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Autor Thema: Pilzarten in Mitteleuropa / Frage zu Parasol  (Gelesen 3114 mal)

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Offline Gerd

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Re: Pilzarten in Mitteleuropa / Frage zu Parasol
« Antwort #10 am: 19. November 2015, 22:17 »
Hallo Schorsch,

Zitat:
wie gesagt ist dies nicht ein vorrangiges Problem von uns Schwammerlsuchern.
Siehe den Artikel in der Apothekenumschau : Fuchsbandwurm auch in der Stadt ein Problem
http://www.apotheken-umschau.de/Infektion/Fuchsbandwurm-auch-in-der-Stadt-ein-Problem-155609.html
und Internisten im Netz:
"Menschen, die in der Landwirtschaft tätig sind, weisen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko auf. Auch Hundehalter sind stärker gefährdet. Bislang gibt es noch keine eindeutigen Hinweise darauf, dass das Sammeln und Essen von Beeren oder Pilzen die Infektionsgefahr erhöht."
zitiert 19.11.2015 nach
http://www.internisten-im-netz.de/de_fuchsbandwurm-ansteckung-risikofaktoren_1424.html
-------------------------------------

(1) Ich kenne die von dir zitierten Links, in denen übrigens mein Sammelgebiet "nördlich von Ulm" erwähnt wird.
---> Nur leider werden dort die Infektionen (im Ulmer Raum) völlig untertrieben dargestellt!!!

- Ok, ich setze einmal einen Link ( http://www.swp.de/3524752  ) auf den Artikel in der Südwestpresse, der mich geschockt hat, da ich bisher wie du der Meinung war, dass das weder für "Waldarbeiter, Landwirte, Hundebesitzer, nicht einmal Beerensammler/Speisepilzsammler" ein ernsthaftes Problem ist.

(2) Mag ja sein, dass in deinem Gebiet der Fuchsbandwurm überhaupt keine Rolle spielt!?

(3) Übrigens: Mir kann es egal sein, ob ich (75 Jahre alt) mich in Zukunft infizieren werden, da das (realistisch bewertet) meine Lebenserwartung wohl kaum signifikant verkürzen wird.

- Die Aussicht mich zu infizieren schätze ich übrigens gegen "Null gehend " gehend ein, da ich konsequent (a) keine "Beeren in Bodennähe verspeise", (b)" bei Geschmacksproben von Pilzen nur Fleisch oder Unterseite teste".


Mein Fazit:
- Zumindest für den Ulmer Raum würde ich (auch Pilzsammler) zur Vorsicht mahnen und empfehlen, weder Pilze noch Beeren in Bodennähe ohne entsprechende Erhitzung zu verspeisen!!!

Grüße
Gerd
« Letzte Änderung: 19. November 2015, 22:40 von Gerd »

Offline Schorsch

  • Beiträge: 184
Re: Pilzarten in Mitteleuropa / Frage zu Parasol
« Antwort #9 am: 19. November 2015, 14:40 »
Lieber Gerd,
wie gesagt ist dies nicht ein vorrangiges Problem von uns Schwammerlsuchern.
Siehe den Artikel in der Apothekenumschau : Fuchsbandwurm auch in der Stadt ein Problem
http://www.apotheken-umschau.de/Infektion/Fuchsbandwurm-auch-in-der-Stadt-ein-Problem-155609.html
und Internisten im Netz:
"Menschen, die in der Landwirtschaft tätig sind, weisen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko auf. Auch Hundehalter sind stärker gefährdet. Bislang gibt es noch keine eindeutigen Hinweise darauf, dass das Sammeln und Essen von Beeren oder Pilzen die Infektionsgefahr erhöht."
zitiert 19.11.2015 nach
http://www.internisten-im-netz.de/de_fuchsbandwurm-ansteckung-risikofaktoren_1424.html
Liebe Grüße Schorsch

Offline Gerd

  • Beiträge: 34
Re: Pilzarten in Mitteleuropa / Frage zu Parasol
« Antwort #8 am: 19. November 2015, 00:50 »
Hallo Schorsch,

Zitat:
zum Thema Fuchsbandwurm hat mir letztes Jahr Herr Garnweidner gesagt, das wäre mehr ein Trick der Förster Leute vom Wald fern zu halten. Seiner Meinung nach sind (Hobby-) Gärtner und Bauern beim Mähen wesentlich mehr gefährdet als Schwammerlsucher. Denn Füchse dringen inzwischen bis in unsere Gärten, ja sogar bis ins Stadtzentrum von München vor. Die Füchse verrichten ihr Geschäft sicher nicht im Brombeergebüsch und auf Pilzen. Häufig habe ich Losung allerdings auf Baumstümpfen gesehen.
-----------

(1) Trick der Förster (und Jäger) hatte ich auch vermutet. Denn bis vor Kurzem bin ich davon ausgegangen,
dass höchstens Waldarbeiter gefährdet sind.

- Brutal in die Realität zurückgerufen wurde ich durch einen Artikel in der Südwestpresse (Ulm), dass mein Sammelgebiet ein "Hochrisikogebiet" ist und derzeit ca. 400 Fuchsbandwurm-Infizierte behandelt werden!

Grüße
Gerd











 Also ich habe vor Zecken wesentlich mehr Angst oder zumindest Respekt.



Offline CSchimmack

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Cäsium gehalt
« Antwort #7 am: 17. Mai 2015, 11:04 »
Hallo Schorsch!
Danke für Deine Antwort!!  :) Hast noch paar Maipilze gefunden? Was ist Dein Lieblingsrezept?
Ich denke auch, das Tollwut nicht so das Thema ist.
Und der Fuchsbandwurm?
Frage an alle:
Was könnt Ihr über den Cäsiumgehalt der Pilze in Südbayern sagen? Was ist wichtig zu beachten? Hab gehört, das der Parasol und der schopftintling nur minimalen Gehalt an Cäsium aufweisen. Im Gegensatz zu der Marone (hoher Gehalt bis zu > 2000 Bq / kg (laut Umweltinstitut München e.V.)
Könnt Ihr ein paar extravagante Kochrezepte nennen, die in keinem Kochbuch stehen :-) - die super leicht und lecker und einfach zum Zubereiten ist?
Ich wünsche Euch noch einen schönen Sonntag!
LG aus Starnberg
Claudia

Offline Schorsch

  • Beiträge: 184
Re: Pilzarten in Mitteleuropa / Frage zu Parasol
« Antwort #6 am: 15. Mai 2015, 18:53 »
Liebe Claudia,
zum Thema Fuchsbandwurm hat mir letztes Jahr Herr Garnweidner gesagt, das wäre mehr ein Trick der Förster Leute vom Wald fern zu halten. Seiner Meinung nach sind (Hobby-) Gärtner und Bauern beim Mähen wesentlich mehr gefährdet als Schwammerlsucher. Denn Füchse dringen inzwischen bis in unsere Gärten, ja sogar bis ins Stadtzentrum von München vor. Die Füchse verrichten ihr Geschäft sicher nicht im Brombeergebüsch und auf Pilzen. Häufig habe ich Losung allerdings auf Baumstümpfen gesehen. Also ich habe vor Zecken wesentlich mehr Angst oder zumindest Respekt.
Bin gespannt was die anderen dazu sagen.
Liebe Grüße Schorsch
PS: Nach der Morchelzeit sind jetzt die Maipilze (Calocybe gambosa) dran. Ich habe letzten Sonntag einen Hexenring am Kinderspielplatz meiner Enkelin entdeckt und es hat locker für ein Pfanderl gereicht. Nicht so gut wie Deine Pilze ;D, aber einmal im Jahr kann man sie schon essen.
Mach doch mal beim Rätsel-Fred mit!  :-*
« Letzte Änderung: 15. Mai 2015, 18:55 von Schorsch »

Offline CSchimmack

  • Beiträge: 4
Hallo an alle,
ganz lieben Dank für die Antworten! Ich bin echt begeistert!
irgendwo stand mal, das es in Mitteleuropa über 30.000 Pilzarten gibt, und weltweit sogar geschätzte 100.000.

Auch bin ich auf das Thema Tollwut und Fuchsbandwurm gestoßen - was ist dazu Eure Meinung? Besteht Gefahr?
Ich denke bei Tollwut sicher nicht. Da passiert die Übertragung auf anderem Wege.

Danke nochmal für Eure Antworten.

Ich fiebere auf die Zeit hin, in der Ausschau nach meinen 5 Lieblingspilzen halten kann: Parasol, Fichtensteinpilz, Pfifferling (ob ich den finde??) Schopftintling und die Braunkappe  ;)

Wünsche Euch ein schönes Wochenende.
Liebe Grüße
Claudia


Offline Peter

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    • Pilzteam Bayern
Re: Pilzarten in Mitteleuropa / Frage zu Parasol
« Antwort #4 am: 13. Mai 2015, 19:44 »
Hallo Zusammen,

ich kann das noch ein bisschen präzisieren und zitiere aus der Asco-Checkliste 3.1 - Lohmeyer & Karasch 2015 (in prep.):

"Aufgrund der bisherigen Auswertungen wurden in Bayern seit ca. 1870 bis 2014 insgesamt 2.471 Arten von Ascomyceten dokumentiert.
Diese teilen sich vorläufig auf in
•   1.244 Arten von Pezizales (Becherlingsartige) und Helotiales
•   1125 Pyrenomycetes s.l. (Brandkrustenpilze i.w.S.)
•   102 Arten von Erysiphales s. l. (Echte Mehltaupilze)
Zusammen mit den 4.368 Arten der Ständerpilze (Basidiomycota) aus Besl & Bresinsky 2009 können für Bayern nun mindestens 6.839 Pilzarten notiert werden.
Die darin enthaltenen 614 Rostpilze (Uredinomycotina) und 102 Erysiphales werden zu den Kleinpilzarten gestellt, so dass wir aktuell von ca. 6.000 Großpilzarten in Bayern sprechen können. "

Diese Zahlen sind ebenfalls noch nicht endgültig und werden im Laufe der Bearbeitung kontinuierlich nach oben korrigiert.

Wenn man bei pilze-deutschland.de auf Suche klickt, ohne einen Suchbegriff einzugeben, erscheinen alle Taxa, das sind fast 10.000.

LG, Peter


"Seit Millionen Jahren haben unzählige Organismen auf unserer Erde gelernt, im Einklang mit der Natur zu leben. Es gibt nur eine Ausnahme: Der Mensch."

Offline CSchimmack

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Re: Pilzarten in Mitteleuropa / Frage zu Parasol
« Antwort #3 am: 10. Mai 2015, 11:08 »
Hallo Rudi
Danke für die schnelle und hilfreiche Antwort!! Ich bin neu hier und muss mich erst ein bischen zurechtfinden. Ein Hallo an alle. Finde ich super das es sowas wie hier gibt!
Grüße aus Starnberg
Claudia
« Letzte Änderung: 10. Mai 2015, 11:11 von CSchimmack »

Offline Rudi

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    • pilzseite
Re: Pilzarten in Mitteleuropa / Frage zu Parasol
« Antwort #2 am: 9. Mai 2015, 13:57 »
Hallo Claudia,

Etwa 3000 Pilze wurden schon rund um Würzburg nachgewiesen, rund 5000 in Bayern und gut 6000 in Deutschland. Ein paar neue (auch für D) hätte ich auch noch.
Schau mal auch da:
http://www.pilze-deutschland.de/

Zu den Verwechslungsmöglichkeiten:

die hängen natürlich vom potentiellen Verwechsler ab.
Wer sich nicht so gut auskennt, kann natürlich auch den grünen Knollenblätterpilz nehmen, für andere wird der Kreis schon enger:
Pantherpilz, Königsfliegenpilz bis hin zu Gift-Riesenschirmling (M. brunnea incl. venenata) und Grünfleckenden RS (Macrolepiota olivascens).

LG Rudi
Medicus curat, natura sanat (Während der Arzt kuriert, heilt die Natur-auch ihn)

Offline CSchimmack

  • Beiträge: 4
Pilzarten in Mitteleuropa / Frage zu Parasol
« Antwort #1 am: 9. Mai 2015, 12:20 »
Hallo an alle,
da es unterschiedliche Meinungen über die Anzahl der Pilzarten in Mitteleuropa gibt, würde mich interessieren, was Ihr dazu sagt: um die 3000? oder 5000?

Eine weitere Frage wäre, was der wichtigste giftige verwechselbare Artgenosse zum Macrolepiota procera ist.

Danke für Eure Hilfe

Claudia