A A A A
Autor Thema: Lactarius tuomikoskii - Erstfund für Bayern?  (Gelesen 297 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Christoph

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 1.575
  • Präsident
    • BMG e.V.
Re: Lactarius tuomikoskii - Erstfund für Bayern?
« Antwort #4 am: 17. Oktober 2017, 12:57 »
Servus Helmut,

falls es wirklich L. tuomikoskii sein sollte, wäre das wohl wirklich ein Erstnachweis für Bayern und ein zweitfund für Deutschland. Ich bin rein makroskopisch aber etwas skeptisch, auch wenn ich den original L. tuomikoskii noch nicht selbst in der Hand hatte. Dessen Haare am Hutrand müssten richtig grob zottig sein und miteinander verkleben. Es ist hier gut dargestellt: http://www.funghiitaliani.it/uploads/monthly_08_2009/post-2286-1250515234.jpg (ich füge nur den Link ein, da ich sonst theoretisch Copyrightprobleme bekommen kann).
Auch sind die Bilder, die ich von ihm kenne, anderes im Hutfarbton, also blasser, mehr ockerlich.
Die Bestimmung lässt sich aber maikroskopisch prüfen, weshalb du im Winter dann sicher mehr sagen kannst. Vom Farbton her erinnert mich das schon an L. scrobiculatus, allerdings hat er schon sehr kleine Stielgrübchen, zugegeben.

Die Abgrenzung zwischen L. scrobiculatus und L. intermedius (da du das angesprochen hast) finde ich wiederum auch makroskopisch gut nachvollziehbar. Die Stielgruben sind anders (bei L. intermedius sind es Krater in den Kratern, wie ein Monslandschaft) und der Hut ist kaum gezont und blasser beim Tannenbegleiter. Die Stielspizte ist nur selten weiß abgegrenzt (usw.)

Ich bin gespannt, was am Ende bei eurem Fund rauskommt  :)

Liebe Grüße,
Christoph
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)

Offline Helmut

  • Beiträge: 570
Re: Lactarius tuomikoskii - Erstfund für Bayern?
« Antwort #3 am: 1. Oktober 2017, 17:05 »
Servus Hias,

ich bilde mir ein, die gelbmilchende Verwandtschaft einigermaßen zu kennen. L. scrobiculatus scheidet m. E. aus (kräftiger gefärbt, größer, mit größeren Grübchen und auf Kalk), L. citriolens hatte ich auch schon, der hat längere Haare am Hutrand und auch anderes Aussehen sowie Vorkommen auf Kalk. Ähnliches gilt für den acidophilen L. aquizonatus mit ebenfalls, aber stärker klebrigen und längeren Haaren. Außerdem hätte der blassere Farben mit anderem Farbton, was auch für L. resimus, L. auriolla und L. olivinus gilt (die ich alle drei nicht kenne).

Was mir in dieser Gruppe wirklich manchmal Schwierigkeiten macht, ist die Abgenzung zwischen L. scrobiculatus und L. intermedius - oder ich habe intermedius einfach noch nicht "wirklich" gesehen. Der ebenfalls calciphile L. leonis scheint besser abgrenzbar zu sein, der fehlt mir aber auch noch in meiner Sammlung.

Mit den Schlüsseln in Funga Nordica und Basso (Fungi Europaei) bin ich auch direkt bei L. tuomikoskii gelandet. Die Bestimmung erfolgte zunächst makroskopisch, die Mikroskopie wird im Winter nachgeholt. Die Übereinstimmung mit den Angaben bei Basso schienen mir aber so klar, dass ich schon mal den Namen vergeben habe. Über kritische andere Meinungen dazu würde ich mich wie immer freuen.

Gruß Helmut

Offline Hias

  • Beiträge: 97
Re: Lactarius tuomikoskii - Erstfund für Bayern?
« Antwort #2 am: 1. Oktober 2017, 15:31 »
Servus Helmut,

sehr interessant! Ich habe diese Art noch nicht gefunden und weiß auch keine anderen Meldungen aus Bayern. Woran habt ihr die Bestimmung festgemacht?

Beste Grüße
Hias

Offline Helmut

  • Beiträge: 570
Lactarius tuomikoskii - Erstfund für Bayern?
« Antwort #1 am: 1. Oktober 2017, 14:53 »
Servus mitnand,

beim vorletzten Pilztreffen brachte der Reiner einen Milchling mit, der mich an eine Art erinnerte, die ich nur aus Büchern kannte. Die Nachuntersuchung erbrachte dann das Ergebnis Lactarius tuomikoskii - der Blassgelbe Zottenmilchling. Außer einer Erwähnung eines Fundes aus dem Schwarzwald im Heilmann-Clausen konnte ich keine weiteren Funde in Erfahrung bringen. Ist das also ein Erstfund für Bayern und ein Zweitfund für Deutschland? Oder kennt jemand weitere Kollektionen?

Er wuchs übrigens im Oberpfälzer Wald (also die Region des Projektes Böhmerwald-Funga) auf saurem Sandboden an feuchterer Stelle bei diversen Laub- und Nadelbäumen. Habe leider kein Standort-Foto.

Mal schauen, ob der auch bei unserer BMG-Tagung gefunden wird.

Gruß Helmut

« Letzte Änderung: 1. Oktober 2017, 14:56 von Helmut »