A A A A
Autor Thema: Marasmiellus sect. Tricolores - Bestimmungsproblem  (Gelesen 108 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Peter P.

  • Beiträge: 399
Re: Marasmiellus sect. Tricolores - Bestimmungsproblem
« Antwort #5 am: Heute um 00:25 »
Hallo Christoph,
heute war ich extra an meinen beiden individuenreichsten Fundorten, beide existieren nicht mehr (Stadtverschönerung und Forstarbeiten). Ich bleibe aber am Ball, habe da noch einige Stellen im Auge.
LG Peter P.
Freiheit ist, das sagen zu dürfen, was andere nicht hören wollen.
Anonymus

Offline Christoph

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 1.484
  • Präsident
    • BMG e.V.
Re: Marasmiellus sect. Tricolores - Bestimmungsproblem
« Antwort #4 am: 12. August 2017, 16:02 »
Servus Gernot,

da bin ich gespannt, was deine Mikros angeht - vor allem die Form der Cheilocystiden. (und @Peter: ebenfalls: was hattest du für Mikromerkmale, Sporenmaße, Cystidenform?).

Im entsprechenden Habitat ist Marasmiellus tricolor sicherlich häufiger als angenommen. Gesehen habe ich die Art schon im mehreren Magerrasen, nur habe ich sie nie mitgenommen. Da ich nun die Fläche kartiere, "muss" ich auch "sowas" mitnehmen, was ja gerade der Reiz des Kartierens ist. Und als Ehrenamt auch noch ohne Stress im Nacken  ;D

LG und danke für die Rückmeldungen,
Christoph
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)

Offline Gernot

  • Beiträge: 1.183
Re: Marasmiellus sect. Tricolores - Bestimmungsproblem
« Antwort #3 am: 11. August 2017, 21:06 »
Hallo, zusammen,

ich bin heute auch über einige Fruchtkörper von M. tricolor "gestolpert" und hab sie, an diesen Beitrag denkend, mitgenommen. Werde demnächst über die Ergebnisse der mikroskopischen Untersuchung berichten.

Peters Erfahrungen kann ich nur bestätigen – bei feuchter Witterung ist die Art an den entsprechenden Standorten m. E. nicht sonderlich selten, obwohl es bei uns erstaunlich wenige Fundmeldungen gibt. Aber sie wird halt sicher leicht übersehen bzw. vielleicht auch nicht immer gleich erkannt.

Schöne Grüße
Gernot

Offline Peter P.

  • Beiträge: 399
Re: Marasmiellus sect. Tricolores - Bestimmungsproblem
« Antwort #2 am: 11. August 2017, 02:55 »
Hallo Christoph,
schön, wieder an diese Gattung erinnert zu werden.
In der Sektion Tricolores gab's hier noch keine Probleme, da bisher ausschließlich die var. tricolor gefunden wurde und garnicht so selten (im Lkr. Sonneberg in 10 MTB/16 und in den letzten 5 Jahren eigentlich vernachlässigt). Interessanterweise erschien die Art immer Juli/ August und nach sehr feuchten Perioden, wie wir sie ja momentan haben.
Da wird es sich wieder 'mal lohnen, die bekannten Fundstellen aufzusuchen und evtl. auch einige der zu den gleichen Bedingungen erscheinenden Begleitarten zu finden.
http://forum.pilze-bayern.de/index.php?action=dlattach;topic=1565.0;attach=15197;image
LG Peter.

Edit: Das mit dem Einfügen habe ich jetzt auch kapiert. Aber geht's nicht noch umständlicher ?
« Letzte Änderung: 12. August 2017, 02:51 von Peter P. »
Freiheit ist, das sagen zu dürfen, was andere nicht hören wollen.
Anonymus

Offline Christoph

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 1.484
  • Präsident
    • BMG e.V.
Marasmiellus sect. Tricolores - Bestimmungsproblem
« Antwort #1 am: 10. August 2017, 23:47 »
Servus beinand,

heute habe ich trotz Regenwetters (diesmal zusammen mit Helmut Grünert) in Rothschwaig erneut die Trockenrasen (die jetzt nass waren) unsicher gemacht. Unter anderem fand ich einen kleinen Marasmiellus, der nicht ganz aufgehen will.





Die HDS passt äußerst gut zu Marasmiellus tricolor - gerade die Keulen ohne Divertikel, dafür aber an der Basis extrem dichte "Noppen" - genau wie von Antonin & Noordeloos (2010): A monograph of marasmioid and collybioid fungi in Europe. gezeichnet und beschrieben.
Die Basidien sind vorwiegend 4-sporig, Cheilocystiden treten recht häufig auf.

Sporen: 10,5-12,8-14,25(-15,25) x 4,75-5,3-5,75 µm; Q = 2,1-2,40-2,7

Was passt also nicht auf Marasmiellus tricolor var. graminis?

1. Die Sporen sind zu lang - Antonin & Noordeloos geben (8,0-)9,5-12,5(-13,5) x 3,5-6,5 µm, Q = 1,8-3,0 an

Gut, sie schreiben, dass die Sporenmaße sehr variabel innerhalb M. tricolor s.l. sein können. Für Marasmiellus trabutii sind sie aber noch zu kurz.

2. Die Form der Cheilocystiden passt nicht - ich sehe verzweigte, teils recht dünne Cheilocystiden, die etwa sknorrig verzweigt sind und am Ende Divertikel aufweisen können - Antonin & Noordeloos zeichnen aber keulige Cheilocystiden mit einzelnen, kleinen Divertikelnm. Das passt nicht gut zusammen.

3. Die dunkle Hutmitte im Alter mit einem Hauch von schmutzig bläulich - auch an der Stielbasis teils mit einem winzigen Blauhauch (auf den Fotos schlecht zu erkennen). Die Hutmitte kann aber ein Trocken-/Hitzeartefakt der letzten Woche sein.

Standort:
Kalktrockenrasen, sehr mager.

Meine Frage:
Habt ihr schonmal Marasmiellus tricolor var. graminis unter dem Mikro gehabt und wie waren da die Sporenmaße und die Cheilocystiden?
Wegen der HDS denke ich durchaus, dass es diese doch variable Art sein kann, aber sicher bin ich mir da nicht wirklich. Jedenfalls komme ich mit Antonin & Noordeloos (2010) da auf keinen Grünen Zweig.

LG
Christoph
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)