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Ramaria cf flavoides

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Josef:
gut so machne wir es, josef

Beorn:
Hallo, Josef.

Das geht sicherlich, die großen "Ramaria - Ramarien" auch ohne Rhizomorphen zu bestimmen. Aber vermutlich nicht mit so geringer Erfahrung auf dem Bereich, wie bei mir.
Aber so ist es ja in den meisten Gattungen: Man muss sich ein wenig reinarbeiten und damit befassen.
Dann akzeptiere ich auch lieber mal einen unbestimmten Fund, als mir nachher was Falsches einzuprägen.

Ich melde mich wieder, wenn wir diesen Kandidaten nochmals aufstöbern konnten.
Oder sich andere, hübsche Korallen dazwischendrängeln.


LG, Pablo.

Josef:
Hallo Pablo,

zu deiner Frage mit dem Mycelfilz. Am besten ist es, wenn eine Probe von der untersten Basis, also sehr Substrat nah entnommen wird. Natürlich geht das nicht immer und manchmal ist so gut wie nichts zu finden.
In der Regel sollte aber eine Ramaria der Untergattung Ramaria - also die großen Mykorrhiza bildenden Arten - auch ohne Basalmycel bestimmbar sein. Das Mycel und die Rhizomorphen sind dabei ein gutes weiteres Merkmal, dass hinzugenommen werden kann.
Anders ist das z. B. bei der Untergattung Lentoramaria, wie R. strichta, R. gracilis, R. suecica und andere, da sind die Rhizomophen sehr wichtig und nicht verzichtbar.

Warten wir also ab, ob ihr die Ramaria nochmal findet um neue Bilder und etwas Substrat mit Rhizomorphen zur erhalten.

Bei weiteren Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

herzliche Grüße, Josef

Beorn:
Hallo, Josef!

Ein frohes Neues Jahr zunächst Mal!
Für deine Einschätzung schon jetzt ein Dankeschön, dieser Fund scheint ja nicht so ganz einfach einzuordnen zu sein. Mir fehlt freilich viel erfahrung, nicht nur in der mikroskopischen, sondern auch in der makroskopischen Betrachtung der Merkmale bei der Gattung. Einfacher wird's auch nicht, wenn man die Fruchtkörper dann nicht am Standort sehen und untersuchen konnte.

Die Frage ist halt, wie verlässlich die Untersuchung des Mycelfilzes außen an der Strunkbasis gegenüber "richtigen" Rhizomorphen ist, oder ob ich die gelifizierten Bereiche in der Trama einfach nicht gefunden hatte.

Insofern ist das Exsikat, was ich habe, vielleicht auch nicht das Beste zum Untersuchen, verschicken kann ich es natürlich trotzdem.
Ideal wäre es wirklich, den Pilz im kommenden Jahr nochmal beobachten zu können. Ich werde mal zusehen, mit meinem Vereinskameraden mal der Stelle einen Besuch zum richtigen zeitpunkt abzustatten.


Liebe Grüße,
Pablo.

Josef:
Hallo Pablo,

nun hatte ich etwas Zeit deine Ramaria etwas anzusehen, vielen Dank für deine gute Darstellung.
Ein Problem ist, dass die Frk. etwas überaltert sind, du schreibst dass sie etwas mehr zitronengelb waren als auf dem Bild. In Kombination mit den Sporen und den Schnallenbildungen ist deine vorläufige Bestimmung zu R. flavoides gut möglich. Dass die Hyphen im Basalmycel nicht gelatinös sind, sondern eher dickwandig lässt an R. flavoides zweifeln wie du auch das richtig beschrieben hast.

Ich bin ganz deiner Meinung, dass es nicht R. flavoides ist und die ähnliche, gelatinöse R. primulina kommt somit auch nicht in Betracht. Es gibt Frk. von R. flavescens die sehr lange eine rein gelbes Aussehen haben können, um dann erst im Alter rosa gefärbte Ästen zu bekommen, aber diese hat auch keine dickwandigen Hyphen im Basalmycel.

Der Vergleich mit meiner internationalen Literatur bringt uns da momentan auch nicht weiter, da ich gerne erst die frischen Farben sehen möchte.

Daher nun meine Frage kann diese interessante Ramaria nochmal frisch gefunden und mit guten Farbfotos und Beschreibungen (z.B. Farbe der Äste und Astspitzen, Astwinkel) versehen werden. Inzwischen kann ich gerne den hier dokumentierten Fund ansehen und schon mal mit meinen Unterlagen vergleichen.

Beste Grüße, Josef

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