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Neuigkeiten zu Syndromen

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blacky:
Hallo zusammen,
den von Christoph genannten Artikel:
“ Hahn C, Grünert H (2016): Über neue und teils altbekannte Vergiftungssyndrome. Mycol. Bav. 17:69-96.“,
hatte ich gleich nach Erscheinen des Heftes gelesen.
Für mich ist dies einer, wenn nicht der beste Artikel zum Thema Vergiftungen, den ich bisher hierüber gelesen hatte. Das Thema wird von vielen Seiten beleuchtet und soweit möglich abgehandelt. Wohltuend ist auch die große Verständlichkeit und glasklare Gliederung. Ich kann nur sagen, lesen und sich seine eigene Meinung bilden.
Viele Grüße.
Thomas


Christoph:
Es hat sich mittlerweile einiges getan, was neue Syndrome weltweit betrifft. Dies konnten auch die Besucher des ToxInfoTags des Klinikums rechts der Isar im letzten Jahr von dieser Veranstaltung mitnehmen.

Zusammen mit Helmut Grünert habe ich die meines Erachtens wichtigsten "neuen" (und relativ neuen) Syndrome in einem ausführlichen Artikel in der aktuellen Mycologia Bavarica zusammengefasst. Für Pilzberater und Pilzsachverständige dürfte sich der Beitrag als Informationsquelle lohnen. Natürlich kann auch hier im Forum diesbezüglich nachgefragt werden.

Hier das Zitat unseres Beitrags:
Hahn C, Grünert H (2016): Über neue und teils altbekannte Vergiftungssyndrome. Mycol. Bav. 17:69-96.

LG
Christoph

Werner E.:
O.k. besten Dank!

Christoph:
Servus Werner,

das mit der Rhabdomyolyse hat sich nicht bestätigt. Unstrittig ist, dass die in Erdritterlingen enthaltenen Saponaceolide deutlich toxisch sind. Leider sind Mäuse in Bezug auf Erhöhung des CK-Wertes wenig geeignet, um auf den Menschen schließen zu lassen. So benötigen Mäuse selbst bei der stark und nach Einmalverzehr beim Menschen Rhabdomylose-auslösenden Russula subnigricans ungleich höhere Mengen für dem Menschen entsprechende Symptome.

Prof. Dr. Benrdt (DGfM) zweifelt zudem an, ob die Saponaceolide den Verdauungstrakt des Menschen überstehen.

Fakt ist, dass Erdritterlinge Toxine enthalten. Nicht klar ist, ob die Mengen ausreichen, um eine Wirkung beim Menschen auszulösen und inwiefern wir diese Inhaltsstoffe auch aufnehmen. Labormäuse sterben jedenfalls bei hohen Mengen an Erdritterlingen, aber offenbar nicht an Rhabdomyolyse (das war eine Fehlinterpretation in dem besagten Fachartikel). Untersucht wurde bislang nur Tricholoma terreum.

Ich kann allgemein empfehlen, meinen Aufsatz, den ich zusammen mit Helmut Grünert in der letzten Mycologia Bavarica veröffentlicht habe, zu lesen  ;). Wir haben alle neueren Vergiftungssyndrome zusammengefasst und soweit uns als Nichtmedizinern möglich, bewertet und kommentiert.

Ich persönlich gebe ohnehin keine Erdritterlinge frei, da ich die Gefahr sehe, dass die zu Beratenen dann eigenständig graue Ritterlinge sammeln und irgendwann deutlich fehlgreifen (z. B. Tricholoma filamentosum essen).

Liebe Grüße und ebenfalls Frohe Ostern,
Christoph

Werner E.:
Servus Christoph,
die Pilzsaison beginnt und damit auch die Zeit der Beratungen in den Pilzberatungsstellen. Kannst Du schon genaueres über die Auslösung der Rhabdomyolyse bezüglich dem Genuss von Erdritterlingen sagen. Betrifft das z.B. nur T. terreum, oder auch die anderen Arten, wie z.B. T. scalpturatum / argyraceum? Oder sollte man vom Verzehr aller Ritterlinge incl. T. portentosum grundsätzlich abraten?
An liabn Gruaß und schöne Ostertage,
Werner

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