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Autor Thema: Ausbildung zum Pilzberater nach bayrischen Standards  (Gelesen 2694 mal)

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Offline Alfred

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Re: Ausbildung zum Pilzberater nach bayrischen Standards
« Antwort #4 am: 5. Juli 2015, 14:54 »
Lieber Friedhelm,

es ist schade, dass Du so negative Eindrücke bei verschiedenen Kursen bekommen hast. Die BMG legt großen Wert darauf, dass in den Kursen und auch bei der Prüfung die Vorgaben eingehalten werden. Die PB/PSV haben ja nach der Prüfung auch eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe wahrzunehmen.

Zitat
Wie ist das eigentlich bei der BMG ? Habt ihr so was wie einen öffentlichen Auftrag oder zumindest eine vom Land ideell unterstützte Ausbildung ?
Die BMG ist bei den bayerischen Behörden sehr gut bekannt und es wurden auch schon einige gemeinsame Projekte (z.B. Rote Liste Bayern) durchgeführt. Öffentliche Aufträge bekommen wir auch und eine ideelle Unterstützung erfolgt durchaus, z. B. durch Erwähnung der BMG auf Flyern/Broschüren der Fachbehörden. Eine offizielle Anerkennung der PB/PSV war schon einmal fast erreicht. Warum das gescheitert ist, kann hier in aller Kürze nicht erklärt werden.

Zitat
Wieso wollt ihr eigentlich eine gegenseitige Anerkennung der PSV von BMG und DGFM
Eine bundesweite Anerkennung, bei natürlich gleichen Ausbildungsanforderungen und Prüfungsbedingungen, macht durchaus Sinn. Ein muss ist es allerdings nicht.

Zitat
Nach genauerer Durchsicht der Ordnungsschriften scheint mir der BMG-PSV doch deutlich wertiger und anspruchsvoller als der der DGFM zu sein
Richtig! Das ist auch der Grund dafür, dass unter den derzeitigen Voraussetzungen eine Anerkennung des PSV DGFM als PSV der BMG nicht möglich ist.

Viele Grüße

Alfred

Offline Wolpertinger

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Re: Ausbildung zum Pilzberater nach bayrischen Standards
« Antwort #3 am: 3. Juli 2015, 09:38 »
Lieber Alfred,

die schnelle und umfangreiche Beantwortung meiner Fragen hat mich schon überrascht, dafür erst einmal vielen Dank. Aufgrund deiner Antworten kann ich mich immer mehr mit einer BMG-Ausbildung anfreunden. Auf dein freundliches Angebot eines Telefonats komme ich gerne noch zurück.

Was meine Frage zur Anerkennung in Hessen betrifft, so habe ich mich vielleicht ungeschickt ausgedrückt. Hessen hat als Land keine PB oder PSV – Ausbildung. Das ist mir bekannt und die Frage sollte eigentlich lauten, ob es in Hessen einen der BMG vergleichbaren Verband mit geregelter Ausbildung gibt. Das scheint mir nicht so zu sein. Aber dafür gibt es eine 4 Sterne Pilzschule und die liegt mir überhaupt nicht. Ich war zusammen mit meiner Frau im letzten Jahr bei einem Kurs und musste feststellen, dass dahinter eine Ernährungsberatungsfirma steht und es unter dem Label des DGFM-PSV doch ziemlich aufschneiderisch zugeht.

Auf eine DGFM-Ausbildung habe ich auch keine Lust mehr. Ich war 2012 in Hornberg bei einem angeblich jahrzehntelang erfahrenen „DGFM-Ausbilder“ in einem PSV-Wochenkurs und das hat mir gereicht. Da konnte ich mir handgeschriebene und kaum noch lesbare Overheadfolien aus den frühen 1980er Jahren ansehen. Mit einer strukturierten und vor allem engagierten Ausbildung hatte das nichts zu tun. Dieser „Ausbilder“ war nicht einmal bereit, mehr als die zwei nach seiner Meinung prüfungsrelevanten, Vergiftungssyndrome den Teilnehmern zu erklären. Didaktik und Pädagogik waren auch eher auf dem Stand der 1970er Jahre. Alles in allem sehr enttäuschend, auch wenn der „Ausbilder“ nicht müde wurde zu erwähnen, dass er nach den geltenden DGFM-Standards ausbilden würde. Ich habe mich damals zur Nichtteilnahme an der angebotenen Prüfung entschieden.

Wie ist das eigentlich bei der BMG ? Habt ihr so was wie einen öffentlichen Auftrag oder zumindest eine vom Land ideell unterstützte Ausbildung ?
Wieso wollt ihr eigentlich eine gegenseitige Anerkennung der PSV von BMG und DGFM ? Nach genauerer Durchsicht der Ordnungsschriften scheint mir der BMG-PSV doch deutlich wertiger und anspruchsvoller als der der DGFM zu sein. Sofern die Inhalte der Ausbildung wirklich den schriftlichen „Vorgaben“ umgesetzt werden. Bei der DGFM ist das nun wirklich nicht der Fall wie ich selbst erfahren musste.

Viele Grüße und nochmal herzlichen Dank für die Informationen.
Friedhelm

Offline Alfred

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Re: Ausbildung zum Pilzberater nach bayrischen Standards
« Antwort #2 am: 30. Juni 2015, 18:02 »
Lieber Friedhelm,

hier ganz kurz die Antwort auf Deine Fragen:

Zitat
1.   Ist es eigentlich möglich, als nicht im Bundesland Bayern wohnender Bürger, an einer Prüfung zum Pilzberater oder Pilzesachverständiger nach dem Standard der BMG teilzunehmen ? Nach vorheriger Ausbildung bzw. Kursbesuch natürlich.
Selbsverständlich ja!

Zitat
3.   Würde die Haftpflichtversicherung (bei einer BMG-Mitgliedschaft natürlich) auch bei einer Beratungstätigkeit in Hessen wirksam sein ?
Die Haftpflichtversicherung bei einer BMG-Mitgliedschaft ist im gesamten Bundesgebiet gültig.

Zitat
2.   Wird dieser Abschluss auch in anderen Bundesländer (in meinem Fall Hessen) anerkannt ?
Hessen hat meines Wissens selbst keine Pilzberaterausbildung ähnlich der der BMG oder der DGFM.
Ich sehe allerdings auch nicht, warum in Hessen der Pilzberater/Pilzsachverständige BMG nicht anerkannt werden sollte. Was die gegenseitige Anerkennung der Ausbildung BMG vs. DGFM angeht, wird sicherlich eine Einigung erfolgen. Die DGFM erwägt, ähnlich wie bei der BMG, ihre Ausbildung zweistufig zu gestalten. Da müssen wir aber noch etwas warten.

Zitat
4.   Gibt es auch außerhalb von Bayern bez. der BMG Fortbildungssatzung anerkannte Kurse und Seminare.
Pilzberater BMG:
  Die AuPO erkennt hier ausdrücklich Ausnahmen an. Ein, nach den Richtlinien der BMG anerkannten Kurs,  gibt es in Deutschland bisher nicht. Wir haben diesbezüglich aber schon mit einer Ausbildungsstätte der DGFM Kontakt aufgenommen. Momentan scheitert es hier wohl, wegen fehlender Kapazitäten.

Pilzsachverständiger BMG:
  Hier sehe ich Moment lediglich die Kurse zur Krankenhausmikroskopie nicht anderweitig abgedeckt. Alle anderen Kenntnisse können sicher auch anderswo erworben werden. Über deren Anerkennung zur Zulassung zur Prüfung PSV der BMG entscheidet auf Antrag ein anerkannter Ausbilder der BMG.

Ich hoffe Deine Fragen beantwortet zu haben. Für evtl. weitere Fragen/Details kannst Du mich gerne auch persönlich unter 08702 919082 erreichen.

Viele Grüße

Alfred



Offline Wolpertinger

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Ausbildung zum Pilzberater nach bayrischen Standards
« Antwort #1 am: 30. Juni 2015, 10:53 »
Hallo liebe Pilzfreunde,

mein Name ist Friedhelm Kuschel und ich wohne in Ortenberg, nordöstlich von Frankfurt am Main. Zwar in Bayern (Weilheim) geboren, musste ich wegen des Broterwerbes das schöne Bayern mit Anfang 20 verlassen und mich mit der dem platten Land an der Ostseeküste und nun am Rande Frankfurts zufrieden
geben.

Seit einiger Zeit interessiere ich mich für eine Ausbildung und Zulassung zum Pilzberater bzw. Sachverständigen. Bei meiner Recherche habe ich feststellen müssen, dass es eine ganze Reihe von Standards und Bezeichnungen gibt. Offensichtlich kochen da einige kleine Firmen und Vereine/Gesellschaften ihr jeweils eigenes Süppchen. Manche haben schon beim ersten Anschein einen
ziemlich kommerziellen Charakter und erinnern mich mehr an Kaffeefahrten mit vielen Versprechungen.

Alles in allem scheint mir die bayrische Variante mit der aufbauenden Ausbildungsstrategie in zwei Stufen eine für mich persönlich interessante Form und Möglichkeit zu sein. Bevor ich mich allerdings zu sehr darin vertiefe, hätte ich ein paar Fragen und würde mich über eine Antwort sehr freuen.

1.   Ist es eigentlich möglich, als nicht im Bundesland Bayern wohnender Bürger, an einer Prüfung zum Pilzberater oder Pilzesachverständiger nach dem Standard der BMG teilzunehmen ? Nach vorheriger Ausbildung bzw. Kursbesuch natürlich.

2.   Wird dieser Abschluss auch in anderen Bundesländer (in meinem Fall Hessen) anerkannt ?

3.   Würde die Haftpflichtversicherung (bei einer BMG-Mitgliedschaft natürlich) auch bei einer Beratungstätigkeit in Hessen wirksam sein ?

4.   Gibt es auch außerhalb von Bayern bez. der BMG Fortbildungssatzung anerkannte Kurse und Seminare.

Viele Grüße
Friedhelm