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Autor Thema: Schlüssel: Scheidenstreiflinge der Stirps Crocea, Romagnesiana und Fulva  (Gelesen 200 mal)

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Offline blacky

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Da hatte ich wohl kurz Tomaten auf den Augen :o
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Offline Christoph

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Servus Thomas,

sehr gerne doch  :)

Ich habe ihn schon ihn die Schlüsselsammlung integriert (als alleroberster, Amanita)...

LG
Christoph
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Offline blacky

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Lieber Christoph,
Klasse! Besten Dank.
Kommt der auch in die Schlüsselsammlung oder habe ich etwas übersehen?
Liebe Grüße.
Thomas
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Offline Christoph

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Hallo zusammen,

aufgrund des Threads "Julipilze", in dem Rudi einen Scheidenstreifling vorgestellt habe, habe ich unter Vorlage von Tulloss (2000) einen Schlüssel übersetzt/bearbeitet, der die Arten rund um Amanita crocea und Am. fulva behandelt. An den Sporenmaßen, die angegeben sind, kann man übrigens (aufgrund der teils extremen "Ausreißer") erkennen, dass viele Amaniten heterospor sind (sie haben dann größere Sklerobasidien, die teils sehr große Sporen bilden). Hier nun der Schlüssel (mit der Hoffnung, dass er zu sicherer Bestimmung von teils noch wenig bekannten Arten wie z.B. Amanita romagnesiana führen möge  8)

Viel Spaß beim Anwenden, wenn ihr entsprechende Scheidenstreiflinge findet...

Hier nun der Schlüssel:

Schlüssel der Scheidenstreiflinge der Stirps Crocea, Romagnesiana und Fulva nach Tulloss (2000): Nomenclatural Changes in Amanita. Mycotaxon 75: 329-332.


1 Subhymenium wird von länglichen, gebogenen, interkalar aufgeblähten(!) Zellen dominiert; Hut zumindest mit Gelb- bis Orangetönen oder insgesamt gelb bis orange; oberer Stiel ohne weißen, flockigen Überzug; 95% der Sporen sind kürzer als 12 µm lang …..........................2 (Stirps Crocea)
1* Subhymenium ist eine Kombination aus vielen filamentösen, undifferenzierten Hypen, die mit relativ breiten, ovoiden bis ellipsoiden, aufgeblähten Zellen vermischt sind ….......... 4

2(1) Huthaut bei reifen Fruchtkörpern deutlich in eine Supra- und Sibpellis differenziert; Hut ziemlich blass, ledergelblich (abgesehen von der manchmal dunkleren Hutmitte bzw. einzelnen, dunkleren Bereichen); Lamellenschneide mit nur vereinzelten aufgeblähten Marginalzellen, dafür mit auch in der Seitenansicht der Schneide sichtbaren, verwobenen Hyphensträngen; Acrophysaliden in der Stieltrama kürzer als 160 µm; Sporen (8,5)9-12,5(-17,5) x 8-10,5(-14) µm; Q = 1,12-1,20; aus Schweden beschrieben, Mykorrhiza mit Birke ….............. Amanita flavescens (E.J. Gilbert & S. Sund) Contu
2* Huthaut meist nicht oder nur undeutlich in Supra- und Subpellis differenziert (gelifizierte Hyphen nur ganz oben an der Oberfläche); Hut gelborange, auch blass, aber auch dann mit Orangetönen; Lamellenschneide bisweilsen mit zahlreichen, aufgeblähten Marginalzellen; Acrophysaliden der Stieltrama bis 290 µm lang …........................................... 3

3(2) Hut gelb-orange; Stiel mit blass orange gefärbter, flockigen bis zebraartig oder zickzackartiger Stielbekleidung oder mit blass orange gefärbten, dicht stehenden, schmalen, faserigen Schüppchen rau bekleidet (Schüppchen jung blasser als Stielgrund, später dunkler orange als der Stiel an sich, zumindest an der Stielspitze); Sporen (8-)9,5-12(-19) x (7,5)8,5-11(-16) µm; Q = 1,07-1,11; aus Frankreich beschrieben, in Europa weit verbreitet; gerne bei Birken, aber auch bei Erle, Hainbuche, Haselnuss, Fichte, Pappel oder Eiche ….................... Amanita crocea (Quél.) Singer
3* Hut blasser, blass orange bis blass gelborange; Stiel weiß oder sehr blass, ohne kontrastierende, faserige Bekleidung; Sporen (6-)9-12(-18) x (5,5-)7,5-10,5(-13) µm; Q = 1,12-1,16(-1,22); aus Frankreich beschrieben, aber auch in Italien, Deutschland (usw.) nachgewiesen; bei Buche, Fichte oder Eiche …........................................... Amanita subnudipes (Romagn.) Tuloss

4(1) Hutrandstreifung gewöhnlich kürzer als 20% des Hutradius; Pileipellis bis zu 250 µm dick; Hut leuchtend orangbraun oder braunorange; sackartige Volva weiß; Sporen (8-)9,5-23(-21) x (7-)8-11,5(-17) µm; Q = (1,10)1,12-1,20; aus Frankreich beschrieben, aber auch in Deutschland und Belgien nachgewiesen; Laub- und Mischwälder …........................... Amanita romagnesiana Tulloss
4* Hutrandstreifung gewöhnlich länger als 20% des Hutradius; Pileipellis dünner als 80 µm; Hut fuchsig, rotbraun, manchmal auch relativ blass, teils mit dunklerer Hutmitte; Volva creme bis ockerlich, teils mit rostigen Flecken; Sporen (9-)10-12,5(-19,5) x (8-) 9,5-12(-15,5) µm; Q = 1,05-1,09; aus Bayern beschrieben, in ganz Europa häufig; bei Laub- und Nadelbäumen …............................................ Amanita fulva (Schaeff.) Fr.
« Letzte Änderung: 13. Juli 2017, 00:00 von Christoph »
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