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Autor Thema: Der Gyromitra-Fred (Gyromitraschlüssel für Europa)  (Gelesen 395 mal)

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Offline Rudi

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Re: Der Gyromitra-Fred (Gyromitraschlüssel für Europa)
« Antwort #11 am: 12. Juni 2017, 22:11 »
Der Rudi hat einfach die Gyromitras übersehen- zumindest die hier im Forum...

Einen Zipfel hatten wir vor 2 Jahren im Kreis Würzburg gefunden, siehe dazu die Bilder ab Nr.2:
http://pilzseite.de/Pilzgalerie/Gyromitra/fastigiata/FrameSet.htm

melaleuca aus B/W (Mergentheim) gabs heuer auch wieder reichlich-siehe Bild. Lothar Krieglsteiner hat die Art ja schon 1995 in Würzburg (Bot. Garten) gefunden!

LG Rudi
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Offline Christoph

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Re: Der Gyromitra-Fred (Gyromitraschlüssel für Europa)
« Antwort #10 am: 12. Juni 2017, 13:29 »
Da hätte der Rudi auch dran denken können  ;) - Gyromitra melaleuca: er hat diese seltene Art ja auf seiner Homepage vorgestellt: http://www.pilzseite.de/Pilzgalerie/Discina/melaleuca/FrameSet.htm

Auf Pilze-Deutschland werden zwei Fundpunkte dargestellt, davon einer in Bayern. Der Fund, den Rudi zeigt, stammt aus Baden-Württemberg und wäre dann eventuell der Zweitfund (ich weiß nicht, wie aktuell die Verbreitungskaerte ist).

Ich selber habe Gyromitra melaleuca auch erst einmal gesehen - ich wurde dankendwerterweise zu einem Fundpunkt hingeführt. Die Fundstelle ist grenznah zu Bayern in Vorarlberg, genauer gesagt in Bregenz.

LG,
Christoph
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Offline Christoph

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Re: Der Gyromitra-Fred (Gyromitraschlüssel für Europa)
« Antwort #9 am: 10. Juni 2017, 18:04 »
@Christian: jetzt weiß ich, woher ich noch von der Gyromitra fastigiata wusste - ich hab's grad beim Erstellen der Linkliste wiederentdeckt: http://forum.pilze-bayern.de/index.php/topic,1481.0.html

 :D
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Offline Christoph

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Re: Der Gyromitra-Fred (Gyromitraschlüssel für Europa)
« Antwort #8 am: 8. Juni 2017, 20:48 »
Hier noch zwei Links zu den beiden Threads, in denen ich zum einen Gyromitra parma aus einem Kalkbuchenwald (mit angepflanzten Pappeln und untermischtem Ahorn neben den obligatorischen Fichten) vorgestellt habe: http://forum.pilze-bayern.de/index.php/topic,1123.0.html

und zum anderen eine Gyromitra gigas an Laubholz, von der ich erst dachte, es könnte Gyromitra ticiniana sein, die sich dann aber doch als Gyromitra gigas herausgestellt hat:
http://forum.pilze-bayern.de/index.php/topic,1128.0.html

Und dann natürlich der Link zu einer besonderen Website:
www.lorcheln.de - sie lohnt sich! Dort wird auch Pseudorhizina californica (als Gyromitra californica) gezeigt und vorgestellt (allerdings aus den USA)
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Offline Christoph

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Re: Der Gyromitra-Fred (Gyromitraschlüssel für Europa)
« Antwort #7 am: 8. Juni 2017, 01:01 »
Servus Christian,

danke für den Link - ich wusste nicht mehr genau, woher ich einen Fund in unserer Gegend (im weiteren Sinne) im Kopf hatte. Jatzt ist es wieder klar - ich hatte das mal auf eurer Website gesehen und mir latent gemerkt (also, dass man auch hier bei uns eine Chance haben sollte, sie zu finden). Ich sollte viel öfter auf die Ehinger Seite gehen  ;)

LG
Christoph
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Offline Älbler

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Re: Der Gyromitra-Fred (Gyromitraschlüssel für Europa)
« Antwort #6 am: 7. Juni 2017, 08:08 »
Hallo Gerd, hallo Christoph,

Gyromitra fastigiata haben wir letztes Jahr im Ulmer Raum gefunden. Allerdings auf Baden-Württembergischer Seite. Hier das Artprofil auf der Ehinger Webseite:

http://www.pilzflora-ehingen.de/pilzflora/arthtml/gfastigiata.php

Ich bin dieses Jahr leider nicht dort hin gekommen um nachzusehen, ob die Lorchel nochmal fruktifiziert. Der Fundort liegt in einem Bannwaldgebiet. Dort gibt es ausreichend Totholz, so dass ich davon ausgehe, die Art auch in den nächsten Jahren wieder zu finden.

Viele Grüße
Chistian

Offline Christoph

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Re: Der Gyromitra-Fred (Gyromitraschlüssel für Europa)
« Antwort #5 am: 6. Juni 2017, 01:44 »
Lieber Gerd,

welcome back und danke für die schönen Bilder! Gyromitra parma finde ich bei uns auch außerhalb von Auwäldern an morschen, liegenden Laubholzstämmen.
Die Zipfellorchel, Gyromitra fastigiata, würde ich gerne mal sehen/finden. Sie soll ja nicht nur im Hainich / Osten wachsen, scheint bei uns aber nur sehr vereinzelt aufzutreten.

Bei mir ist heuer eh ein schlechtes Lorcheljahr - ich habe noch nicht einmal kleine, junge Riesenlorcheln finden können. Vielleicht wird's noch was.

Liebe Grüße,
Christoph
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Offline Gerd

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Re: Der Gyromitra-Fred (Gyromitraschlüssel für Europa)
« Antwort #4 am: 5. Juni 2017, 15:58 »
Hallo Gyromitra-Fans,

ich zeige einige Bilder aus meinem Fundus:

(1) Gyromitra ancilis, eine im Ulmer Raum an einigen Stellen regelmäßig vorkommende Art.




(2) Gyromitra parma, auch eine im Ulmer Raum nicht seltene Art an morschem Laubholz in Auenwäldern:




(3) Gyromitra gigas, im Ulmer Raum bevorzugt in Riedgebieten wurzelbürtig an stark vermorschten Fichtenstümpfen



Und jetzt noch zwei Arten, die m.E. im Ulmer Raum noch nicht sicher nachgewiesen wurden:

(4) Gyromitra esculenta, hier eine Aufnahme aus Mittelfranken



(5) Gyromitra fastigiata, wurde mir als Frischmaterial aus den Neuen Bundesländern zugeschickt und von mir unter einer Hecke hinter dem Haus fotografiert



Grüße
Gerd

Offline Christoph

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Re: Der Gyromitra-Fred (Gyromitraschlüssel für Europa)
« Antwort #3 am: 3. Mai 2017, 17:07 »
So, dann kommt eine weitere Lorchel hier dazu - die Stock-Lorchel, Gyromitra gigas. Dieses Exemplar habe ich in Vorarlberg, Österreich, genauer gesagt im Montafon zusammen mit Bella und Werner Oswald, Uschi Österle und weiteren Gsiberger Pilzfreundinnen und -freunden gefunden. Das ist schon etwas her, nämlich vom 22. Mai 2005.





Man kann die Stock-Lorchel wohl nur sicher per Mikroskop bestimmen, zumindest bei Funden an Laubholz. Hier war es aber brav Nadelholz, auch wenn sie scheinbar am Boden wuchs. Natürlich wurde der Fund mikroskopiert  8)

LG
Christoph
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Offline Christoph

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Re: Der Gyromitra-Fred (Gyromitraschlüssel für Europa)
« Antwort #2 am: 19. April 2017, 23:48 »
Ich stelle gleich mal ein Schmankerl in den Gyromitra-Fred, die extrem seltene Rundsporige Lorchel, Pseudorhizina sphaerospora fm. gabretae. Schön sieht man an den Fotos den stark gefruchten, grubenlorchelartigen Stiel und die weinroten Farbtöne. Der Fund stammt vom 08.06.2014 aus dem Nationalpark Bayerischer Wald und zierte auch das Titelblatt der Mycologia Bavarica Bd. 15. Heinz Holzer hat mich (und andere Pilzler) zu der Fundstelle geführt. Glücklicherweise fruktifiziert die Rundsporige Lorchel dort jedes Jahr (aber es ist nur ein Fundort bekannt).





Liebe Grüße,
Christoph
« Letzte Änderung: 19. April 2017, 23:50 von Christoph »
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Offline Christoph

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Der Gyromitra-Fred (Gyromitraschlüssel für Europa)
« Antwort #1 am: 19. April 2017, 14:08 »
Hallo liebe Lorchelfreundinnen und -freunde,

ich habe mir die Einzelschlüssel der Untergattungen von Gyromitra, die Nicolas van Vooren und Pierre-Athur Moreau 2009 in ihrer siebenteiligen Bearbeitung der Gattung Gyromitra (in der Ascomycete.org-Zeitschrift Band 1 - online frei verfügbar über http://ascomycete.org/) vorgestellt haben, geschnappt und ins Deutsche übertragen. Ich habe mich so gut wie möglich an den Originalschlüsseln gehalten und nur ab und an diesen etwas abgewandelt.
Der Schlüssel ist nicht streng dichotom - manchmal werden untereinander mehrere Fragen gestellt, insbesondere bei dem Giftlorchel-Aggregat. Wenn besondere Merkmale hervorgehoben werden, heißt dies, dass das so bei den Alternativen nicht typischerwesie vorkommt.

Die Anzahl der Taxa ist sehr viel hörer, als man erwarten würde. Man muss aber bei der Bestimmung aufpassen! Lorcheln sind erst sehr spät reif. Bei zu jungen Lorcheln fehlt noch das Sporenornament und man könnte meinen, es sei eine glattsüorige Art. Als Beispiel nehme ich Laubholzfunde der Riesenlorcheln (Gyromitra gigas), die man dann schnell als Gyromitra ticiniana fehlbestimmt. Wartet man aber ab, bis die Fruchtkörper wirklich reif sind (dann vergehen sie teils bereits), so wird man wohl meist doch das typische Netzmuster finden. Mir ging es jedenfalls mal so bei einem Laubholzfund.

Besonders hinweisen möchte ich auch auf Gyromitra ambigua - sie sieht aus wie eine sehr große Bischofsmütze mit schmutzig dunkelm Stiel (mit Violetttönen), hat aber anders geformte und vor allem viel größere Sporen. Große Einzelfrucktörper der Bischofsmütze sollten daher unbedingt nachmikroskopiert werden.

Es sind auch nichteuropäische Arten im Schlüssel enthalten (dann mit Angabe der Verbreitung), da immer wieder sogenannte "Nichteuropäer" in Europa gefunden werden (so z. B. Gyromitra tasmanica in Spanien).

Bei der Giftlorchel möchte ich auf Gyromitra esculenta var. aurantiaca hinweisen. Diese auffallend orange gefärbte Varietät wurde aus Deutschland beschrieben, ist aber seit dem Typus nicht mehr gefunden worden.

Die Scheibenlorcheln sind ebenfalls eine eigene Erwähnung wert. Man sollte insbesondere Laubholzfunde unbedingt mikroskopieren. Es kann ja doch nicht sein, dass beispielsweise eine so auffällige Art wie Gyromitra spinosospora nur einmal (am Inn an Salix) gefunden wird und dann nie mehr wieder aufgesammelt wird - siehe Koch, Lohmeyer & Chortsan (1995): Gyromitra spinosospora (Lucch. & Pelland.) comb. nov. (= Discina spinosospora Lucch. & Pelland.) - Erstnachweis für Deutschland. Mycol. Bav. 1: 46-49.

Der Schlüssel soll helfen, Lorcheln sicherer zu bestimmen (insbesondere wenig bekannte Arten, die beispielsweise nicht in Pilze der Schweiz enthalten sind). Ich habe die Nomenklatur von van Vooren & Moreau übernommen. Es würde mich freuen, wenn hier auch die eine oder andere Lorcheln vorgestellt und/oder diskutiert würde. Deshalb habe ich den Thread auch Gyromitral-Fred genannt.

So, hier nun der Komplettschlüssel (inklusive Pseudorhizina)... Das Layout ist suboptimal - irgendwie werden manchmal die Punkte genommen, mal nicht, dann die Zeilenumbrüche... aber es sollte alles zuzuordnen sein (ansonsteh einfach in ein Textverarbeitungsprogramm kopieren und dort nochmal selbst layouten  8)

Schlüssel der Gattungen Gyromitra und Pseudorhizina

1. Apothecien sessil oder mit stark reduziertem Stiel ....................................................................... 2
1*. Apothecien gestielt ... 3

2. Sporen in der Mehrzahl mit zwei Öltröpfchen (biguttulat) ..................... 6 (Gyromitra subgen. Melaleucoides)
2*. Sporen in der Mehrzahl mit nur einem oder mit drei Öltröpfchen ....................... 7 (Gyromitra subgen. Discina)

3. Fertiler Fruchtkörperbereich (v. a. Jung) glockenförmig, Stiel sehr deutlich helvellaartig grubig; Sporen glatt... 18 (Pseudorhizina)
3*. Fertiler Fruchtkörperbereich mit Lappen/Zipfeln, hirnartig gewunden oder helvelloid; Stiel nicht grubenlorchelartig; Sporen ornamentiert bis glatt …........................................................................ 4

4. Sporen glatt oder fein rauh-warzig, ohne nennenswerte Anhängsel oder Kalotten …....................
…...20 (Gyromitra suben. Gyromitra)
4*. Sporen stark ornamentiert …... 5

5. Sporen stachelig ornamentiert oder mit isolierten Anhängseln oder Dornen …............................... …................................................................................................... 26 (Gyromitra subgen. Carolinana)
5*. Sporen nicht stachelig ornamentiert, sondern mit konischen Anhänseln oder Kalotten …............
…...7 (Gyromitra subgen. Discina)

Gyromitra subgen. Melaleucoides
6. Sporen 18–22 × 9–10 μm, fein warzig ornamentiert...................................... Gyromitra melaleuca
6* Sporen 10-14,5 x 7-10 µm, deutlich warzig-gratig …............................ Gyromitra melaleucoides


Gyromitra subgen. Discina
7. Apothecien deutlich gestielt, nicht scheibenartig / becherlingsartig …............................................
…............................................................................................ 8 (Gyromitra sect. Pseudogyromitrae)
7* Apothecien sitzend oder mit deutlich reduziertem Stiel, scheiben-/becherlingsartig ….................
…... 11 (Gyromitra sect. Discina)

8. Hymenium mehr oder weniger hirnartig gewunden, zunächst ocker-bräunlich, reif schokoladenbraun; Sporenanhängsel einfach, hauben- bzw. kapuzenförmig, stumpf abgerundet; Sporen deutlich netzartig ornamentiert; vorwiegend in Nadelwäldern .................... Gyromitra gigas
8* Hymenium etwas weniger gewunden, hirnartig, heller gefärbt; Sporen glatt bis fein netzig ornamentiert ... 9

9. Sporen kürzer als 30 µm, im Laubwald; Sporen glatt ..................................... Gyromitra ticiniana
Bem.: junge Exemplare von Gyromitra gigas, die ausnahmsweise an Laubholz wachsen, können als Gyromitra ticininana fehlinterpretiert werden. Daher bei Zweifeln nur vollkommen reife Fruchtkörper betrachten!
9*. Sporen länger als 30 µm; Sporen fast glatt, fein warzig bis fein netzig ornamentiert ............... 10

10. Sporen fast glatt bis rau-warzig, nicht netzartig ornamentiert ….................. Gyromitra montana
10* Sporen fein netzartig ornamentiert …............................................................... Gyromitra korfii

11. Sporen nur bis 30 µm lang …... 12
11* Sporen länger als 30 µm lang …................................................................................................ 13

12. Sporenanhängsel angehackt kalottenförmig; Apothecien quasi sitzend; Hymenium mit deutlichen Olivtönen, deutlich gegenüber der elfenbein-weißen Außenseite kontrastierend; Rand jung eingerollt; Sporen 9-12 µm breit .................................... Gyromitra geogenia
12* Sporenanhängsel konisch, kurz; Apothecien nur bis 1-3 cm groß, kurz gestielt (Stiel bis 2 cm lang); Sporen nur 8-9 µm breit.......................................................................... Gyromitra intermedia
12** Sporenanhängsel relativ lang (2,5-5 µm lang); Sporen 11-14 µm breit ........ Gyromitra warnei

13. Sporenanhängsel sehr kurz, großteils stumpf abgerundet bis flach buckelig, gelegentlich ganz fehlend …... 15
13* Sporenanhängsel 1,5-3,5 µm lang; Sporen bis 40 µm lang  …...................... Gyromitra perlata
13** Sporenanhängsel 3,5 µm lang; Sporen länger als 40 µm …................................................... 14

14 Sporen bis 45 µm lang, Sporen fein netzig ornamentiert …........................... Gyromitra fluctuans
14* Sporen bis 48 µm lang, Sporen rauh-warzig bis deutlich netzig ornamentiert …........................
…... Gyromitra megalospora

15. Apothecien nur 1-5 (-9) cm im Durchmesser, nahezu sitzend; Hymenium glebbraun bis braun; Paraphysen bisweilen an der Spitze verzweigt …........................................ Gyromitra olympiana
15* Apothecien gewöhnlich 4-15 cm im Durchmesser, jung saugnapfförmig; Hymenium blass ocker, später gelbbraun bis zimtbraun; Paraphysen unverzweigt …................................................ 16

16. Sporen sehr groß, 35-45(-52) x 12-15 (-18) µm; Apothecien bis 6(-7) cm im Durchmesser; Hymenium rasch zimtbraun …....................................................................... Gyromitra accumbens
16* Sporen nur selten länger als 35 µm; Hymenium gelb, braunocker bis braunorange …......... 17

17. Hymenium zunächst glatt, nur mehr oder weniger rauh; Sporen 25-35 x 10-15 µm; meist auf karbonatreichen Böden …............................................................................ Gyromitra leucoxantha
17* Hymenium deutlich höckerig-verbeult; Sporen 30-40 µm lang; amerikanische Art ................................................................. Gyromitra convoluta

Gattung Pseudorhizina
18. Sporen elliptisch, 16-20,5 x 8,5-10,5 µm; Nordamerika....................... Pseudorhizina californica
18* Sporen kugelig, 8-10 (-12) µm im Durchmesser …................................................................. 19

19. Stielbasis mit auffallenden weinroten Farbtönen ..... Pseudorhizina sphaerospora fm. gabretae
19* Stiel ohne weinrote Töne ….............................. Pseudorhizina sphaerospora fm. sphaerospora

Gyromitra subgen. Gyromitra
20. Arten des Frühjahrs; Hut gewöhnlich hirnartig gewunden, ohne deutliche Loben / Lappen ...... 21
20* Arten des Sommers und Herbstes: Hut gewähnlich mitraförmig gelappt …................................ 25

21. Sporen ohne apikale Kalotte oder diese nur sehr schwach angedeutet …................................. 22
21* Sporen mit deutlicher, apikaler Kalotte …................................................................................ 24

22. Hut dunkelbraun; Stiel kurz; Sporen 13-17 x 7,5-8,5 µm, mit großen Guttulen (4,5-6 µm); Perispor an den Enden kaum verdickt; in der boreoarktischen Zone unter Koniferen, in den Alpen in der subnivalen Stufe …................................................................................ Gyromitra columbiana
22*  Hut gelb- bis rotbraun; Stiel deutlich ausgeprägt; Sporen deutlich länger (weit über 20 µm lang); Perispor kaum verdickt; Habitat variabel …................................. 23 (Gyromitra esculenta s.l.)

23. Hut braun-rot; Stiel weiß, gut ausgeprägt;Sporen 18-27 x 8-10 µm;  Habitat variabel, bei Fichten oder Kiefern ….............................................................................. Gyromitra esculenta s.str.
23*  wie G. esculenta s.str., aber Sporen im Schnitt etwas kleiner, Hymenium gelbbraun bis falb ockerbraun …....................................................................................Gyromitra esculenta var. fulva
23** wie G. esculenta s.str., aber Sporen länger, bis 30 (-35) µm lang …............................................ …... Gyromitra esculenta var. bubaci
23*** wie G. esculenta s.str., aber Hymenium auffallend orange …................................................... …............................................................................................... Gyromitra esculenta var. aurantiaca
23**** wie G. esculenta s.str., aber insgesamt weiß bis elfenbein-weiß (albinotisch) …....................
…................................................................................................ Gyromitra esculenta var. alba
Bem.: Als rein albinotische Form wohl ohne taxonomische Bedeutung
23***** wie G. esculenta s.str., aber insgesamt zierlicher; unter Laubbäumen ….............................. …... Gyromitra neuwirthii
Bem.: auch van Vooren & Morerau äußern große Zweifel, ob dieses Taxon Artrang verdient (bzw. ob man nur wegen des Habitats und der Zierlichkeit überhaupt etwas abtrennen kann)

24. Hut halbkugelig, braun-rot, mit freiem Hutrand; Stiel robust, weiß mit braunen Flecken; unter Pinus; Sporen elliptisch, 19-25 x 9-12 µm ........................................................ Gyromitra tasmanica
Bem.: Unter Nothofagus kommt die sehr ähnliche Gyromitra antarctica vor.
24* Hut dunkelbraun, Sporen fast fusoid, 23-28 x 11,5-13,5 µm …................. Gyromitra splendida
24** wie Gyromitra splendida, aber Sporen 19-28 x 9-13 µm, mit auffallend langem Stiel ................................................................................ Gyromitra longipes

25. Sporen rein elliptitisch, an den Enden abgerundet, 19-24 x 7-8,5 µm ........ Gyromitra infula
Bem.: Gyromitra sichuanensis ist wie eine Minitaurausgabe, die sich aber auch durch fein warzige Sporen unterscheidet; bislang nur aus China bekannt;
Gyromitra chirripoensis – beschrieben aus Costa Rica – ist ebenfalls sehr ähnlich, unterscheidet sich aber durch die fehlenden Kalotten an den Sporenenden.

25* Sporen tendentiell etwas eckig, die Enden nicht so abgerundet und deutlich größer, 22-33 (-37) x 7,5 – 12 µm; Stiel mit Violetttönen ….............................................................. Gyromitra ambigua
 
Gyromitra subgen. Caroliana
26. Apothecien deutlich gestielt ….......................................................27 (Gyromitra sect. Caroliana)
26* Apothecien sessil oder mit deutluch reduziertem Stiel …............. 29 (Gyromitra sect. Parmae)

27. Fertiler Fruchtkörperberich hirnartig gewunden ….................................... Gyromitra caroliana
27* Fertiler Fruchtkörperbereich gelappt bis helvelloid …............................................................. 28

28. Sporen kürzer als 30 µm; Nordamerika …...................................................... Gyromitra brunnea
28* Sporen größer, einige länger als 30 µm werdend …..................................... Gyromitra fastigiata

29. Sporenlänge 20 µm überschreitend …....................................................................................... 30
29* Sporen nur bis 20 µm lang …................................................................... Gyromitra microspora

30. Sporen sehr auffallend stachelig ornamentiert ….................................... Gyromitra spinosospora
30* Sporen netzig bis angedeutet netzig ornamentiert, aber mit stachligen Sporenanhängseln ...... 31

31. Sporen deutlich und vollständig netzartig ornmamentiert, an den Polen deutlich stachelig; Sporen  nur bis 28,5 µm lang .................................................................................. Gyromitra parma
31* Sporen nur unvollständig netzig ornamenitert, an den Polen rauhwarzig-stachlig; Sporen 31-38 µm lang ... Gyromitra martinii


Also, ran an den Speck bzw. die Lorchel... und ich würde mich sehr freuen, hier auch den einen oder anderen Fund vorgestellt zu bekommen (ich werde meine Lorchelfunde auch Stück für Stück hier einpflegen)

Liebe Grüße,
Christoph
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