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Autor Thema: Volksnamen für Pilze in Bayern - ein Aufruf  (Gelesen 10361 mal)

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Offline hans

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Re: Volksnamen für Pilze in Bayern - ein Aufruf
« Antwort #7 am: 25. November 2012, 11:14 »
Danke Peter, Zeitlmayr ist auf dem Bildschirm und soll bei der Auswertung bzw. der Dokumentation herangezogen werden. Aber falls es weitere Literaturquellen gibt, nur her damit ;D.

Schönen Sonntag noch, Hans

Offline Peter

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  • DGfM-Landeskoordinator BY Kartierung/Naturschutz
    • Pilzteam Bayern
Re: Volksnamen für Pilze in Bayern - ein Aufruf
« Antwort #6 am: 25. November 2012, 11:00 »
Hallo Zusammen,

als Diskussionsbasis würde ich zunächst mal die (noch nicht erfolgte) Literaturauswertung von Linus Zeitlmayr 1955 (Knaurs Pilzbuch), dem Münchner Pilzurgestein vorschlagen.

Seite 173: "Die Volksnamen des Pfifferlings sind Legion: Eierschwamm, Recherl, Rehling, Rehgeiss, Goassrehling, Röllchen, Marillenschwamm, Nagerl, Schweinsfüsserl, Gelbchen, Geelchen, Gänschen, Gänsel, Galluschel, Rilling, Gelbschwammerl, Gallitschel, Zechling, Zederling"

Diese Grundlage könnte dann von denjenigen ergänzt werden, die darüber hinaus gehende Kenntnisse besitzen.

Einen schönen Sonntag wünscht der Peter

 
"Seit Millionen Jahren haben unzählige Organismen auf unserer Erde gelernt, im Einklang mit der Natur zu leben. Es gibt nur eine Ausnahme: Der Mensch."

Offline hans

  • Beiträge: 257
Re: Volksnamen für Pilze in Bayern - ein Aufruf
« Antwort #5 am: 25. November 2012, 09:59 »
Danke für Deine konstruktiven Kommentare, Gerd. Zu denselben:

- Seite von Eric: Ich habe keinen vollständigen Überblick über die online-Pilzszene in Deutschland, ich kenne diese Volksnamensseite Seite nicht. Bitte URL
- Ausweitung auf das (deutschsprachige) Ausland: Guter Punkt, Österreich ist bereits angedacht
- (1)-(2): Du bist der Erste, der mich darauf aufmerksam macht. Deshalb nehme ich das mit der "Versenkung" gerne zurück.

Deine Ratschläge:
- vorausschickend möchte ich ein offensichtliches Missverständnis aufklären. Der von mir angebotene Fragebogen (Exelliste) dient nur der Erhebung. Sie ist bewusst einfach gehalten, um nicht abzuschrecken bzw. "Beitragswillige" über Gebühr zu belasten. 
# Die Auswertung incl. der Bearbeitung nicht eindeutiger Angaben, z.B. auch durch Rückkopplung mit Beitragenden, soll davon unabhängig erfolgen.
 
(1)
- wiss. Name: richtig, ich kann aber nicht von allen Beitragenden erwarten, sich damit so tiefgründig zu beschäftigen. Siehe #
- deutscher Name: ich versuche jede Information zu bekommen, die sich anbietet. Es kann gut sein, dass es im einen oder anderen Fall Unsicherheiten über die Art (bzw. Artenkomplex) gibt. Dann kann der deutsche Name ergänzend hilfreich sein. Ansonsten greift wieder #.
- Ort/Region: es ist sicher sinnvoll, die PLZ mit abzufragen. Im Zweifel auch hier wieder #.
- Etymologie: wie soll der Hinweis aussehen? Etymologische Begrifflichkeiten gehen meiner Meinung nach bei einer solchen Umfrage zu weit. Geplant ist aber, diesen Fragenkomplex gemeinsam mit einem Sprachwissenschaftler zu bearbeiten
(2)
Wie aus dem einleitenden Text zur Umfrage ersichtlich ist, geht es nicht um Literaturarbeit. Die Kollegen können aber gerne eine Spalte anfügen, in der sie Informationen über die Quelle - in der Regel Personen - eintragen können.

Alles in allem soll aus dieser Aktion keine wissenschaftliche Arbeit werden, sondern eine (kommentierte) leicht lesbare Sammlung tradierter Begriffe, die zunehmend aus dem Sprachgebrauch verschwinden.

Nachdem ich mir die Seite von Eric angesehen habe (wie gesagt, bitte URL), können wir ja über eine mögliche Zusammenarbeit konferieren.

Bis dann besten Gruß, Hans Halbwachs

Offline Gerd

  • Beiträge: 35
Re: Volksnamen für Pilze in Bayern - ein Aufruf
« Antwort #4 am: 24. November 2012, 04:45 »
 Hallo Hans,

warum gleich so ablehnend? Es geht mir nicht um Bayerntümelei, sondern um eine Initiative, das Thema auf regionaler Ebene konkret aufzugreifen. Falls dies gelingt (woran ich aufgrund des mangelnden Echos inzwischen meine Zweifel habe) und Erfahrung gesammelt wurde, liegt es natürlich nahe, so etwas bundesweit zu starten.

- Ich bin da  keineswegs ablehnend, sondern kann dir mangels Kenntnis (wohne nicht in  BY sondern in BW) nicht weiter helfen und habe deshalb auf die Seite von ERIC verwiesen.

- Und dort findest du auch einige bayrische Hinweise von Mitgliedern, die sich im BMG- Forum tummeln, aber bisher leider noch nicht geäußert haben.

- Übrigens, ich bin überzeugt davon, dass man dieses Thema höher und nicht nur bundesweit, sondern auf den gesamten deutschsprachigen Raum  (inkl. Österreich, Schweiz und sonstigen wenigstens  früher (!) deutschsprachigen Gegenden, z.B. Südtirol, Böhmen, Sudeten etc.) ausdehnen sollte.

- Und wenn dann zufällig auch noch Bezeichnungen aus „nicht deutschsprachigem Raum“ auftauchen ist das ok.
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Der damalige bundesweite Ansatz ist in der Versenkung verschwunden, aus welchen Gründen auch immer. Warum also nicht mal bescheidener anfangen?

- Auch dazu habe ich eine etwas andere Meinung als du:

(1) Richtig: Die von CH. HAHN gestartete Anfrage im „DGfM-Phorum“ wurde durch Hackerangriff/fehlende Datensicherung“ abgebrochen.

---> Aber immerhin wurden 93 dieser Beiträge bei ERIC gerettet.

(2) Und, wenn ich diesen Neustart bei ERIC bewerte, dann bewerteich das anders:

(a) Der letzte Beitrag zum Thema wurde in 08/2012 (zufällig von mir) veröffentlicht

(b) Richtig ist allerdings, dass  besonders in der Anfangsphase aus m.E. nachvollziehbaren Gründen eine besonders hohe Aktivität zu verzeichnen war.

---> Wenn ich richtig mitgeplottet habe immerhin innerhalb von 2 Monaten 685 Beiträge (inkl. der geretteten DGfM-Beiträgen) über insgesamt 85 Taxa.

- Und dies finde ich sehr  beachtlich, wenn man bedenkt, dass insbesondere nur  häufige „Speisepilze“ und evtl. noch wenige „Giftpilze“  mit regionalem  „Volksnamen“  bezeichnet werden. 
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Mein Fazit:

- Auch wenn ich es nicht befürworte, dieses Thema nur auf regionaler Ebene neu zu starten, gebe ich dir folgende Ratschläge:

(1) Deine EXCEL-Tabelle ist unvollständig und auch mehrdeutig:

- Wissenschaftlicher Name
---> Oft nicht eindeutig bekannt und/oder immer  noch kontrovers diskutiert.
---> Problematisch auch, dass „Volksnamen“ sich m.E. oft nur auf einen „Artenkomplex“  beziehen.

Deutscher Name
- Auch da habe ich ein kleines Problem, da die mir zugängliche Literatur durchaus mehrere m.E. "vernünftige" oder von mir abgelehnte (Kunst-)Namen anbietet.

Bayerischer Volkname
- Darauf gehe ich im nächsten Punkt ein!

Ort/Region
--->  Toll: Da findet man bei „Eric“ Beispiele, dass dieser Name vermutlich aus einer anderen Region „stammt“.

Bedeutung des Namens
---> Hier würde ich einen Hinweis auf die „Etymologie“ erwarten.

(2) Ich vermisse Spalten, in denen der Autor (Detailangaben der Veröffentlichung ) und/oder nachvollziehbarer (oder nur vermuteter) „Quellenangabe“ angibt.

- Ich kann dir nur empfehlen (viele Köche "verderben den Brei"), diese m. E. erweiterungsbedürftige XLS-Tabelle nicht durch die "Allgemeinheit" bearbeiten zu lassen.

Grüße
Gerd


Nachtrag (24.11.2012, 23:33Uhr):

- EXCEL-Datei (leider recht alt) habe ich gerade erneutals Anlage bei ERIC eingestellt.
« Letzte Änderung: 24. November 2012, 23:33 von Gerd »

Offline hans

  • Beiträge: 257
Re: Volksnamen für Pilze in Bayern - ein Aufruf
« Antwort #3 am: 22. November 2012, 08:22 »
Hallo Gerd,
warum gleich so ablehnend? Es geht mir nicht um Bayerntümelei, sondern um eine Initiative, das Thema auf regionaler Ebene konkret aufzugreifen. Falls dies gelingt (woran ich aufgrund des mangelnden Echos inzwischen meine Zweifel habe) und Erfahrung gesammelt wurde, liegt es natürlich nahe, so etwas bundesweit zu starten. Der damalige bundesweite Ansatz ist in der Versenkung verschwunden, aus welchen Gründen auch immer. Warum also nicht mal bescheidener anfangen?

Kollegialen Gruß, Hans

Offline Gerd

  • Beiträge: 35
Re: Volksnamen für Pilze in Bayern - ein Aufruf
« Antwort #2 am: 22. November 2012, 03:58 »
Hallo Hans,

die regionalen Pilznamen bzw. Volksnamen verschwinden immer aus dem Sprachgebrauch in Bayern. Bevor dieses geschichtliche und kulturelle Erbe vollständig verschwindet, möchte die BMG die noch bekannten Volksnamen in den verschiedenen Dialektregionen erfassen.

- Na SUPER, dass die BGM dieses Thema (das mich auch interessiert/fasziniert) entdeckt hat.

---> Ich allerdings werde dazu aus folgenden Gründen keine Beiträge dazu leisten:

(1) Die Einengung auf Bayern lehne ich ab.

(2) Genau dieses Thema hat Ch. Hahn vor Jahren, nicht nur auf Bayern beschränkt, in dem DGfM-Forum gestarten.
- Pech, dass durch Hacker (?), fehlender Sicherungskopien diese Beiträge verloren gingen.

(3) Glück, dass ERIC dieses Thema aufgegriffen hat und auch die verloren gegangenen DGfm-Beiträge integriert werden konnten.

----> Ich werde keine Sekunde darauf verschwenden, dir die "bayrischen" Pilznamen  raszusuchen und überlasse dies gerne dir.

Grüße
Gerd
 
« Letzte Änderung: 22. November 2012, 04:03 von Gerd »

Offline hans

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Volksnamen für Pilze in Bayern - ein Aufruf
« Antwort #1 am: 24. Oktober 2012, 12:41 »
Liebe Leut,
die regionalen Pilznamen bzw. Volksnamen verschwinden immer aus dem Sprachgebrauch in Bayern. Bevor dieses geschichtliche und kulturelle Erbe vollständig verschwindet, möchte die BMG die noch bekannten Volksnamen in den verschiedenen Dialektregionen erfassen.

Deshalb wenden wir uns heute an alle Pilzinteressierten und deren Angehörigen und Bekannte, aber auch an Pilzberater, die sicher durch den Kontakt mit vielen Pilzsammlern so einiges aufschnappen. Es liegt auf der Hand, dass besonders in ländlichen Gebieten vor allem  ältere Mitbürger noch einige regionaltypische Bezeichnungen kennen.

Wir bitten Sie, für Ihre Meldungen in die angefügte Liste zu benutzen. Bitte tragen Sie Ihren Namen ein und geben als Bezug zum jeweiligen Volksnamen möglichst den wissenschaftlichen Namen an, notfalls den im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch üblichen. Wichtig ist natürlich auch die Ortsangabe. Sie können entweder einen bestimmten Ort eintragen oder eine Region, wie z.B. „um Würzburg“. Falls bekannt und nicht gleich ersichtlich, bitte auch die Bedeutung des jeweiligen Volksnamens angeben.

Senden Sie Ihre Meldung(en) bitte an halbwachs@mykologie-bayern.de. Einsendeschluss ist der 31. Januar 2013. Die drei Einsender mit den meisten Meldungen erhalten einen kleinen Preis.

Alle Personen, die sich an diesem Projekt beteiligen, werden in der Abschlusspublikation genannt. In welcher Form publiziert werden soll, ist noch nicht entschieden. Ich könnte mir zunächst einen Artikel in der MycBav vorstellen, mit einer darauffolgenden Online-Version. Vorschläge dazu sind willkommen.

Frisch ans Werk, Hans Halbwachs

PS: Kennen Sie jemanden, der kein BMG-Mitglied bzw. im BMG-Forum nicht gemeldet ist, aber trotzdem zum Thema beitragen könnte? Dann bitte den Aufruf weitergeben! Ich nehme natürlich auch Meldungen gerne per Post entgegen.