Liebe Grüße,
Christoph
« Letzte Änderung: 15. Februar 2018, 12:42 von Christoph »
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Offline blacky

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Re: Eine Kurzexkursion in die Donauauen bei Melk, Niederösterreich
« Antwort #5 am: 14. Februar 2018, 23:42 »
Lieber Christoph,
besten Dank für deine ausführlichen Erklärungen und Informationen. Da muss ich ab jetzt mal ganz genau darauf achten. Dies geht aber erst, wenn man die entsprechenden Informationen über die Unterschiede hat, wie du sie jetzt dankenswerterweise dargelegt hast. Prima, dass du den Link beigefügt hast, da sieht man es gut.
Dir noch eine schöne Woche und liebe Grüße.
Thomas
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Offline Christoph

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Re: Eine Kurzexkursion in die Donauauen bei Melk, Niederösterreich
« Antwort #4 am: 14. Februar 2018, 23:12 »
Lieber Thomas,

bei Biscogniauxia marginata haben die Stromata einen richtigen Randwulst. Man sieht das hier sehr schön abgebildet: http://pyrenomycetes.free.fr/biscogniauxia/html/Biscogniauxia_marginata.htm
B. granmoi hat nur eine etwas erhöhte Randkante - viel dünner als der Wulst von B. marginata (die dünne, scharfe Kante sieht man gut auf dem letzten Foto von ihr, das ich in den zweiten Beitrag gestellt habe).

Dann ist B. granmoi auf Prunus padus beschränkt - B. marginata kommt auf anderen Rosaceae vor, meines Wissens aber nicht an Traubenkirsche.

Hier ist noch ein Artikel über B. granmoi aus Österreich: http://www.zobodat.at/pdf/OestZPilz_8_0139-0147.pdf

Deine Frage ist aber völlig brechtigt. Ich habe die Biscogniauxia übrigens noch nicht mikroskopiert, sondern erstmal nur makroskopisch bestimmt (Substrat, Stromaausprägung). Ich werde aber natürlich auch noch reinschauen (alle anderen habe ich durchmikroskopiert - die Biscogniauxia geht ja nicht kaputt, daher schiebe ich das dann gerne nach hinten). Auch wenn sie nicht fertil sein sollte, finden sich ja gerne noch Sporen. B. granmoi hat viel schmalere Sporen, ist daher auch mikroskopisch leicht erkennbar. Es gibt da noch weitere Arten wie z. B. Biscogniauxia simplicior, die wiederum B. marginata ähnelt (auch mit Randwulst), aber wieder andere Sporen zeigt.

Liebe Grüße,
Christoph (und wie gesagt: gerne nachhaken, nachfragen - das ist ja Sinn der Sache)  :)
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Offline blacky

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Re: Eine Kurzexkursion in die Donauauen bei Melk, Niederösterreich
« Antwort #3 am: 14. Februar 2018, 22:54 »
Lieber Christoph,
durch was unterscheidet sich die Biscognauxia marginata von der Biscogniauxia granmoi. Ich finde die sehen sich makroskopisch doch recht ähnlich. Liegen die Unterschiede vor allem im Mikroskopischen?
LG.
Thomas
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Offline Christoph

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Re: Eine Kurzexkursion in die Donauauen bei Melk, Niederösterreich
« Antwort #2 am: 14. Februar 2018, 21:41 »
Soderla, jetzt noch die weiteren Fotos für den Ausgangsbeitrag...


Biscogniauxia granmoi


Calloria neglecta


Tremella cf. mesenterica (junge Nebenfruchtform)


Tremella mesenterica, etwas ältere Nebenfruchtform, die gerade beginnt, zur Hauptfruchtform zu werden

Und zum Schluss noch meine Notizen zur Cristinia rhenana:





Die Gattung Cristinia finde ich eh interessant - sie scheint mit der Karottentrüffel (Stephanospora) und mit Lindtneria (z. B. L. trachyspora) verwandt zu sein. Lindtneria zeigt auch diese cyanophilen Flecken in den jungen Basidien. Es ist erst meine dritte Cristinia, die ich gefunden habe.

Liebe Grüße,
Christoph

« Letzte Änderung: 14. Februar 2018, 21:43 von Christoph »
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Eine Kurzexkursion in die Donauauen bei Melk, Niederösterreich
« Antwort #1 am: 14. Februar 2018, 21:29 »
Liebe Foristi,

auf dem Rückweg von einem Vortrag, den ich in Wien gehalten habe, habe ich einen Zwischenstopp in Melk gemacht, um dort in den Donauauen nach Schwammerln zu suchen.


Rechts fließt die Donau, links ist der Auwald, in dem ich sammelte. Noch befinde ich mich auf dem Uferweg, der von Joggern und Hundegassigehern ausgiebig genutzt wird.


Das wunderschöne und geschichtsträchtige Kloster Melk. Eine der Hauptfiguren aus dem Roman "Der Name der Rose" stammt aus Melk.


Die Donau...

Eigentlich wollte ich Gallerttränen sammeln, fand aber keine. Dann dachte ich, ich müsste doch Meottomyces dissimulans finden können (die ehemalige Pholiota oedipus), da es sich um eine von Pappeln dominierte Au handelte, doch auch da Fehlanzeige!

Zunächst ging es darum, ob ich überhaupt noch Auwälder finden würde. Die Wiener Mykologen haben mir nämlich ihr Leid geklagt, dass aktuell in Österreich ganze Auwälder komplett platt gemacht werden. Es war daher nicht klar, wo ich an der Donau überhaupt noch Auenvegetation finden könnte. In Melk hatte ich jedoch Glück gehabt, jedenfalls am Nordufer der Donau. An der Südseite hat der Einschlag offenbar schon begonnen.

Doch erst zu Erfreulichem. Als allererstes leuchteten mir Prachtbecherlinge entgegen, die sich im Mikroskop dann als klare Sarcoscypha austriaca herausstellten. War ja klar in Österreich. Da aber in den Donauauen auch Sarcoscypha coccinea s.str. vorkommt, hatte ich gehofft...





Dafür fand ich dann an Pappel einen Pilz, den ich unbedingt mal in der Hand haben wollte, zumal er mittlerweile wieder anerkannt wird: Heteroradulum kmetii (ehemals Eichleriella kmetii).


Heteroradulum kmetii

Gernot hat ihn in seinem Thread zu Pappelpilzen schon vorgestellt. Ich habe ihm einen eigenes Thema gegönnt.

Dann fand ich eine aktiv fressende Athelia arachnoidea, die ich in dem ihr eigenen Thema ausführlich vorstellen werde.


Myzel von Athelia arachnoidea, die gerade aus einer Xanthoria die Algen herausfrisst.

Als Beifang konnte ich dann noch Cristinia rhenana finden. Dieser Corti, der auch nur weiß und nichtssagend aussieht, wächst in den Auen großer Flüsse / Ströme und ist vom Rhein beschrieben worden. Offenbar mag dieser Pilz auch die Donauauen.

Was mich auch besonders gefreut hat, war die Stamnaria americana an stehenden Winterschachtelhalmen.





 Auch ein Wunschpilz von mir. Ich habe ihn schon in der Hand gehabt, aber nie selbst gefunden. Jetzt schon. Laut Onlinedatenbank ist das ein Erstnachweis für Niederösterreich. Na immerhin... selten dürfte die Art nicht sein, nur übersehen. Ich habe in Melk viele Schachtelhalme inspiziert. Gefunden habe ich den Becherling erst am Ende meiner kleinen Exkursion.

Dann habe ich drei Pilze an Xanthoria parietina gefunden, die ich auch in einem eigenen Thread vorstelle.

Nicht fehlen darf Biscogniauxia granmoi an Traubenkirsche - auch in den Melker Auen ein Massenpilz...



... ebenso wie natürlich Calloria neglecta an Brennessel. Der Jahreszeit entsprechend habe ich davon die Nebenfruchtform gefunden.

Anstatt Gallerttränen gab es nur sehr junge, gelbe Tremellen, die bereits wie verrückt Konidien produzierten. Die etwas ältere hatte sogar schon Probasidien.

Jetzt hoffe ich sehr, dass die Motorsägen vor dieser schönen Au halt machen und sie nicht völlig platt gemacht wird. Zumal Cristinia rhenana möglicherweise ein Erstnachweis für Österreich ist - wenn dann die Fundstelle zerstört würde, wäre das schon schade. Österreich und Forstpolitik - das ist ein sehr heikles Thema.

Liebe Grüße,
Christoph

P.S.: weitere Bilder kommen in einem zweiten Posting
« Letzte Änderung: 15. Februar 2018, 12:44 von Christoph »
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