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Der Dacrymyces-Thread - alles rund um Gallerttränen

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Beorn:
Hallo, Christoph!

Danke für das Update, aber sowas in der Art war ja absehbar. Zumindest die "Gallerttränen" machen ja so oder so keine homogenen Eindruck. Ob's nun morphologisch schlüssiger wird... Mal gucken.  :)


LG; Pablo.

Christoph:
Servus beinand,

ich möchte noch einen Artikel empfehlen:

Takashi Shirouzu, Dai Hirose, Franz Oberwinkler, Norihiro Shimomura, Nitaro Maekawa & Seiji Tokumasu (2013): Combined molecular and morphological data for improving phylogenetic hypothesis in Dacrymycetes, Mycologia, 105:5, 1110-1125, DOI: 10.3852/12-147

Hier ein paar wenige Teilaspekte dieses Papers:

"Ditiola" radicata bildet zusammen mit Dacrymyces capitatus und Dacrymyces lacrymalis einen eigenen Clade, wobei Dacrymyces capitatus die Schwesterart ist. Und Ditiola peziziformis hat nichts mit "Ditiola" radicata zu tun. Der weiße Farbton an der Außenseite ist folglich kein Kriterium für Monophylie.

Dacrymyces stillatus und Dacrymyces minor sind demzufolge interessanterweise Geschwisterarten, die aber innerhalb der Gallertränen s.l. entfernt von der anatomisch auch ähnlichen Dacrymyces-capitatus-Gruppe stehen. Das "bestätigt" zumindest meine Probleme, zwischen beiden sauber trennen zu können (abgesehen von der Nebenfruchtform).

Dacrymyces punctiformis gehört wiederum nicht zu Dacrymyces, sondern in eine andere Familie, und zwar den Cerinomycetaceae.

Dacrymyces unisporus fällt aus den Dacrymycetales raus und erhält eine eigene Ordnung. Alles fließt... das System ist noch alles andere als stabil.

Der Stammbaum basiert auf einer Multigenanalyse: D1D2, 18S, ITS und rpb2.

Liebe Grüße,
Christoph

Beorn:
Hallo!

Um ein Haar... Das sind ja wirkliche Pfifferlingsdoppelgänger, Rudi!  :o
So man denn bedenkt, daß man ja alles mit allem verwechseln kann.

Jedenfalls habe ich den bisher mit solchen Leisten noch nicht gesehen.

Gut nochmal drauf einzugehen, wie sich da die Unterschiede herausarbeiten lassen, denn von "Ditiola" kenne ich ja nur die häufige peziziformis (s.u.). Und was nachher in welche Gattung kommt, daß muss vorerst ja nicht unser Problem sein.


LG, Pablo.

Rudi:
Hallo Christoph und Pablo,

Hier hab ich auch eine fränkische Guepiniopsis buccina (vom letzten Jahr), ein Pfifferlingsbecher...
der war recht zäh- kaugummiartig

LG Rudi

Christoph:
Servus Pablo,

die Gattungskonzepte sind im Moment eh unklar. Man muss da entweder alles in eine große Gattung schmeißen oder aber einige kleine Gattungen definieren. Dann wird Dacrymyces s.str. recht klein und sehr übersichtlich. Letzten Endes ist das ja allgemein Trend...

Genau wie du selbst anmerkst, spricht bei dem fränkischen Pilz die Form und die weiße Außenseite gegen Guepiniopsis. Ditiola passt da besser - statt becherartig konkav ist der Fruchtkörper konvex-kopfig. Es war auch auffällig, dass das Köpfchen bereits begann, hohl zu werden. Die Hyphen lösen sich dort im Fleisch auf und bilden dann nur noch eine Gelmasse. Schneidet man den Fruchtkörper auf, fließt die Gelmasse aus und es bleibt ein Hohlraum. Ich hab das nur blöderweise nicht fotografiert.

Liebe Grüße,
Christoph

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