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Rückblick 2017: Holzabbauende Pilze (Österreich)

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Christoph:
Servus Gernot,

danke für die Zusatzinfos über das Asterosporium.


--- Zitat ---Ich persönlich bin bis jetzt immer von einer Art auf Fagus ausgegangen, was natürlich inkorrekt sein kann. Zumindest in der Literatur ist mir nie eine gegenteilige Information untergekommen.
--- Ende Zitat ---

(Ich hatte ja nichts gegenteiliges behauptet)  ;) Dennoch ist dieser Pilz als Schädling an Pinus bekannt - siehe Ivanova H. (2015): Fungi associated with a decline of Pinus nigra in urban greenery. Acta fytotechn. zootechn. 18(2): 36–43.

Downloadlink für das pdf: https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=32&cad=rja&uact=8&ved=0ahUKEwixj9_1iI3ZAhXCbVAKHdB0BJk4HhAWCDEwAQ&url=http%3A%2F%2Fwww.acta.fapz.uniag.sk%2Fjournal%2Findex.php%2Fon_line%2Farticle%2Fdownload%2F142%2Fpdf&usg=AOvVaw0WsWesAXDeYr6-LiuaAAxX

Was die Konidienmaße angeht, ist Kobayasi & Kubono (1986) sehr hilfreich. In der Österreichischen Datenbank werden die beiden Arten A. asterospermium und A. hoffmannii noch getrennt. Daher war ich neugierig, wie man die beiden unterscheiden könne. Wenn sie doch synonym sind (auch nach aktuellem Stand), dann ist das natürlich hinfällig.  :)

Witzig, was man so alles finden kann.

Der Zwieg lag übrigens schon am Boden - vielleicht schon zu lange. Ich werde bei Gelegenheit noch ansitzende Totäste/-zweige anschauen. Vielleicht finde ich dann besseres Material.

Liebe Grüße,
Christoph

Gernot:
Servus, Christoph,

freut mich, dass du die Asteromassaria jetzt auch finden konntest. Vielleicht kommt dir noch frischeres Material unter – bis ins Frühjahr hast du auf jeden Fall Zeit. :)

Ein paar Gedanken zu Asterosporium asterospermum. Ich persönlich bin bis jetzt immer von einer Art auf Fagus ausgegangen, was natürlich inkorrekt sein kann. Zumindest in der Literatur ist mir nie eine gegenteilige Information untergekommen. Asterosporium hoffmannii wird oft mit A. asterospermum synonymisiert, so z. B. in der von dir schon erwähnten Arbeit von Senanayake et al. (2017) oder auch in Kobayashi & Kubono (1986).

Die Sporengröße in Senanayake et al. (2017) erscheint wirklich etwas fragwürdig. Mit der Skala in der Fototafel kommt man nicht annähernd auf die angegebenen Werte, welche deutlich von den in der Literatur angegebenen Maßen abweichen. Das kann ich auch nicht erklären – vielleicht hat sich bei den Autoren einfach ein Mess- oder Umrechenfehler eingeschlichen…

Schöne Grüße
Gernot

Christoph:
Servus Gernot,

nochmal danke für deinen Thread... denn... ich habe heute (mittlerweile gestern) auf dem Weg von der Arbeit nach Hause mal ganz kurz Halt gemacht, um die Asteromassaria aufzusammeln. Gleich der erste Buchenast (besser: das erste Asterl) sah gut aus. Die kleinen schwarzen "Stellen" habe ich immer schon gesehen, aber nie beachtet (man denkt zu leicht, das sei eh nicht bestimmbar... Fehler!). Und siehe da, es waren gleich zwei "Astero-Pilze" - und zwar neben der Nebenfruchtform von Asteromassaria auch noch ein Asterosporium (dazwischen noch kleine, Phoma-artige Pycnidien, die ich mal außen vor lasse).

Im Mikroskop: Wunderschöne, braune, vierarmige Konidien, davon in richtiger Lage drei in einer Ebene und der vierte Ast senkrecht abstehend. Die Konidien dieses Coelomyzeten sind sehr groß, bei mir um die 45-50 µm Länge (von Spitze zu Spitze) und die Astbasen waren um die 15 µm dick. Auffällig ist die Spetierung - die Äste sind gerne dreifach septiert (das Basisseptum in der Konidienmitte mal weggelassen) und die Spitzerl sind farblos hyalin. Senanayake et al. (2017) stellen das in Fig. 3 sehr schön dar: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5603113/pdf/main.pdf

Entgegen dem Maßstab in der Abbildung beschreiben die Autoren (die nebenbei die Familie Asterosporiaceae beschreiben - es handelt sich um einen Vertreter der Diapothales) die Konidien als viel größer in Bezug aus Asterosporium asterospermium:


--- Zitat ---Conidia 65–75 × 90–115 μm (x = 68 × 100 μm, n = 20)
--- Ende Zitat ---

Tanaka et al. (2010): Molecular phylogeny of two coelomycetous fungal genera with stellate conidia, Prosthemium and Asterosporium, on Fagales trees. Botany 88(12): 1057-1071, https://doi.org/10.1139/B10-078 bildet (ohne Maßangabe) Sporen ab, die auch gut passen. Typisch ist übrigens das sehr stark reduzierte Lumen neben der Form.

Ellis & Ellis (1997: 135) gibt an:


--- Zitat ---Conidia 4-armed, smoky brown, mostly 45-50 from tip to tip of
the branches which are about 15 thick at the base.
--- Ende Zitat ---

In fig. 591 (Ellis & Ellis) fehlen dafür die hyalinen Spitzerl.

Jetzt gibt es mehrere Namen in der Gattung, darunter auch ein Asterosporium hoffmannii. Cooke (1825) - siehe http://bibdigital.rjb.csic.es/Imagenes/K28_COO_Hand_Brit_Fung_1/COO_Hand_Brit_Fung_1_491.pdf - bildet die Sporen hier aber sehr schematisiert ab und synonymisiert das mit Stilbospora asterosperma (= Asterosporium asterospermium).

Inwieweit da wirklich mehrere Arten getrennt werden, weiß ich nicht. Die beiden aktuellen Arbeiten, die ich eingesehen habe, geben da nichts Genaues an. Insofern nenne ich das Pilzchen nach Ellis & Ellis Asterosporium asterospermium.

Sporen der Asteromassaria habe ich wie gesagt auch entdeckt. Die jeweiligen Pycnidien (die recht groß sind), waren aber nicht mehr fit. Ich werde mal schauen, ob ich bessere Exemplare finde bzw. wenn ich Zeit dafür habe, an anderen Stellen in den Fagus-Zweig reinmikroskopieren.

Fotos kann ich keine Anbieten, ich hätte nur eine Mikroskizze - da sind die Fotos bei Senanayake et al. (2017) schöner  ;) - wie gesagt: hier online abrufbar: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5603113/pdf/main.pdf

Hast Du Erfahrung mit Asterosporium, Gernot? Trennt man da noch mehrere Arten an Fagus oder wurden die alle zusammengeschmissen? Und weißt du zufällig, wie sehr die Maße differieren können? Zwischen Ellis & Ellis und Senanayake et al. (2017) liegen da ja Welten...

Liebe Grüße,
Christoph

Gernot:
Freut mich, dass es euch gefallen hat! @Christoph: Die Asteromassaria findet man gerne an noch am Baum hängenden oder relativ frisch herabgefallenen Ästen. Ich bin mir sicher, dass du nicht allzu lange danach suchen musst! Neolentinus adhaerens ist bei uns in der Steiermark hingegen ziemlich selten (nur ca. vier Fundorte), woran auch immer das liegen mag…

Schöne Grüße
Gernot

blacky:
Hallo Gernot,
so ein toller Beitrag macht richtig Freude ☺.
VG.
Thomas

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