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Autor Thema: Gottseidank keine Vergiftung  (Gelesen 595 mal)

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Offline Christoph

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Re: Gottseidank keine Vergiftung
« Antwort #4 am: 11. Mai 2017, 23:56 »
Zitat
toll finde ich unter anderem, dass du die mikroskopischen Details eingehend dargestellt hast.

Dem kann ich mich nur anschließen. Und es zeigt, wie wertvoll das Mikroskopieren in so einem Fall ist. Ich erlaube mir, hier zwei der Fotos von Schorsch in den Text einzubinden, um diese als Beispiel zu nehmen (also jeweils: Foto: Schorsch):



Hier sieht man sehr schön die warzigen, amyloiden Sporen. Damit steht die Gattung (bei der Makroskopie) quasi schon fest. Das reicht dann im Prinzip schon, da Melanoleuca als harmlos gilt (wobei sicher noch nicht alle Arten verzehrt wurden!). Aber es zeigt, wie einfach die Nachbestimmung per Mikroskop sein kann (aber natürlich nicht sein muss).



Und dann eine Brennhaarzystide - typisch für Melanoleuca (haben viele Arten der Gattung, natürlich nicht alle) - und auch für Melanoleuca cognata. Dann die cognacfarbigen Lamellen (Makroskopie) und schon steht fest, dass ein Speisepilz gegessen wurde. Aber eben roh - und da weiß man auch nicht, was passieren kann, aber zumindest ist es kein bekannter Giftpilz.

Es ist wichtig, dass genügend Pilzfreunde sich bereit erklären, hier mitzumachen und so beispielsweise Eltern zu beruhigen (oder im Falle von wirklichen Giftpilzen vielleicht durch eine schnelle Diagnose auch Leben zu retten).

Super gemacht, Schorsch, Kompliment!

LG
Christoph

Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)

Offline blacky

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Re: Gottseidank keine Vergiftung
« Antwort #3 am: 10. Mai 2017, 12:10 »
Servus Georg,
ganz toll finde ich unter anderem, dass du die mikroskopischen Details eingehend dargestellt hast.
LG.
Thomas
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Offline Christoph

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Re: Gottseidank keine Vergiftung
« Antwort #2 am: 10. Mai 2017, 00:26 »
Servus Schorsch,

danke, dass du den Fall hier vorstellst. Ich war ja nur indirekt involviert, da mir zwei Fotos der Fruchtkörper per Handy zugeschickt wurden. Bestimmungen anhand von Fotos sind ja immer so eine Sache, aber man konnte zumindest sagen, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit relativ harmlos sein wird.
Gut, dass du in der Nähe der betroffenen Familie wohnst und auch zuhause warst, sodass du auch mikroskopieren konntest. Dadurch ist es natürlich abgesichert, dass es sich um Melanoleuca cognata handelt.

Zum Glück hatte ich selbst auch noch keinen Fall, bei dem ein Kind zu Schaden kam - aber es gab natürlich solche Fälle in Deutschland, sogar mit Grünen Knollis (wenn ich mich recht erinnere, im Raum Frankfurt).

Im Großraum München gibt es genügend Mykologen, die auch mikroskopieren können. Auf dem Land sieht es da oft leider ganz anders aus. Dann muss der Arzt nach Symptomatik allein vorgehen. So konnten aber Eltern und Kind beruhigt werden - das ist sehr viel wert. Ich finde es toll, dass du dazu bereit bist, deine Zeit dafür zu opfern.

LG
Christoph
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Offline Schorsch

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Gottseidank keine Vergiftung
« Antwort #1 am: 9. Mai 2017, 19:03 »
Schon Anfang Mai Alarm bei der Pilzberatung München.
Am späten Freitagnachmittag kam der Anruf einer besorgten Mutter. Einen kleinen Moment der Unaufmerksamkeit nutzte der eineinhalbjährige Sohn und biss im Garten ein Stück von einem unbekannten Schwammerl ab. Die per WhatsApp gesendeten Bilder wiesen auf einen Frühlings-Weichritterling hin. Dennoch darf aufgrund von Fotos und einer telefonischen Beschreibung keine verbindliche Entwarnung gegeben werden. Also erschien die Mutter mit dem kleinen N. und stellte mir die Pilzreste samt einem Kübel mit einem ausgestochenen Rasenstück vor. Rasch konnte die Verdachtsdiagnose mikroskopisch bestätigt werden.
Sporen ellipsoid, hyalin und amyloid-feinwarzig, beige Lamellen mit leicht lachsrötlichem Touch, HDS mit parallelen Hyphen (Cutis), Cheilozystiden nicht septiert und lageniform mit Kristallspitze, Stiel faserig entsprechend dem im Rasenstück verbliebenem Rest. Also eindeutig eine Melanoleuca cognata. Es konnte also Entwarnung gegeben werden. Allerdings konnten leichte Verdauungsbeschwerden aufgrund des Verzehrs des rohen Pilzes nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Somit konnten Mutter und Kind beruhigt nach Hause geschickt werden. Ein Anruf am nächsten Tag ergab die Auskunft, dass im weiteren Verlauf keinerlei Beschwerden aufgetreten waren
« Letzte Änderung: 9. Mai 2017, 19:06 von Schorsch »
Gfrei di, dass regnt, wei wenns di net gfreist, regnts aa. (nach Karl Valentin)